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Wolfsburg: Kevin De Bruyne sprach nach der DFB-Pokal-Partie gegen Hoffenheim über den Unterschied zu Chelsea und die gelb-rote Karte gegen Ricardo Rodriguez.

Sinsheim. Dieter Hecking schwärmte nach Abpfiff: Der Trainer des VfL Wolfsburg hatte ein "überragendes Spiel" seines neuen Mittelfeldspielers Kevin De Bruyne erlebt. Dabei war der belgische Neuzugang mit einigen Ballverlusten und Fehlpässen eher schwerfällig in die Pokal-Partie gestartet, hatte dann aber das ausgefahrene Bein von Hoffenheim-Verteidiger Jannick Vestergaard dankbar angenommen, das den Elfmeter zum 1:0 bedeutete.

Für Wolfsburg was es der Startschuss in eine Partie, die den VfL nach zwei Elfmetern, einer gelb-roten Karte und einem herausgespielten Treffer von Perisic und Bas Dost ins Halbfinale des DFB-Pokals führte, wo man letztes Jahr an den Bayern scheiterte. Auch De Bruyne steigerte sich: Zwei gefährliche Schüsse wehrte sein Landsmann Casteels noch vor der Pause ab. Den Regeln des medialen Marktes entsprechend stand der teuerste VfL-Neuzugang des Winters nach der Partie im Zentrum der Aufmerksamkeit.

Seit der Winterpause tritt De Bruyne gewissermaßen in die Fußstapfen des nach Madrid abgewanderten Diego, auch wenn Hecking betonte: "Er ist ein ganz anderer Spieler. Keiner, der immer den Ball haben will, sondern in die Räume startet." Gleichzeitig attestierte er dem Nationalspieler "mehr Zug zum Tor" zu haben als der Brasilianer. Manager Klaus Allofs betonte zufrieden: "Mit ihm haben wir eine taktische Variante mehr im Kader."

Lob gab es für De Bruyne, der auf der zehn spielte, auch von 1899-Trainer Gisdol: "Er hat sich intelligent bewegt und ist unseren Sechsern ein paar mal entwischt." Die vielen Fragen nach ihm waren für Dieter Hecking aber auch Anlass zur Warnung, dass der 22-Jährige nach seinem Bankdrücker-Dasein bei Chelsea noch Eingewöhnung brauchen könnte: "Wir müssen vorsichtig sein, ob er solche Leistungen so früh schon dauerhaft abrufen kann. Das ist nicht selbstverständlich." De Bruyne selbst stellte sich lange nach Abpfiff geduldig einigen Fragen der wartenden Journalisten.


Wie haben Sie das Pokalspiel gegen Hoffenheim erlebt und wie gut sind Sie schon in Wolfsburg angekommen?

De Bruyne: Ich selbst habe etwas gebraucht, um ins Spiel zu kommen. Aber so nach zwanzig Minuten kamen wir besser rein, auch wenn wir durch Elfmeter in Führung gegangen sind. Insgesamt wird es besser und besser. Ich muss mich noch an die Trainingsintensität gewöhnen, es wird mehr trainiert als in England, wo alle drei Tage gespielt wird. Man kann dort also nicht immer an die Grenze gehen. Ich bin froh, dass ich 90 Minuten spielen konnte.

Wie läuft das Zusammenspiel mit Ihren Mitspielern wie Arnold oder Dost? Kann der VfL um die CL mitspielen?

De Bruyne: Es wird besser. Heute haben wir ein paar gute Kombinationen gezeigt und hätten das ein oder andere Tor mehr machen können. Im Moment kämpfen wir um die europäischen Plätze. Die Bayern sehe ich sicher in der CL, auch Leverkusen und den BVB. Aber mit Schalke und Gladbach haben wir zwei Konkurrenten, die darum mitspielen können. Wir werden am Ende der Saison sehen...

Wie haben Sie die gelb-rote Karte gegen Ricardo Rodriguez wegen Zeitspiels erlebt?

De Bruyne: Ein bisschen dumm vielleicht. Für mich war es heute generell etwas zuviel Theater, es ist nun einmal ein Berührungssport. Ich denke, er hätte in der Szene auch laufen lassen können und nicht so strikt pfeifen müssen.

Wie haben Sie Ihren Landsmann Koen Casteels gesehen, der zwei Mal stark gegen Sie gehalten hat und in Hoffenheim zuletzt auf dem Prüfstein stand?

De Bruyne: Er hat ein sehr gutes Spiel gemacht. Wenn er zwei-, dreimal nicht hält, führen wir zur Pause höher und das Spiel ist entschieden.

Wie würden Sie die jüngste Entwicklung von Andre Schürrle oder Eden Hazard bei Chelsea kommentieren?

De Bruyne: Ich denke gut. Schürrle spielt am Anfang viel, danach etwas weniger. Chelsea ist Chelsea – du hast 25 Spieler von internationalem Niveau. Dort ist keiner glücklich, auf der Bank zu sitzen. Vielleicht die Mannschaft mit dem breitesten Kader überhaupt. Hazard hat gerade eine sehr gute Phase! Ich kenne ihn seit zehn Jahren aus dem Jugendnationalmannschaften. Ich hoffe, er kann seine tolle Form auch für die WM wahren.

Aufgezeichnet von Martin Ernst, Sinsheim

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