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Die Scheinheiligkeit des Armin Veh

Nach dem Spiel Frankfurt gegen Dortmund kritisierte Michael Zorc Eintracht-Spieler Carlos Zambrano - und bekam prompt einen Rüffel von Armin Veh. Ausgerechnet von ihm.

KOMMENTAR
Von Tim Röhn

Es sind nicht mehr viele, aber es gibt sie: Bundesliga-Profis, mit denen nicht gut Kirschen essen ist. Weil sie dahin gehen, wo es sehr weh tut. Weil sie auch mal rücksichtslos handeln. Weil sie immer in Grenznähe agieren und die Grenze gelegentlich überschreiten. Carlos Zambrano von Eintracht Frankfurt gehört zweifellos dazu, als Stürmer wünscht man sich andere Gegenspieler als den peruanischen Abwehrmann.

Beim 1:0-Sieg von Borussia Dortmund im DFB-Pokal wurde über Zambrano heiß diskutiert. Ständig gerieten der temperamentvolle Südamerikaner und BVB-Angreifer Robert Lewandowski aneinander. Nach dem Schlusspfiff klagte Dortmunds Manager Michael Zorc: "Ich habe selten einen Innenverteidiger gesehen, der so viel provoziert." Außerdem, so Zorc, habe Zambrano geschauspielert. Oha.

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Man muss es nicht gut finden, dass der Verantwortliche eines Klubs öffentlich einen Spieler des Gegners kritisiert. Aber dass sich ausgerechnet Frankfurts Trainer Armin Veh über derartige Taktlosigkeiten beschwert, ist peinlich.

Veh sagte: "Das geht mir auf den Keks. Das steht einem Manager nicht zu. Der soll sich um seine eigenen Spieler kümmern. Irgendwann ist Schluss." Und weiter: "Jede Woche dasselbe, denn dieser Spieler wird immer provoziert. Soll Carlos mit Samthandschuhen spielen?"



Rückblick: Im Trikot von Fortuna Düsseldorf spielte einst ein Stürmer namens Sascha Rösler. Ein Raubein. Einer, mit dem nicht gut Kirschen essen war. Rösler wurde wurde für sein Benehmen oft kritisiert, Fortunas Bosse klagten sinngemäß: Der Gegner soll sich um seine eigenen Spieler kümmern. Röslers Teamkollegen sagten: Immer wieder wird Rösler provoziert. Soll Sascha mit Samthandschuhen spielen?

Als Armin Veh begriff, dass Fortuna Düsseldorf im Zweitliga-Aufstiegsrennen der Saison 2011/2012 ein ernsthafter Konkurrent ist, sagte auch er etwas über Sascha Rösler. Veh nannte den Düsseldorfer einen "Rotzlöffel" und "eine Schande für den deutschen Fußball". Und weiter: "Was der treibt, hat mit Fußball nichts zu tun."

Armin Veh tat also genau das, was er nun kritisiert – mit dem Unterschied, dass seine Wortwahl damals deutlich drastischer war als die von Michael Zorc.

Und noch eine Äußerung von Veh ist interessant: Einen wie Rösler, sagte der Frankfurter Coach damals, werde es bei ihm "nicht geben".

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