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Lahm zeigt Verständnis für Kroos' stockende Vertragsverhandlungen, warnt den Mittelfeldmann gleichzeitig aber. Auch zu Vereinsbudgets und Spielergehältern äußerte er sich.

München. Philipp Lahm überraschen die jüngsten Vertragsverlängerungen beim FC Bayern München nicht, dennoch hat er Verständnis für das Zögern von Toni Kroos. Dem Mittelfeldspieler spricht er indirekt dennoch ins Gewissen. UEFA-Präsident Michel Platini kritisiert der Kapitän dagegen, eine Kontrolle von Vereinsbudgets hält er für sinnvoll.

Die Vertragsverhandlungen von Toni Kroos (Vertrag bis 2015) beim FC Bayern stocken noch, der Mittelfeldmann wurde zuletzt mit Manchester United in Verbindung gebracht. "Er muss eine Entscheidung für sich treffen, wo und zu welchen Bedingungen er in den kommenden Jahren Fußball spielen möchte. Es ist normal, dass man seine Position auslotet und verhandelt", so Lahm in der Sport Bild.

Allerdings riet er Kroos weiter: "Wenn man momentan beim FCB spielt, gibt es, wenn überhaupt, nur ganz wenige Alternativen. Es ist in meinen Augen ein absolutes Glück und Privileg, weil die Mannschaft einfach das Format hat, alles zu gewinnen. Das hat zur Folge, dass sehr viele Spieler zu Bayern kommen wollen. Man muss sich also genau überlegen, ob man diesen Verein im Moment verlässt."

David Alaba, Jerome Boateng und Rafinha hatten ihre Verträge zuletzt nach dem Triple-Gewinn bereits zu verbesserten Konditionen verlängert. Für Lahm eine logische Konsequenz: "Es ist klar, dass eine Mannschaft, wenn sie erfolgreich ist, teurer wird, weil die Spieler begehrter sind. Ihr Wert auf dem Markt steigt, das steht außer Frage. Und genauso richtig ist: Bayern honoriert Erfolg immer."

Lahm: "Gehalt Anerkennung der Leistung"

Klar sei aber auch, dass es bei Vertragsverlängerungen das Geld eine zentrale Rolle spiele. Dabei sei das Gehaltsgefüge innerhalb einer Mannschaft entscheidend. "Die Stammkräfte, die Spieler mit den meisten Einsätzen, müssen auch das meiste verdienen", stellte Lahm klar. Bereits 2008 hatte der Münchner Kapitän betont, dass es beim Gehalt auch um die Hierarchie gehe: "Was ich damit ausdrücken wollte, war, dass die Höhe des Gehalts auch immer eine Anerkennung und ein Spiegel der Leistung ist."

Zwar sei der Markt für die teilweise sehr hohen Gehälter der Profis verantwortlich, dennoch müsse der Fußball gewisse Regulierungen einführen. Der Ansatz von Platini, Spieler von verschuldeten Klubs international zu sperren, hält Lahm für falsch. Vielmehr müssten derartige Sachen im Vorfeld geklärt werden: "Die Institutionen haben dafür zu sorgen, dass die Verträge in Ordnung sind."

Auch eine generelle Gehaltsobergrenze sei nicht der richtige Weg. "Ich bin dagegen, einzelne Spieler einzuschränken, aber im Prinzip gibt es bereits eine natürliche Grenze. Jeder Verein hat ein Budget und damit eine begrenzte Menge an Geld, das zur Verfügung steht. Hier ist es wichtig, Wege zu finden, dieses Budget zu kontrollieren", so der 30-Jährige: "Die Logik ist ganz einfach: Es darf nicht mehr ausgegeben werden, als eingenommen wird."

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