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An Sturmoptionen mangelt es Pep Guardiola nicht. Mit Robert Lewandowski kommt eine weitere hinzu. Für einen anderen Bayern-Spieler könnte dies aber den Abschied bedeuten.

ANALYSE
Von Constantin Eckner

Die aktuelle und zukünftige Rolle von Mario Mandzukic bei Bayern München avancierte zum Streitthema. Der 27-jährige Kroate hat unter Pep Guardiola seinen Stammplatz im Angriffszentrum nicht mehr sicher. Durch den Zugang von Robert Lewandowski ab der kommenden Saison könnte es für Mandzukic noch schwieriger werden. Dem Tabellenführer der Bundesliga eröffnen sich eine ganze Reihe an Optionen für die Besetzung der Offensive.

1. Mario Götze als spielstarker Stürmer

In der Hinrunde besiegten die Bayern den Rivalen Borussia Dortmund mit 3:0. Nach einer eher durchwachsenen ersten Halbzeit wurde im zweiten Durchgang Mario Götze eingewechselt. Es war eine offensichtliche taktische Maßnahme Guardiolas. Die beiden kopfballstarken und körperlich robusten Spieler Mandzukic und Javi Martinez hatten im offensiven Zentrum wenig ausrichten können, da Dortmund clever gegen die angedachten langen Bälle agierte.

Mit der Hereinnahme von Götze auf der Neunerposition wurde allerdings die Passzirkulation verbessert und der BVB konnte, auch aufgrund der Verletzten, nicht reagieren. Schlussendlich war nicht nur das Tor des 21-Jährigen spielentscheidend. Vielmehr konnte durch die Einbindung von Mario Götze als spielstarken Angreifer das komplette Gefüge verbessert werden. Ob er sich nun als verkappter Spielmacher zurückfallen lässt oder an der vordersten Linie durch gute Bewegungsmuster Lücken reißt und mit seinen technischen Qualitäten Zuspiele verarbeitet, Götze stellt eine für das aktuelle Bayern-System schon fast perfekte Lösung dar.

2. Thomas Müller als raumdeutender Halbstürmer

Götze kann zudem durch Thomas Müller ergänzt werden. Das 24-jährige Eigengewächs hat sich in den letzten Jahren einen Namen als so genannter „Raumdeuter“ gemacht. Müller stößt gerne unorthodox in Lücken vor und läuft diagonal in die letzte Reihe des Gegners hinein. Seine Bewegungen sind zuweilen schwer zu lesen, was ihn unberechenbar erscheinen lässt. Unter Guardiola wurde er in der Anfangsphase noch verstärkt als eine Art Achter ausprobiert. Allerdings findet er sich mittlerweile häufiger auf der gewohnten rechten Seite wieder oder agiert, wie beim Auswärtsspiel bei Manchester City in der Champions League, als Spitze. Die Position in vorderster Front ist sicherlich eine Variante, aber in Kombination mit einem nach außen verschiebenden Neuner kann Müller seine Einrückbewegungen und gerissene Löcher nutzen.

3. Mario Mandzukic als ausweichender Mittelstürmer

Ein Stürmertyp, der mit Vorliebe in Halbräume ausweicht beziehungsweise sich häufig horizontal bewegt, ist Mario Mandzukic. Der kroatische Nationalspieler konnte sich in der vergangenen Saison einen Stammplatz erkämpfen. In dieser Spielzeit hat er einen schwereren Stand. Trotzdem bringt Mandzukic ein sehr starkes Kopfballspiel mit. Er kann durch seine Präsenz im Strafraum auch hohe Bälle für seine Mitspieler prallen lassen. Zudem hat der Kroate ein enormes Arbeitspensum und agiert des Öfteren als Defensivstürmer, der den Aktionsradius der gegnerischen Verteidiger durch aggressives Pressing und längere Verfolgungen einschränkt. Insofern kann er eine Option für Flanken und Standards sowie zerstörerisch für das Aufbauspiel des Gegners sein.

MARIO MANDZUKIC & ROBERT LEWANDOWSKI
Bundesliga

Einsätze:
14

Tore:
12

Vorlagen:
 2

Passquote:
69,9%

Schlüsselpässe pro Spiel:
1,1

Schüsse pro Spiel: 2,3
Bundesliga
 
Einsätze: 19

Tore:
13

Vorlagen:
 6

Passquote:
72,9%

Schlüsselpässe pro Spiel: 
1,7

Schüsse pro Spiel:
3,8

4. Robert Lewandowski als große Unbekannte

Dennoch schien es in jüngster Vergangenheit Unruhe zu geben. Indirekt soll die Verpflichtung von Robert Lewandowski die Ursache sein. Aktuell spielt er noch bei Borussia Dortmund. Allerdings hat der Pole bereits einen Vertrag bei den Münchenern für die kommende Saison unterschrieben. In Dortmund konnte er sich in den letzten dreieinhalb Jahren mit zahlreichen Top-Vorstellungen ins Blickfeld vieler europäischer Spitzenklubs spielen. Trotz allem wird er seinen Spielstil bei Bayern anpassen müssen. Beim BVB ist er häufig Zielspieler für längere Bälle, die er mit dem Rücken zum gegnerischen Tor und mit Verteidigern im Nacken sehr stark verarbeiten kann. Er lässt sich ins Mittelfeld fallen, nimmt den Ball auf und verschleppt im letzten Drittel das Tempo für Nachrückbewegungen seiner Mitspieler.

Diesen Angriffsrhythmus gibt es bei den Bayern eher nicht. Vielmehr wird spannend zu beobachten sein, wie Lewandowski seine Bewegungsmuster anpassen muss. Denn im Mittelfeld beherrscht der Tabellenführende der Bundesliga meist mit drei zentralen Spielern sowie hineinkippenden Außenverteidigern die Räume, zeigt lokale Kompaktheit und dominiert über seine präzise Passzirkulation. Dass der Pole mit seinen technischen Fähigkeiten zum bayerischen Spiel passt, ist unstrittig und er wird das Offensiv-Repertoire des amtierenden Champions-League-Siegers noch einmal erweitern.

Zudem haben die Bayern noch Claudio Pizarro, dessen Vertrag womöglich verlängert wird. Der Routinier kann aufgrund seiner technischen Klasse auch vertikal hinter einer Spitze spielen und bildet eine weitere Option. Für Mario Mandzukic könnte indes eine schwierige Entscheidung anstehen. Er hat Stürmerattribute und Arbeiterqualitäten, die ihm mindestens eine Position als Rollenspieler sichern können. Er kann sowohl für die Verwertung von längeren, Linien überbrückenden Bällen dienen, als auch für die Zerstörung der tiefen Spielstruktur des Gegners sorgen. Doch gegen Götze und Lewandowski wird es der Kroate beim Kampf um Startelfeinsätze schwer haben. Inwieweit er mit dieser Rolle zufrieden ist, wird sich noch zeigen. Die Bayern würden diesen Spieler für den eigenen Variantenreichtum sicherlich gerne halten. 

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