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Nach stundenlanger Sitzung hat man sich beim HSV nicht zu einer Entscheidung durchringen können - auch Magath kommt wohl vorerst nicht.

Hamburg. Nach fast acht Stunden ist die Krisensitzung beim Bundesligisten Hamburger SV am späten Sonntagabend ohne konkrete Ergebnisse zu Ende gegangen. "Der Vorstand hat den Aufsichtsrat informiert, dass er gedenkt, mit Trainer Bert van Marwijk weiterzumachen. Die Sitzung ist beendet, und es gibt kein Ergebnis zu verkünden", sagte HSV-Pressesprecher Jörn Wolf um kurz vor 23.00 Uhr im Foyer des Hotels Grand Elysee. Weitere Sitzungen seien nicht geplant.

"Herr van Marwijk wird am Montag beginnen, die Mannschaft auf das Pokalspiel gegen Bayern München am Mittwoch vorzubereiten", sagte Wolf. Um 14.00 Uhr am Montag wird die turnusmäßige Pressekonferenz an der Arena stattfinden.

Der Aufsichtsrat und der Vorstand hatten sich in dem Hotel gegen 15.00 Uhr getroffen, um über Maßnahmen nach der sechsten Bundesliga-Niederlage in Serie zu sprechen. Nach dem 0:3 (0:3) gegen Hertha BSC am Samstag ist die Mannschaft des Niederländers van Marwijk Tabellen-17.

Magath ein Thema

Während des Sonntags schienen sich zunächst Gerüchte über eine Rückkehr des HSV-Idols Felix Magath auf den Trainerstuhl in Hamburg zu verdichten. Offensichtlich gab es im Aufsichtsrat aber keine Mehrheit für einen radikalen Schnitt.

Angeblich habe es während der Sitzung schon eine Probeabstimmung über ein Engagement von Felix Magath gegeben, der für ein Amt mit Vorstandsverantwortung bereit ist.

Im HSV-Blog vom Hamburger Abendblatt berichtet Marcus Scholz, dass sieben Aufsichtsräte bereits eine Probeabstimmung durchgeführt hätten. Dabei votierten sie mit 5:2 für eine Einstellung des früheren Spielers und Trainers. Schon am Donnerstag sollen Gespräche zwischen Teilen des elfköpfigen Kontrollgremiums und Magath stattgefunden haben.

Magath hätte die bisherige Vorstandsspitze um Carl-Edgar Jarchow und Sportvorstand Oliver Kreuzer ablösen und gleichzeitig die Aufgaben des Cheftrainers Bert van Marwijk übernehmen können.

Zuvor hatte er mehrmals ausgeschlossen, als Übungsleiter in der aktuellen Struktur des HSV zu arbeiten. "In Hamburg ist der HSV hinter undurchschaubaren Strömungen, Gruppen- und Einzelinteressen kaum noch sichtbar", schrieb Magath am Sonntag auf seiner Facebook-Seite.

Während Jarchow und Kreuzer die Sitzung im Hamburger Grand-Elysee-Hotel bereits nach 75 Minuten durch den Hinterausgang wieder verließen, wurde Magath nach Informationen von Sport Bild bei der Krisensitzung des Aufsichtsrates telefonisch zugeschaltet. Sein früherer Assistenztrainer Bernd Hollerbach soll sich bereits in der Hansestadt aufhalten.

Kreuzer: "Ich weiß nicht, was passiert"

"Ich weiß nicht, was passiert", teilte Kreuzer dem Hamburger Abendblatt mit, nachdem er die aktuelle sportliche Führung vor dem Elferrat verteidigt hatte. Seinen für Sonntagabend geplanten Auftritt im NDR Sportclub sagte er kurzfristig ab.

Magath hatte zuvor schon einschneidende Veränderungen gefordert: "Beim HSV muss ab sofort auf allen Ebenen der Fußball wieder im Vordergrund stehen. Es geht jetzt nur noch um den Klassenerhalt. Es bedarf nun endlich einer Lösung im Sinne unseres Vereins. Der HSV muss Einigkeit nach innen und außen demonstrieren, ein starkes Zeichen setzen und eine Einheit werden."

Schon bei der Mitgliederversammlung im Januar, auf der vom HSV beschlossen wurde, die Ausgliederung der Profiabteilung zu planen, galt Magath als möglicher Nachfolger für Jarchow. Er steht dem Milliardär Klaus-Michael Kühne nahe, der den Neuaufbau aus privaten Mitteln als Investor unterstützen will.

Magath hat Interesse an dem neuerlichen Engagement in Hamburg signalisiert. "Wenn mir jemand so eine Aufgabe anbieten würde, könnte ich mir Gedanken darüber machen. Bis jetzt ist es nicht passiert", sagte er dem Radiosender WDR 2 am Sonntag: "Es ist fürchterlich, wie sich die Dinge da entwickelt haben."

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