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Der Norden bangt um seine Traditionsklubs: HSV und Werder mit parallelem Sinkflug

Zwei ehemalige Top-Teams der Bundesliga im Sinkflug: Der HSV und Werder sind auf dem Weg in Liga zwei. Beim HSV sorgt ein Youngster für einen Lichtblick.

Hamburg/Bremen. Der Hamburger SV steckt tief in einer Krise, nicht viel besser sieht es bei Werder Bremen aus. Die einstigen Aushängeschilder des norddeutschen Fußballs schwächeln. Hakan Calhanoglu sorgte immerhin für ein positives Zeichen beim HSV.

Zwei große Traditionsklubs, eine riesige Sorge: Nach den blutleeren Auftritten der vergangenen Wochen schaut die Bundesliga mit zunehmendem Mitleid in den hohen Norden. Der Hamburger SV und Werder Bremen, zusammen zehnmal deutscher Meister, befinden sich in einem parallelen Sinkflug, der in der 2. Liga enden könnte. Beide Trainer brauchen dringend Argumente für ihre Arbeit.

"Ich kämpfe den ganzen Tag" 

"Es geht bei mir nicht mal annähernd durch, was mit mangelnder Mentalität zu tun hat. Sonst verlieren wir die Fans", sagte Werders Trainer Robin Dutt, der auch Tage nach dem 1:3 gegen den FC Augsburg wütend war: "Ich kämpfe den ganzen Tag. Und ich will, dass jeder andere das auch macht." So wie Bert van Marwijk eine gute Autostunde weiter nordöstlich. Eigentlich sollte der 61-Jährige seinen Klub zu früherem Glanz zurückführen.

Was waren das für elektrisierende Tage im Jahr 2009, als der HSV und Werder die ganze Fußball-Republik in ihren Bann zogen. In 19 Tagen im April und Mai trafen die Erzrivalen viermal aufeinander: Halbfinale des UEFA-Cups, Halbfinale des DFB-Pokals und ein wichtiges Duell um mögliche Europacup-Millionen. Ein Hauch des ganz großen Fußballs wehte durch die Hansestädte.

Knapp fünf Jahre später steht der mittlerweile finanziell arg angeschlagene HSV auf Rang 17 der Tabelle und kämpft längst nur noch ums sportliche Überleben. "Der stückweise Untergang des HSV ist schon erschreckend", sagte Stefan Effenberg, gebürtiger Hamburger, bei Sky: "Es ist traurig, weil die Stadt den Fußball liebt."

Calhanoglu verlängert! 

Immerhin gab es am Mittwoch eine positive Nachricht. Mittelfeld-Juwel Hakan Calhanoglu unterschrieb trotz der unklaren Perspektive seines Klubs bis 2018. "In unserer schweren Situation möchte ich auch ein Zeichen setzen", sagte der 19-Jährige: "Ich möchte noch lange für den Verein in der Bundesliga spielen und in den kommenden Jahren zu einem festen Bestandteil der Mannschaft werden." Am Nachmittag marschierten zudem rund 300 HSV-Fans zum Training, klatschten mit ihrem Team ab und zeigten sich solidarisch mit van Marwijk.

Auch Werder, das nur noch drei Punkte von Rang 16 trennen und ebenfalls seit Jahren rote Zahlen aufweist, lechzt vor dem Duell mit Borussia Dortmund am Samstag (15.30 Uhr/Sky) nach positiven Signalen. Hoffnung erweckt dabei ein Winter-Zugang von Girondins Bordeaux. Ludovic Obraniak, polnischer Nationalspieler, soll das lahmende Offensivspiel wieder ankurbeln. "Gerade in der aktuellen Situation sollten wir möglichst viele Punkte einfahren", sagte der 29-Jährige.

Nur ein Punkt pro Spiel 

Auch für Trainer Dutt, der bei Werder eine äußerst schwache Bilanz vorzuweisen hat. Nur Aad de Mos hatte mit einem Punkt pro Spiel eine dürftigere Quote als Dutt, der in 19 Spielen 1,05 Zähler pro Begegnung einheimste. Ähnliches gilt für van Marwijk, der 1,07 Punkte pro Duell einfährt.

Daher ist es kaum verwunderlich, dass sich die Meldungen aus den beiden Hansestädten dieser Tage gleichen. Erst strich Werders Trainer Robin Dutt den freien Tag seiner Mannschaft, nachdem diese im Duell in Augsburg völlig die "Wettkampfmentalität" verweigert hatte. Kaum später zog Bert van Marwijk nach.

Die Kritik an zu laschem Training und zu wenigen Einheiten soll ab sofort nicht mehr ziehen. Den freien Montag gab es nicht mehr, am Mittwoch musste sein Team, das beim 0:3 in Hoffenheim einen spielerischen Offenbarungseid geleistet hatte, doppelt ran. Damit die Wende am Samstag gegen Hertha BSC gelingt.

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