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Auch Schiedsrichter sind nur Menschen. Und da Menschen auch Fehler machen, entlarvt sich die Szene kurz vor Spielende als pures Unglück für die Berliner Hertha.

Berlin. Beim Bundesliga-Spiel zwischen Hertha BSC Berlin und dem 1. FC Nürnberg kam es in der 88. Minute zur wohl strittigsten Szene des 19. Spieltags. Der Ausgang ist bekannt: Die "Alte Dame" unterlag dem Club mit 1:3.

Bei Stand von 1:2 schickte Sami Allagui Sturmkollege Adrian Ramos über die rechte Seite. Der Kolumbianer überlief Petrak schnellen Schrittes und drang in den Strafraum ein. Dort eilte Nürnbergs Torhüter Raphael Schfer heraus und klärte den Ball vermeintlich mit einer Grätsche.

Aus der Sicht des Linienrichters

Der Ball landete jedoch direkt auf dem Fuß von Ronny, der das Leder aus etwa 25 Metern Entfernung volley auf das freistehende Tor drosch. Der Tscheche Petrak versuchte den Ball mit dem Kopf auf der Linie zu klären, nahm dabei jedoch klar sichtbar die Hand zu Hilfe. Dann ertönte ein Pfiff, der Ball fiel Ramos vor die Füße und der Kolumbianer netzte unbehelligt ein.

Schiedsrichter Micheal Weiner ging selbstsicher auf Petrak zu, zückte den roten Karton und entschied auf Handelfmeter. Doch dann mischte sich Schiedsrichterassistent Norbert Grudzinski ein und bestellte Weiner zu sich, um ihm die Situation aus seiner Sicht zu schildern. In der Folge entschied Weiner auf Abseits und nahm die rote Karte und die Entscheidung auf Strafstoß zurrück.

"Diese Bewertung ist nicht richtig"

Nun scheiden sich zunächst die Geister ob der Richtigkeit dieser Entscheidung, denn tatsächlich stand Ramos beim Schuss von Ronny im Abseits. Doch die Auslegung, dass der Kolumbianer nun tatsächlich aktiv ins Spiel eingegriffen habe, indem er den Club-Torhüter beim Zurückeilen ins Tor hinderte, ist strittig.

Der DFB hat in seinem Schiedsrichterportal jetzt Stellung zu der Situation bezogen: "Diese Bewertung ist nicht richtig. Hier findet kein Zweikampf um den Ball statt. Kein Spieler hat die Möglichkeit in die Spielsituation einzugreifen."

Und weiter: "Auch der Kontakt zwischen dem TW/N (Raphael Schäfer; Anm. d. Red.) und der Nr. 20/H (Adrian Ramos) stellt keinen Zweikampf um den Ball dar, weil sie in die Spielsituation nicht eingreifen können und ein Foulspiel der Nr. 20/H (Ramos) liegt auch nicht vor. Wenn N. 31/N (Ondrej Petrak) den Ball nicht mit den Händen abgewehrt hätte und der Ball direkt in das Tor gegangen wäre, wäre der Treffer korrekt erzielt worden."

Demnach hatte Weiner nach seiner ersten Einschätzung kompett richtig entschieden. Linienrichter Grudzinski hatte die Situation zwischen Schäfer und Ramos falsch wahrgenommen. Er sah einen Zweikampf zwischen den beiden, wo keiner stattgefunden hat. Und wieder einmal steht Eines über allem: "Errare humanum est – Irren ist menschlich."

Bitter ist die Situation für die Berliner dennoch, den Hauptstädtern ist ein möglicher Ausgleich kurz vor Spielende verwehrt geblieben.

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