Hamburger SV: Das Ende des Dino-Zeitalters naht

Dem HSV droht die absolute Katastrophe in Form des ersten Abstiegs der Vereinsgeschichte. Doch so richtig scheint sich niemand dagegen stemmen zu wollen.
Hamburg. Nicht eine echte Torchance, kaum Laufbereitschaft, kein Aufbäumen, kein Konzept - was die Profis des Hamburger SV am Samstag beim 0:3 (0:2) bei 1899 Hoffenheim ablieferten, hatte nichts mit Bundesliga-Fußball zu tun. In dieser Form wird der Liga-Dino ganz sicher zum ersten Mal in seiner Klubgeschichte absteigen.

Wie schlecht es um den Verein von Uwe Seeler bestellt ist, zeigte sich aber nicht nur auf dem Platz. Nach dem Abpfiff wurde es fast noch schlimmer. Erst sprach Kapitän Rafael van der Vaart, selbst nur noch ein Schatten vergangener Glanzzeiten, seinen Teamkollegen die nötige Klasse ab. Dann redete Trainer Bert van Marwijk den desolaten Auftritt seiner Mannschaft schön.

Dabei zeigte sich der niederländische Coach derart emotionslos, dass es keine Überraschung wäre, wenn van Marwijk noch vor der kommenden Partie gegen Hertha BSC seinen Hut nehmen müsste. Schließlich ist auch die Bilanz des 61-Jährigen, der sein Heimatland vor knapp vier Jahren ins WM-Finale geführt hatte, erschreckend.

In den 13 Spielen unter der Leitung van Marwijks holte der HSV, der zum ersten Mal seit der Saison 1970/71 fünf Niederlagen in Folge kassiert hat, lediglich zwölf Punkte. Da war sogar van Marwijks Vorgänger Thorsten Fink noch wesentlich effektiver (1,27 Punkte im Schnitt).

Ist auch die Reform in Gefahr?

Und als ob das noch nicht ausreichen würde, bietet van Marwijk weitere Angriffsfläche. Wer immer wieder in die Heimat reist und den Profis trotz der Niederlagenserie freie Tage gönnt, der lädt die Kritiker geradezu ein. Schon werden Trainer und Spieler als faul beschimpft. Wenn das Team dann auch noch auf dem Platz neun Kilometer weniger als der Gegner läuft (wie in Sinsheim), passt das ins Bild.

Falls der HSV nicht rasch die Wende schafft, steht auch die angedachte Reform des Traditionsvereins infrage. Eine Ausgliederung der Profiabteilung würde dann kaum noch Sinn machen. Denn welcher Investor will schon sein Geld in einen klammen Zweitligisten mit zweifelhafter sportlicher Perspektive stecken?

In den ausstehenden 15 Spielen steht also die Zukunft des Klubs auf dem Spiel. Es würde nicht verwundern, wenn die Klubführung vor dieser entscheidenden Phase alles nochmal auf null stellt. Der Gegner vom Samstag hat es in der vergangenen Saison vorgemacht: Als Trainer, Manager und einige "Problem-Profis" raus waren, schaffte der Krisenklub aus Hoffenheim über die Relegation noch den Klassenerhalt. Vielleicht ein Vorbild für den HSV...
 
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