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Das Tischtuch zwischen Real Valladolid und Patrick Ebert dürfte endgültig zerschnitten sein. Unter der Woche trainierte der Mittelfelspieler getrennt von der Mannschaft.

Kolumne
Von Martin Ernst

In der Primera Division gab es dieser Tage das unrühmliche Ende einer Beziehung, die vor eineinhalb Jahren leidenschaftlich begann und von der beide Seiten profitierten. Patrick Eberts starkes erstes Jahr 2012/13 in Kastilien (sechs Tore, sieben Vorlagen) brachte Real Valladolid nicht nur im Abstiegskampf voran, es machte den früheren Herthaner auch begehrt. CL-Teilnehmer Atletico Madrid klopfte im Sommer an, doch Valladolid wiegelte ab. Hier dürften die Probleme vom letzten Wochenende ihren Ursprung haben. Ebert wollte gehen und durfte nicht.

Auch diese Saison gehörte der Potsdamer zu den wichtigen Leistungsträgern, wenn er spielte - an seinen Wechselabsichten hat das wenig geändert. Gegen Villareal meldete sich der 26-Jährige vergangenen Samstag nach Angaben des Vereins mit der Begründung ab, "nicht den Kopf dafür" zu haben, um zu spielen. Beim Abstiegskandidaten wurde das als klare Arbeitsverweigerung und Versuch interpretiert, noch im Januar seinen Wechsel zu forcieren.

Wie Präsident Carlos Suarez wutschnaubend erklärte, lag ein konkretes Angebot von einem Ligarivalen vor (angeblich Malaga). Eberts Agent relativierte die Ereignisse unter der Woche in der AS: "Er hat sich nicht gut gefühlt, ein Sprachproblem." Also nur Lost in Translation? An einem baldigen Abschied dürfte das nichts mehr ändern: Nicht nur das Tischtuch zwischen Spieler und Vereinsführung ist zerschnitten, auch bei seinen Team-Kameraden hat Ebert ganz offensichtlich jeglichen Kredit verspielt.

"Mangelnder Respekt"

Als Folge gab es diese Woche quasi "Einzelhaft", Ebert trainierte getrennt von der Mannschaft und musste sich in der Schiedsrichterkabine umziehen. "So ein Verhalten ist eines Profis nicht würdig, aber jeder ist alt genug und muss wissen, was er zu tun hat", sagte Kapitän Javier Baraja der Marca. Von "mangelndem Respekt gegenüber Verein und Kollegen", sprach Alvaro Rubio und schob hinterher: "Hier ist niemand unersetzlich." Dass Ebert noch einmal das Trikot der Pucela tragen wird, erscheint so gut wie ausgeschlossen.

Stattdessen zeichnet sich ein Transfer ab, wenn auch nicht der ursprünglich gewünschte: Spartak Moskau soll laut mehrerer spanischer Medien zu den Interessenten gehören und könnte den vom Verein geforderten Betrag berappen. Suarez hatte in seiner Wutrede bereits angekündigt, "nicht einen Cent" von der geforderten Ablöse abzuweichen.

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Eberts Image dürfte der Vorfall kaum gut getan haben. Im Internet wurde die erneute Eskapade allerdings auch mit Schmunzeln aufgenommen. "Komm zurück zu Hertha du Rowdy!", wünscht sich Facebook-User Nici Soltek. "Du tritt's die Spiegel ab...machst Kratzer in den Lack...ohohoh", zitiert Hertha-Fan Gordon Dessler jene Hymne, die der blau-weiße Anhang einst in Anspielung auf seine Randale im März 2009 dichtete. Gemeinsam mit Kevin Prince-Boateng hatte Ebert damals nach einer Geburtstagsfeier in Wilmersdorf angetrunken Autos demoliert.

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