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Marco Caligiuri: "Können Borussia Dortmund Paroli bieten"

Der Mittelfeldspieler kann gegen den BVB zwar noch nicht wieder mitwirken, glaubt aber an seine Teamkollegen und einen positiven Ausgang der Partie.

INTERVIEW
Das Gespräch führte Robert Bobbe

Braunschweig.
Marco Caligiuri sprach nach seinem ersten Halbjahr bei Aufsteiger Eintracht Braunschweig im exklusiven Goal-Interview über Hoffnungen auf den Klassenerhalt, den Wechsel seines Bruders Daniel zum Lokalrivalen VfL Wolfsburg und den kommenden Gegner Borussia Dortmund.

Herr Caligiuri, wie bewerten Sie das Unentschieden zum Rückrundenauftakt in Bremen?

Caligiuri: Es ist auf jeden Fall als Punktgewinn zu bewerten, weil es ein schwieriges Auswärtsspiel war und es bei uns auf jeden Zähler im Abstiegskampf ankommt.

Für Sie hat es dabei noch nicht wieder zu einem Platz im Kader gereicht? Wie verläuft der Heilungsprozess nach der Innenbandverletzung, die Sie sich im Hinrundenspiel gegen Bayern München zugezogen haben?

Caligiuri: Ich habe weiterhin leichte Probleme, die einen Einsatz gegen Bremen noch nicht möglich gemacht haben. Am Mittwoch bin ich wieder ins Training eingestiegen. Für das Spiel gegen Borussia Dortmund wird es allerdings noch nicht reichen. Mein Ziel ist das Spiel in Frankfurt.

Was war für Sie persönlich das Highlight der bisherigen Saison?

Caligiuri: Das war sicherlich der Auswärtssieg in Wolfsburg. Es gab nach der 0:4-Niederlage gegen Stuttgart am Wochenende zuvor einige kleine Turbulenzen. Deshalb kam dieser Sieg zur rechten Zeit. Wir konnten in diesem Spiel ein Ausrufezeichen setzen.

Was stimmt Sie optimistisch, dass Eintracht Braunschweig die Klasse hält? Herrscht innerhalb der Mannschaft weiterhin Zuversicht?

Caligiuri: Definitiv. Es sind noch 16 Spiele zu absolvieren. Die Entwicklung und die Tendenz in der Mannschaft stimmen. Inzwischen kann man sagen, dass wir in der Bundesliga angekommen sind. Deshalb haben wir weiterhin den festen Glauben daran, die Klasse zu halten.

Ist von der großen Euphorie nach dem Aufstieg im Braunschweiger Umfeld noch etwas übrig geblieben?

Caligiuri: Die Stimmung ist unverändert positiv. Die Fans stehen hinter uns und stärken uns den Rücken. Ich bin mir sicher, dass sich das im restlichen Saisonverlauf nicht ändern wird.


"Wir sind inzwischen in der Bundesliga angekommen"



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Marco Caligiuri

Wie hält Trainer Torsten Lieberknecht nach den Rückschlägen in der Hinrunde die Motivation im Team immer wieder aufrecht?

Caligiuri: Er setzt vor allem an den positiven Elementen aus den Spielen an. Er versucht stets, uns den absoluten Glauben an unsere Stärke einzuimpfen, sodass wir jede Partie bei null beginnen können.

In den Spielen in dieser Saison gegen Bayern München und Schalke 04 hat Braunschweig lange gut mitgespielt, gegen Bayer Leverkusen und den VfL Wolfsburg konnte man sogar gewinnen. Warum tut sich die Mannschaft gegen die vermeintlichen Top-Teams der Liga leichter als gegen direkte Konkurrenten?

Caligiuri: Das ist schwer zu beurteilen. Der Trainer arbeitet stets daran, uns perfekt auf jeden Gegner einzustellen und aufzuzeigen, was wir gegen die "größeren" Teams besser gemacht haben als gegen unsere direkte Konkurrenz. In der Rückrunde gilt es, auch in diesen Spielen Punkte einzufahren.
 
Der kommende Gegner heißt Borussia Dortmund. Welche Lehren hat die Mannschaft aus der knappen 1:2-Niederlage im Hinspiel gezogen? Ist vor heimischem Publikum dieses Mal etwas Zählbares drin?

Caligiuri: Wir haben im Hinspiel gemerkt, dass wir den Dortmundern Paroli bieten können. Das stimmt uns auch für Freitag optimistisch. Einen Punkt gegen den BVB würde ich natürlich sofort unterschreiben. Dortmund hat in dieser Saison gerade wegen der Verletztenmisere einige Probleme. Wir werden versuchen sie in ihrer jetzigen Lage zu überraschen.

Im Sommer wechselten Sie nach drei Jahren beim FSV Mainz 05 nach Braunschweig. Warum fiel die Wahl auf die Eintracht? Hat es auch Angebote von anderen Bundesligisten gegeben?

Caligiuri: Es gab noch die ein oder andere Option, die sich geboten hätte. Am Ende sprach aber alles für die Eintracht. In den Gesprächen mit den Verantwortlichen merkte ich schnell, dass ich diese Herausforderung annehmen möchte, um meinen Teil an der Geschichte dieses Vereins nach dem Aufstieg leisten zu können.



Unter Thomas Tuchel kamen Sie gerade in der vergangenen Saison in Mainz häufiger auf der Linksverteidiger-Position oder im linken Mittelfeld zum Einsatz. Ihre Stammposition ist allerdings in der Mittelfeldzentrale. Wo sehen Sie ihre größten Stärken?

Caligiuri: Der ausschlaggebende Punkt für meinen Wechsel nach Braunschweig war die Tatsache, dass der Trainer mich eher in der Zentrale sieht. Ich kann meine Stärken im Zweikampf und der Balleroberung dort am besten einbringen.

Wie unterscheidet sich die Trainingsarbeit von Thomas Tuchel und Torsten Lieberknecht?

Caligiuri: Allzu große Unterschiede sind da kaum auszumachen. Beide setzen ähnliche Schwerpunkte. Natürlich hat jeder Trainer Elemente im Training, die er favorisiert. Unter dem Strich liegen die Unterschiede aber im Detail.

Ihr jüngerer Bruder Daniel hat im Sommer ebenfalls den Verein gewechselt. Ihn zog es von Freiburg in ihre unmittelbare Nähe nach Wolfsburg. Wie haben Sie diesen Wechsel bewertet?

Caligiuri: Es war definitiv das Richtige. Er hat den Schritt hinaus aus der Komfortzone Freiburg gewählt, wo er jahrelang gespielt hat. Der Wechsel wird seiner Entwicklung in den kommenden Jahren sehr gut tun.

Wie ist das Verhältnis zu ihm? Stehen Sie ihm in seiner Karriere mit Rat und Tat zur Seite?

Caligiuri: Das machen wir nicht nur untereinander. Jeder hat auch seine vertrauten Ansprechpartner, die uns auf den richtigen Weg führen und unterstützen.

Ein Frage zum Abschluss: Warum schafft Eintracht Braunschweig am Ende der Saison den Klassenerhalt?

Caligiuri: Weil die Tendenz und die Entwicklung der Mannschaft einfach positiv verlaufen. Wir haben einen starken Teamgeist und werden die nötigen Punkte bis zum Saisonende holen, um zumindest auf den Relegationsplatz zu gelangen.

Vielen Dank für das Gespräch.

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