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VfB Stuttgart: Der "Khedira-Effekt" spornt die Mannschaft an

Der Name Khedira weckt bei VfB-Fans große Hoffnungen: Gegen Bayern legte Rani seine Reifeprüfung ab. Zwar stand man letztlich mit leeren Händen da, dennoch gab es Lob.

NACHBERICHT
Aus der Mercedes-Benz-Arena berichtet Lukas Nowak

Vor dem Nachholspiel des 17. Spieltags hatte der VfB Stuttgart einen kurzfristigen Ausfall zu verschmerzen: Ausgerechnet Kapitän Christian Gentner musste aufgrund einer Oberschenkelzerrung passen. Ausgerechnet gegen den FC Bayern München. Für ihn rückte Rani Khedira in die Mannschaft, bildete mit Moritz Leitner die unerfahrene Doppelsechs. Und er wusste bei der 1:2-Last-Minute-Pleite zu überzeugen.

Das ist auch Thomas Schneider nicht verborgen geblieben. Er war mit der Vorstellung seiner Truppe überaus zufrieden: "Wir hatten unglaublich viele junge, deutsche Spieler auf dem Platz." Gleich drei Akteure, Keeper Sven Ulreich, Antonio Rüdiger und Rani Khedira, entstammen der hauseigenen Talentschmiede. Mit Robin Yalcin saß zudem ein weiterer auf der Bank.

Der VfB möchte mit den "Jungen Wilden" an alte Erfolge anknüpfen. Und wenn man im Ländle den Namen Khedira hört, werden zumindest Erinnerungen wach: An die Meisterschaft 2007.

Die Mentalität liegt in der Familie

Durch Rani Khediras Adern fließt das Blut seines "königlichen" Bruders Sami. Vergleiche stehen demnach an der Tagesordnung. "Was beide verbindet, ist ihre überragende Mentalität", sagte Schneider zu Goal. Gegen den Rekordmeister bestritt der Deutsch-Tunesier sein drittes Bundesligaspiel, das zweite von Beginn an.

"Er hat sich durch gute Trainingsleistungen in den letzten Wochen seine Chance verdient." Und diese hat er auch genutzt. Mit einer Laufleistung von 13,3 Kilometern und den meisten intensiven Läufen (110; Quelle: bundesliga.de) war er der mit Abstand laufstärkste Spieler der Partie.

 Jubeltraube nach der Führung: Rani Khedira (re.) freut sich mit der Mannschaft über das 1:0 von Vedad Ibisevic

Übungsleiter Schneider zeigte sich nach dem Spiel begeistert: "Rani hat seine Sache sehr, sehr gut gemacht. Er hat gut gegen den Ball gearbeitet." Nicht nur er hat gegen den Triple-Sieger ein Ausrufezeichen gesetzt, sondern die ganze Mannschaft ließ die Fans durch ihren mutigen und beherzten Auftritt lange an einen Sieg glauben.

Die Mentalität und Ausstrahlung des Abräumers waren auf dem Platz förmlich greifbar. Es kam ein "Khedira-Effekt" auf. Seine Präsenz hat den VfB zur Höchstleistung getrieben. Damit konnte man Bayern lange Paroli bieten, ehe es zur unglücklichen Niederlage durch ein Traumtor von Thiago in der Nachspielzeit kam.

Auch Niederlagen gehören dazu

Selbst Pep Guardiola zeigte sich in der Analyse beeindruckt: "Stuttgart hat 30 Minuten sehr gut gespielt, war aggressiver und hat viele Zweikämpfe gewonnen. Wir hatten Probleme, unsere Linie zu finden", erklärte der Spanier. Seinem Gegenüber war trotz starker Leistung die Enttäuschung anzumerken. "Wir hätten uns einen Punkt verdient", so Schneider: "Wir haben gesehen, wozu die Jungs imstande sind."

Für Talente wie Khedira sind auch solche Niederlagen von großem Wert, um irgendwann die Fußstapfen des Bruders auszufüllen. "Er muss Erfahrung sammeln", bestätigte Schneider. Dazu gehören nun mal Momente wie diese, ganz gleich wie bitter sie am Ende auch sein mögen.

Da sich nun der Abgang von William Kvist anbahnt, steht der weiteren Entwicklung Khediras nichts mehr im Wege. Vielleicht kickt er schon bald an Samis Seite. Wenn nicht auf Vereinsebene, dann zumindest im Nationalteam.

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