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Kaiser: Lewandowski-Kauf ist das Ende für Mandzukic

Für Beckenbauer geht die Zeit des Kroaten beim Rekordmeister zu Ende, den er mittelfristig für kaum bezwingbar hält. Außerdem erklärt er die Weltfußballer-Wahl.

München. Franz Beckenbauer glaubt nicht, dass Mario Mandzukic und Robert Lewandowski in der kommenden Saison zusammen beim FC Bayern München spielen werden. Der Münchner Ehrenpräsident sieht Bayern in naher Zukunft zudem als kaum bezwingbar an, für Franck Riberys Scheitern bei der Wahl zum Weltfußaller gebe es eine einfache Erklärung. Darüber und über das Outing von Thomas Hitzlsperger und die WM in Katar spricht er in einem Interview.

Wenn es nach Beckenbauer geht, endet mit der Verpflichtung von Dortmunds Lewandowski ab der kommenden Saison die Zeit von Mandzukic in München. "Ich glaube, Lewandowski wird einschlagen. Er passt mit seinem mitspielenden Stil eher zu Guardiolas Spielweise als Mandzukic, der ja ein reiner Mittelstürmer ist. Und dann sind da ja noch Mario Götze und Thomas Müller, die auch vorn drin spielen können", führte er in der Welt aus.

Aufgrund des starken Kaders sieht der 68-Jährige kaum Konkurrenz für die Münchner: "Es wird sicher auch in Zukunft schwierig sein, den FC Bayern zu besiegen. Wenn sie sich weiter so kontinuierlich verstärken - und das werden sie -, dann dürfte es keinen anderen Meister geben." Der Klub sei perfekt aufgestellt: "Pep Guardiola als Trainer, Matthias Sammer als Sportdirektor, der den Schlendrian austreibt, ein großer Kader, der die Konkurrenz schürt. Ich sehe keinen echten Grund, warum sich daran in den nächsten Jahren etwas ändern sollte."

Lediglich Dortmund und Wolfsburg seien mittelfristig in Schlagdistanz. "Die Dortmunder werden sich die Alleinherrschaft der Bayern nicht gefallen lassen", ist sich Beckenbauer sicher: "Auch der VfL Wolfsburg rüstet auf. Das wird zwar in den nächsten Jahren noch nicht reichen, aber ich könnte mir vorstellen, dass sie dann den ein oder anderen in der Spitze ablösen können."

"Ribery ganz klar der beste Spieler"

Obwohl der FC Bayern in der Vorsaison alle Titel abräumte, reichte es für Franck Ribery nicht zum Titel des Weltfußballers. Der Münchner Linksaußen landete hinter Lionel Messi und Cristiano Ronaldo - dennoch sieht Beckenbauer keine Verschwörung. Die FIFA habe damit nichts zu tun, vielmehr seien Messi und Ronaldo bei den befragten Trainern, Kapitänen und Journalisten in Südamerika und Asien bekannter. "Das ist schade, denn Ribéry war ganz klar der beste Spieler 2013", betonte der frühere Weltklasse-Libero.

Überrascht zeigte er sich vom Medienansturm durch das Coming-Out von Thomas Hitzlsperger: "Ich habe es als Meldung wahrgenommen und war überrascht über das große Echo. In unserem Land müssten wir doch so weit sein, dass wir damit entspannt umgehen. Ich kenne viele Schwule, aber mich interessiert nicht, ob derjenige schwul ist. Mich interessiert der Mensch und nicht seine sexuelle Ausrichtung."

Daher sei es für ihn bereits diskriminierend, wenn sich jemand outen müsse. "Warum ist das etwas Besonderes und nicht etwas Selbstverständliches?", betonte der Kaiser, zeigte aber gleichzeitig Verständnis dafür, dass sich viele Profis nicht outen: "Die Fans sind ja kein Opernpublikum, manchmal nicht besonders feinfühlig."

"Wenn einer mault, bleibt er zu Hause"

Klappt es im Juli mit dem WM-Titel? "Ich wüsste keine Mannschaft, die besser ist", lobte er das deutsche Team vor der WM im Sommer in Brasilien und ließ auch keine Ausreden aufgrund des Wetters zu: "Die WM findet im südamerikanischen Winter statt. Da ist es im Norden sicher heiß, zum Beispiel in Manaus. Aber im Süden nicht."

Am Ende sei es eine Sache der Einstellung: "Mit etwas Energie und Willensstärke kannst du alles schaffen. Ich glaube, in der Mannschaft ist das kein Thema. Bei uns ist es im Sommer doch auch mal 25 bis 30 Grad. Heißer wird es da drüben auch nicht werden."

Zur Weltmeisterschaft 2022 in Katar hat Beckenbauer seine ganz eigene Meinung. Nach wie vor wird diskutiert, ob das Turnier aufgrund der hohen Temperaturen im Winter ausgetragen wird. "Du hast acht Jahre Zeit, dich darauf vorzubereiten und das eine Jahr die Ligen ein bisschen anders spielen zu lassen", so die Bayern-Legende: "Ich finde, wenn einer mault, dann bleibt er zu Hause, dann findet die WM eben ohne ihn statt."

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