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Dortmund-Trainer Jürgen Klopp spricht über seinen Beruf, Emotionen am Spielfeldrand und Zlatan Ibrahimovic. Und: Ist der BVB wirklich "Klein-Bayern"?

Dortmund. Platz zwei in der Bundesliga, in der Champions League - und bei der Wahl zum Welttrainer. Trainer Jürgen Klopp kann mit Borussia Dortmund auf ein sehr erfolgreiches Jahr zurückblicken, wenn auch ohne Titel.

Was er am Trainerjob trotzdem nicht mag, woran die Schwächephase des BVB liegt, und wie es mit seinen Emotionen am Spielfeldrand weitergehen soll, verriet er nun in einem Interview. Und was ist eigentlich mit Zlatan Ibrahimovic?

Sein Vertrag in Dortmund läuft noch bis 2018, Sorgen um seine Zukunft muss sich Klopp also nicht machen. Das weiß er zu schätzen, wie er im Interview mit der Welt betonte: "Mir hat noch nie jemand gesagt: 'Wenn jetzt nicht gewonnen wird, bist du weg.' Das ist außergewöhnlich." Er habe bei Mainz 05 und dem BVB "Glück gehabt": "Du kannst eine Topmannschaft und ein Top-Trainerteam haben - aber wenn die Vereinsverantwortlichen Vollpfosten sind", habe man "keine Chance".

Dass viele seiner Kollegen weniger rosige Zeiten erleben, ist ihm bewusst. "Der Trainerjob kann ein Drecksjob sein. Er ist für viele Kollegen ein Schleudersitz: Bevor sie zeigen konnten, was sie draufhaben, sind sie wieder weg vom Fenster", erklärte der 46-Jährige. Deshalb sei er dankbar für seinen Job bei den Schwarz-Gelben: "Mich muss niemand fragen, bei welchem Verein ich gerade bin. Jeder weiß, wo ich hingehöre."

Wahrnehmung als "Klein-Bayern" hat geschockt

Mit seiner Truppe kämpft Klopp derzeit um den zweiten Platz in der Bundesliga - die Bayern sind wohl erneut enteilt. "Vielleicht hat uns zum Schluss etwas die Konzentration gefehlt", gibt der Übungsleiter zu, erklärte aber auch: "Wir sind ins Achtelfinale der Champions League eingezogen ohne sieben verletzte Spieler. Das ist außergewöhnlich."

Dabei arbeite mittlerweile ein ganz besonderer Umstand gegen das Team. "Wir wurden ja wie 'Klein-Bayern' gesehen", erinnert sich Klopp. Das habe die Gegner ganz besonders motiviert - und ihn "geschockt. Denn wenn bei uns nicht alles klappt, sind wir sofort schlagbar. Das ist eben der Unterschied zu Bayern."

"Uns werden ständig Stürmer angeboten"

Im Vergleich zum Rekordmeister aus München - und auch zu anderen Champions-League-Achtelfinalisten fehle eben immer noch ein ganzes Stück: "Denn wenn die anderen, was die Spielergehälter angeht, mal richtig was raushauen, können wir einfach nicht mithalten." Das mache es auch schwieriger, Abgänge wie die von Mario Götze oder Robert Lewandowski aufzufangen. "Uns werden ständig gute Stürmer angeboten", so Klopp: "Aber viele der Jungs haben Gehälter, die wir einfach nicht zahlen können."

Auch deshalb sei das Angebot von Zlatan Ibrahimovic, umsonst zum BVB zu wechseln, natürlich nur als Scherz aufzufassen. Es sei im Gegenzug "spannend", gute Stürmer zu entdecken, "über die im Moment noch kaum gesprochen wird" - aber eben auch "schwierig".

Klopp bedauert Ausraster

Für Schlagzeilen sorgen immer wieder Klopps Aktionen am Spielfeldrand, wenn er sich mit dem Schiedsrichter und Offiziellen anlegt. "Ich bin ein emotionaler Trainer, und die Mannschaft hat auch ein Recht darauf, dass ich sie emotional coache", verdeutlichte er, weiß aber auch um seine Vorbildfunktion. Trotzdem störe ihn "diese extreme Wahrnehmung. Erst finden alle Medien einen emotionalen Trainer großartig. Bist du dann zu emotional, heißt es gleich: ab in den Knast!"   

Er wolle kein "guter Verlierer" sein, erklärte er. "Der Punkt ist: Ich war in meinem Leben noch nie ein schlechter Verlierer", betonte er in Bezug auf das verlorene Finale in der Königsklasse und den verpassten Aufstiegen mit Mainz. Versprechen könne er nicht, dass es nie wieder zu Ausrastern kommt, sei aber durchaus selbstkritisch. Trotzdem werde es einen "stromlinienförmigen" Jürgen Klopp nie geben: "Weil ich weiß, dass ich das gar nicht kann."

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