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Er führte den BVB in die Weltspitze und weckte Begehrlichkeiten. Dennoch bekennt sich Klopp zu "seinem Ding" - hunderte Millionen werde man niemals in den Kader pumpen.

DortmundJürgen Klopp blickt mit mächtig Stolz auf die vergangenen Jahre mit Borussia Dortmund zurück. Dank der Erfolge hätte er zu zahlreichen Vereinen wechseln können. Mit Blick auf den Beinahe-Kollaps des Vereins vor einigen Jahren will er auch in Zukunft keine riesigen Transfers, sondern spielerische Lösungen finden.

"Wir haben in den letzten drei Jahren etwas geschafft, was es vorher im Weltfußball schon lange nicht mehr gegeben hat. Wir haben aus dem Nichts eine eigene europäische Spitzenmannschaft gebaut", sagte Klopp dem Kicker: "Die halbe Welt versucht so zu spielen wie wir, seitdem wir damit so erfolgreich waren. Das ist ein Fakt."

Demnach würden sich "alle Scheichs dieser Welt fragen: Warum gebe ich meinem Klub 500 Millionen, wenn am Ende doch keine bessere Mannschaft herauskommt als diese Dortmunder?", so Klopp weiter.

"Dortmund ist unser Ding"

Allerdings räumte er ein, dass seine Mannschaft in der Hinrunde nicht immer wie gewünscht funktioniert hat. Einen Grund sieht er im Verletzungspech: "Uns haben die Automatismen gefehlt. Wenn sie sitzen, ist unser Plan der richtige."

Klopp erklärte weiter, dass er aufgrund der Erfolge der letzten Jahre bequem bei einem anderen Top-Klub hätte arbeiten können: "Mein Trainerteam und ich hätten nur den Finger heben müssen. Wir hätten überall hingehen können."

Dass er und sein Stab im vergangenen Herbst beim BVB vorzeitig bis 2018 verlängert haben, war für ihn ein Bekenntnis zu seiner Aufgabe in Westfalen: "Das hier in Dortmund ist unser Ding, eine ganz verschworene Geschichte. Ich empfinde eine große Verantwortung für das, was hier passiert."

Keine Superstar-Transfers

Dass der BVB auf dem Transfermarkt künftig in allerhöchste Sphären vorstößt, schließt Klopp aus: "Es wird da niemand vom Weg der wirtschaftlichen Vernunft abweichen. Allen, die uns jetzt zu größeren Investitionen auffordern, um mit den Bayern oben wegzuziehen und die anderen angeblich auf Jahre zu distanzieren, sage ich: Herzlichen Glückwunsch."

Klopp begründete: "Wenn wir das tun, hustet Martin Winterkorn als Vorstandsvorsitzender von Volkswagen einmal, und schon steht Wolfsburg wieder neben uns." Der BVB-Weg bestehe darin, "sportlich ständig nach Lösungen zu suchen" und den Verein parallel wirtschaftlich zu stabilisieren. "Irgendwann wird das dann auch wieder maximal belohnt werden."

Der Unterschied zu Bayern

Kurzfristig sieht Klopp ohnehin kein Vorbeikommen am FC Bayern. Das hänge auch mit dem Standing zusammen, dass sich der amtierende Champions-League-Sieger in den letzten 18 Monaten erarbeitet hat: "Gegen Bayern München erstarren alle in Ehrfurcht."

Gegenüber der Borussia sei die Haltung eine andere: "Uns gratulieren sie zum letzten Champions-League-Auftritt, und dann geben sie Vollgas. Wir gelten als der schlagbare Gegner, an dem man sich hochziehen kann. Das ist unsere eigene Schuld, war aber auch unserer Situation geschuldet."

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