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Die Rheinhessen haben 7,5 Millionen Euro in drei asiatische Spieler investiert. Und diese Investitionen scheinen sich schon bald amortisiert zu haben.

NACHBERICHT
Aus der Mercedes-Benz-Arena berichtet Lukas Nowak

Einmal die 13, die 23 und die 24, bitte. So lautete wohl die Bestellung von Thomas Tuchel im Vorfeld des Spiels gegen den VfB Stuttgart. Damit sind die drei asiatischen Profis des FSV Mainz 05 gemeint. Mit dem Japaner Shinji Okazaki (Rückennummer 23) und dem Koreaner Joo-Ho Park (Rückennummer 24) wurden zwei der Bestellungen von Beginn an "heiß ausgeliefert". Ja-Cheol Koo (Rückennummer 13), Neuzugang des VfL Wolfsburg, kam zwar später in die Partie, doch auch seine Leistung hat dem Trainer geschmeckt.

Gleich von Beginn an setzten Okazaki und Park offensive Akzente und schickten nach einer gemeinsamen Kombination Yunus Malli in den Strafraum der Schwaben (4.). Okazaki ließ sich dabei zumeist ins Mittelfeld fallen, um Bälle zu erobern, das Offensivspiel anzukurbeln. Park beackerte indes seine linke Abwehrseite unermüdlich. Bezeichnend dafür eine Szene in der 39. Minute.

Nach einem langen Sprint flankte er punktgenau in den Lauf Okazakis. Der 1,74-Mann wuselte sich gegen beide Stuttgarter Innenverteidiger durch und setzte einen sehenswerten Seitfallzieher neben das Tor.

Torverbot nicht eingehalten

Stuttgarts Japaner Gotoku Sakai sprach seinem Landsmann Okazaki im Vorfeld der Partie ein "Torverbot" aus, nachdem der schon beim 3:2 im Hinspiel einen Treffer markiert hatte. Doch ausgerechnet er servierte Okazaki die Vorlage zum 1:1-Ausgleich. Nach einem missglückten Seitenwechsel flankte Moritz in den Lauf seines Kollegen, der im Zweikampf mit Sakai und dem herauseilenden Sven Ulreich die Oberhand behielt und locker einschob.

"Komisch" sei es, in der alten Heimat zu treffen, beschrieb Okazaki die Szene nach Schlusspfiff. Wegen der "gemischten Gefühle" und wahrscheinlich auch aus Respekt dem Ex-Verein gegenüber jubelte er nicht. Auch im defensiven Bereich war sich der Mainzer Top-Torjäger (neun Tore) für nichts zu schade. So klärte er auch in der ersten Halbzeit noch am eigenen Sechzehner (44.).

 Respektvoll: Shinji Okazaki jubelte nach seinem Treffer gegen den Ex-Klub nicht ausufernd

Nach 59 Minuten wurde dann auch die Nummer 13 geliefert. Mit Verspätung aber dennoch "heiß" kam Koo für Malli in die Partie. Zeitgleich wurde Elkin Soto durch Junior Diaz ersetzt, was bewirkte, dass Park auf die Doppelsechs rückte. Nach etwas Anlaufzeit kam auch der teuerste Neuzugang der Vereinsgeschichte richtig in Fahrt.

In der 87. Minute erkämpfte er sich 35 Meter vor dem Tor den Ball, leitete ihn zum zuvor eingewechselten Benedikt Saller weiter. Direkt danach bekam Park erneut das Leder und behielt die Übersicht im Gegensatz zur Stuttgarter Hintermannschaft. Die Schwaben rechneten mit dem Ball auf links, doch Park wusste mit einem genialen Pass zu überraschen. Aus spitzem Winkel überwand Saller schließlich Ulreich.

Geis: "Unglaubliche Ballsicherheit sowie Technik"

Koo war nach dem Spiel glücklich: "Ich freue mich", gab er auf Deutsch zu und wusste um den Stellenwert seines beherzten Einsatzes vor dem entscheidenden Tor: "Es war wichtig für die Mannschaft." Gleichzeitig bewertete er seine Leistung nicht über: "Wir haben drei Punkte und das ist wichtig." Beachtlich: Er gewann nach seiner Einwechslung satte zehn Zweikämpfe (Pospech 15, Okazaki 14, Park 13).

 Ja-Cheol Koo hatte gegen den VfB den Ball zumeist fest im Blick

Auch Kollege Park hatte mit 68 Prozent gewonnener Zweikämpfe und der Vorlage entscheidenden Anteil am Sieg der Mainzer. In der Nachspielzeit kombinierten sich die Koreaner noch einmal sehenswert Richtung Tor. Gemeinsam konnten sie den Ball behaupten und entscheidende Sekunden von der Uhr nehmen. Johannes Geis war danach voll des Lobes für Neuzugang Koo: "Er hat eine unglaubliche Ballsicherheit sowie Technik", staunt er und fügt an: "Vom Charakter her ist er ein toller Typ." So klingt also die Vorfreude des deutschen U21-Nationalspielers auf die weitere Zusammenarbeit.

In Stuttgart servierten die Mainzer erstmals japanisch und koreanisch. Und nicht nur dem Trainer wird das geschmeckt haben. Die hohen Investitionen rentieren sich spätestens dann, wenn sich Mainz durch weitere überzeugende Auftritte für das internationale Geschäft qualifizieren sollte. Man darf gespannt sein, ob den kommenden Gegnern asiatisch auch so auf den Magen schlägt wie dem VfB.

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