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Rummenigge sieht Liga als Vorbild: "Bundesliga wirtschaftet gut!"

Bayerns Vorstandsboss steht den Millionentransfers kritisch gegenüber. Er bemängelt die unehrlich Wirtschaftspolitik der Elite - und würde die Bundesliga auf Weltreise schicken.

München. Der FC Bayern München ist derzeit das Maß aller Dinge in Europa. Nicht nur in sportlicher, sondern auch in finanzieller Hinsicht sieht Karl-Heinz Rummenigge die deutsche Eliteklasse in einer Vorbildfunktion: "Die Bundesliga wirtschaftet gut."

"Wir geben nicht mehr aus, als wir einnehmen", erklärte der FCB-Vorstandsvorsitzende gegenüber der Welt die simple wie logische Vorgehensweise. "Im Ausland macht man lieber 30 oder 40 Millionen Minus und holt einen Titel." Deshalb kritisierte er die Wirtschaftspolitik der Konkurrenz auf einer Podiumsrunde: "Wenn in Südeuropa ein Euro eingenommen wird, dann werden immer zwei Euro verrechnet."

In der Bundesliga sieht Rummenigge ein "wunderbares Beispiel für bezahlbaren Fußball". Den Weg der Seriosität solle man nicht verlassen. Das belegen auch die Zahlen der Deutschen Fußball Liga (DFL), die kommende Woche den neunten Umsatzrekord in Folge verkünden wird.

"Trotzdem reicht das Geld nicht"

Zwar sei die Premier League an der Spitze des Organigramms "Fußballligen", doch die Einnahmen von 120 Millionen Euro mehr Medienerlöse als in der vergangenen Saison unterstreiche die wirtschaftliche Explosion der Bundesliga und das gestiegene Ansehen im Ausland. Dennoch sei weiterhin Potenzial vorhanden, das es auszuschöpfen gilt.

"Die Trainer wollen im Sommer nicht weg, doch die Vereine müssen in die Welt hinaus", so Rummenigge. "Wenn wir die Bundesliga erst Ende August beginnen lassen, schaffen wir den Spagat." Denn im Vergleich zu anderen großen Ligen nimmt man den Spielbetrieb bislang vergleichweise früh auf.

SO GEHT'S WEITER
Bayerns anstehende Aufgaben
24.01. Borussia M'Gladbach (A)
29.01. VfB Stuttgart (A)
02.02. Eintracht Frankfurt (H)
08.02. 1. FC Nürnberg (A)
11.02. Hamburger SV (A)
15.02. SC Freiburg (H)

Eine Verlagerung nach hinten auf Ende August könnte den Rückstand auf die Premier League durch mehr TV-Gelder und Werbedeals im Ausland verringern. Während die Deutschen derzeit auf 71,6 Millionen Euro jährlich aus der Auslandsvermarktung kommen, kassieren die Briten 562 Millionen Euro.

Rummenigge sieht die Zeit gekommen, dass die Bundesliga sich etwas aus der Komfortzone herausbegibt: "Die Klubs können ins Ausland und die Trainer können trotzdem eine vernünftige Vorbereitung absolvieren. Es wären zwei Wochen mehr Zeit und die Spieler haben keine Ausreden."

Bundesliga reagiert offen

Dazu forderte der 58-Jährige zu einem generellen Umdenken auf: "Wir haben 15 Jahre gewartet, dass uns die Früchte von selbst in den Mund fliegen, dafür muss man arbeiten, die Welt mit Reisen befruchten." Der Vorstoß stieß bei mehreren Vertretern der Bundesliga auf ein positives Echo.

Vor allem VfB-Manager Fredi Bobic wusste bei Bild vom positiven Effekt des jüngsten Wintertrainingslagers der Stuttgarter zu berichten: "Für uns war die Reise nach Südafrika Gold wert. Und sicher hat auch die DFL von unserer Präsenz profitiert."

Borussia Dortmunds Präsident und DFL-Präsident Reinhard Rauball sieht insbesondere in China und den USA "Riesen-Märkte für die Bundesliga". Leverkusens Sportdirektor Rudi Völler wurde weniger konkret, ist aber grundsätzlich offen für Rummenigges Idee: "Wenn's zeitlich passt, warum nicht?"

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