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FC Schalke 04: Derby-Verbot für BVB-Ultras, Jäger verurteilt Krawalle beim 1. FC Köln

Knapp 500 Anhänger, die beim letzten Ruhrderby negativ auffielen, werden mit einem Stadionverbot bis 2019 belegt. Das Verbot betrifft die gesamte Anlage der Veltins-Arena.

Gelsenkirchen/Köln. Der FC Schalke 04hat ein deutliches Zeichen gegen Rowdytum im Fußball gesetzt: Der Bundesligist verhängte nach eigenen Angaben 498 Stadion- und Geländeverbote gegen Randalierer bis zum 30. Juni 2019. Damit wurden die Krawalle beim Revierderby gegen Borussia Dortmund am 26. Oktober 2013 geahndet. Bei den knapp 500 Randalierern waren damals die Personalien festgestellt worden. Zudem wurden 31 bundesweite Stadionverbote ausgesprochen.

NRW-Innenminister Ralf Jäger hat derweil die Fußball-Chaoten, die sich am Samstag vor dem Testspiel 1. FC Köln-Schalke 04 in der Kölner City eine wüste Prügelei mit einem Schwerverletzten geliefert hatten, an den Pranger gestellt. "Die brutalen Krawalle sind schockierend. Das sind keine Fußballfans, sondern Straftäter. Gegen diese muss unsere Polizei weiterhin konsequent vorgehen", sagte Jäger Sport Bild Plus.

Jäger will Schulterschluss

Der 52 Jahre alte SPD-Politiker ergänzte: "Gleichzeitig brauchen wir den Schulterschluss zwischen der Polizei, den Vereinen und den Millionen friedlichen Fans. Wir haben das gemeinsame Interesse, Gewalttäter und Chaoten vom Fußball fernzuhalten. Ich will nicht, dass diese kleine Gruppe der Schläger und Randalierer das fantastische Erlebnis Fußball zerstört. Sie dürfen Fußball und Fankultur nicht länger für ihre Gewalt missbrauchen."

Jäger ist seit dieser Woche auch Vorsitzender der Innenminister-Konferenz (IMK). Er setzt sich für ein neues Konzept gegen bundesweit agierende Gewalttäter bei Fußballspielen ein. Danach sollen alle Länder gemeinsam diese "mobilen Intensivtäter gezielt und nachhaltig verfolgen".

Schalke 04 teilte dem BVB die geplanten Maßnahmen bereits im Vorfeld mit: "Über die grundsätzliche Reaktions-Stoßrichtung des FC Schalke wussten wir seit Ende des Jahres Bescheid, konkret sind wir am Donnerstag informiert worden", so der BVB-Pressesprecher Sascha Fligge. "Es gibt einen Derby-Arbeitskreis mit Mitgliedern aus beiden Vereinen, der regelmäßig tagt und durch den beide Klubs in einem professionellen Austausch miteinander stehen."

Wie die Ruhr Nachrichten vermelden, gilt das Verbot für den gesamten Bereich der Anlage. Bei Zuwiderhandlung drohen die Königsblauen angeblich mit einem Strafantrag wegen Hausfriedensbruchs. Der FC Schalke 04 will sich am Montag offiziell zu dem Verbot äußern.

BVB verurteilt die Ausschreitungen

Von Seiten des Erzrivalen erhalten die Schalker in dieser Angelegenheit Unterstützung. Eine Pauschalstrafe, wie sie häufig in Fanforen der Dortmunder im Internet verurteilt wird, sieht der BVB-Sicherheitsexperte Kai Ruben nicht: "Für uns ist das keine Pauschalstrafe. Es handelt sich bei den knapp 500 Personen um eine Gruppe, die schon auf der Anreise zum Derby an einem Essener Bahnhof mit der Polizei in Berührung kam und nach den Ermittlungen vor Ort auch an den Vorgängen im Stadion aktiv oder duldend beteiligt war.

Welche Maßnahmen der Verein einleiten wird, steht zurzeit noch nicht fest. BVB-Sprecher Sascha Fligge versichert: "Wir werden das intern auf allen Ebenen besprechen und unaufgeregt, aber zielorientiert handeln. Borussia Dortmund verurteilt solche Ausschreitungen aufs Schärfste. Sie gefährden auch Unbeteiligte und haben im Fußball nichts, aber auch gar nichts zu suchen."

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