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Der Torhüter wurde zum Welttorhüter 2013 gekürt. Die Kriterien der inoffiziellen Wahl der International Federation of Football History und Statistics (IFFHS) sind umstritten.

Doha. Manuel Neuer wurde mit Gratulationen überhäuft. Seine Kollegen bei Bayern München spendeten dem Welttorhüter 2013 schon am Dienstag vor dem Abendessen im noblen Grand Heritage Doha kräftig Applaus. Die ehemaligen Mitspieler bei Schalke 04, denen der 27-Jährige am Mittwochvormittag einen Besuch abstattete, beglückwünschten ihn ebenso. Nur einer fehlt bislang. Titan Oliver Kahn, der letzte deutsche Torhüter, dem 2002 diese Ehre zu Teil geworden war. "Ich glaube, er hat meine Telefonnummer gar nicht", sagte Neuer schmunzelnd in einem Pressegespräch.

Als er am Dienstagabend durch einen Reporter von seiner Auszeichnung erfahren hatte, war der Fußball-Nationalkeeper erst einmal sprachlos. Die Nachricht der Kür zum weltbesten Schlussmann des vergangenen Jahres hatte Neuer im Trainingslager in Katar vollkommen überrascht. Für ihn ist es "etwas ganz Großes", wie er sagte: "Ich habe mich riesig gefreut".

"Freue mich mehr über Mannschaftspreise"

Den Preis wollte Neuer dennoch irgendwie nicht nur für sich allein beanspruchen. Seinen Kollegen, ergänzte er, habe er den Titel zu einem wesentlichen Teil zu verdanken. Schließlich hätte sich der gebürtige Gelsenkirchner ohne das grandiose Triple-Jahr des Rekordmeisters auch keine so exponierte Position erarbeiten können. "Wenn ich irgendwo anders gespielt hätte als beim FC Bayern, wäre es nicht dazu gekommen", sagte er. Und überhaupt freue er sich noch mehr über Titel, "die man gemeinsam erreicht".

Bei den Bayern stehen möglicherweise in den kommenden Tagen noch so einige Ehrungen ins Haus - auch für Neuer. Gemeinsam mit Franck Ribéry und Philipp Lahm startet er am Sonntag vom Persischen Golf aus nach Zürich zur Weltfußballer-Gala. Beim Ballon d'Or am Montag könnte es Neuer wie seine Mitspieler in die Weltelf schaffen, Ribéry zudem den großen individuellen Pokal abräumen. "Ich hoffe, dass ich nicht der Einzige bin, der einen ausgeben muss", sagte Neuer.

Deutlicher Vorsprung

Bei der inoffiziellen Wahl der International Federation of Football History und Statistics (IFFHS) hatte er sich mit deutlichem Abstand unter anderem gegen Gianluigi Buffon von Juventus Turin und Petr Cech vom FC Chelsea durchgesetzt. Jedoch sind die Kriterien und der Stellenwert der Auszeichnung seit Jahren umstritten.

Nach Angaben der IFFHS haben Redakteure und Experten aus 70 Ländern abgestimmt. Die IFFS ist eine Vereinigung, die der im vergangenen Jahr verstorbene Deutsche Alfredo Pöge 1984 in Leipzig gründete. Mit Transparenz stand dieser zeit seines Lebens auf Kriegsfuß. Niemand in der Öffentlichkeit wusste und weiß bis heute, auf welcher Basis die IFFHS ihre Preise vergibt. Neuer ("Ich weiß sehr wenig darüber") kennt die Hintergründe der Vergabe ebenfalls nicht, wahrscheinlich ist es ihm gerade auch reichlich egal.

Erbe von Casillas

In den vergangenen fünf Jahre hatte jeweils der Spanier Iker Casillas von Real Madrid die Nase vorn, doch der steht im Gegensatz zu Neuer nicht mehr im Mittelpunkt. Für den Prototyp des modernen Schlussmanns soll die Ehrung aber nur der Beginn eines weiteren Erfolgsjahres sein. Denn über dem individuellen Titel thront himmelweit die Sehnsucht nach einem WM-Triumph mit der DFB-Auswahl im Sommer in Brasilien. "Es wäre ein Traum, wenn wir das schaffen könnten".

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