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Trotz hoher Altlasten sei die "Marke Schalke" kerngesund und für die Zukunft bestens gerüstet. Aufsichtsratsboss Tönnies sehnt daher die Erfüllung eines Traums herbei.

Gelsenkirchen. Der Aufsichtsratsboss des FC Schalke 04, Clemens Tönnies, sieht seinen Verein trotz eines Schuldenbergs von 172 Millionen Euro gut aufgestellt. Die Meisterschaft sei in den nächsten drei bis fünf Jahren allerdings an den FC Bayern vergeben. Trotzdem träumt Tönnies weiterhin vom Titel.

Tönnies räumte in einem Interview mit der Welt am Sonntag ein, dass die Königsblauen derzeit 172 Millionen Euro Schulden haben. Die Situation auf Schalke sei trotzdem keineswegs bedenklich.

"Dagegen steht das Stadion, das Vereinsgelände, das Team. Wir haben alle Einnahmequellen in der eigenen Hand, zum Beispiel die Marketingrechte, die andere Klubs verhökert haben. Schalke ist kerngesund", sagte der 57-Jährige.

Tönnies möchte Schalke möglichst noch während seiner Ära schuldenfrei machen: "Das ist mein großes Ziel. 2017/2018 haben wir das Stadion abbezahlt, wodurch unser Etat um jährlich 12 Millionen Euro entlastet wird. Dann stehen wir noch besser da."

"Die Marke Schalke hat Glanz"

Der Fleischfabrikant ärgert sich über das seiner Meinung nach falsche Bild, das von den Königsblauen in der Öffentlichkeit gezeichnet werde. Es sei nicht wahr, dass Schalke aus wirtschaftlichen Gründen unbedingt jedes Jahr Champions League spielen müsse.

"Die Marke Schalke hat Glanz. Wir haben in den vergangenen vier Jahren 80 Millionen Euro Schulden abgebaut. Neun Spieler aus dem eigenen Nachwuchs spielen derzeit in der Profimannschaft. Und wir schaffen in den nächsten drei, vier Jahren ein nahezu einzigartiges Trainingsgelände. Das sind Fakten, vor denen allerdings all jene die Augen verschließen, die Schalke nur als ewig klammen Verein sehen wollen", so Tönnies.

Laufende Saison enttäuschend

Diese Saison läuft für den Verein aus Gelsenkirchen allerdings äußerst holprig. Zwar steht Schalke im Achtelfinale der Königsklasse, das Aus im DFB-Pokal-Achtelfinale und vor allem Platz sieben in der Liga sind aber nicht der Anspruch der Schalker.

"Der aktuelle Tabellenplatz spiegelt nicht das Leistungsvermögen der Mannschaft wider", räumte Tönnies ein. Er schaue in der Rückrunde dennoch nur nach oben: "An unten denke ich nicht."

Tönnies: Haben Keller nicht geschwächt

Zuletzt gab es aufgrund der mäßigen sportlichen Entwicklung wieder große Diskussionen um Trainer Jens Keller. Erst schien der 43-Jährige seinen Job los zu sein und von Thomas Schaaf abgelöst zu werden, nun darf er offenbar doch zumindest bis zum Ende der Spielzeit weitermachen. Tönnies und Sportvorstand Horst Heldt wurden wegen des Umgangs mit Keller teils heftig kritisiert.

"Von uns hat niemand den Trainer geschwächt. Von mir haben Sie noch nie ein schlechtes Wort über Jens Keller gehört, und unser Sportvorstand Horst Heldt hat sich immer unheimlich fair verhalten", wehrte sich Tönnies.

Und der gebürtige Rhedaer erklärte zum Thema Schaaf: "Schalke ist eine Topadresse, da gibt es fast automatisch Kontakt zu vielen guten Trainern. Wenn ich mir jedoch die Zeitungen anschaue, haben wir angeblich so ziemlich mit jedem Trainer der Bundesliga verhandelt und waren uns schon mit vielen einig. Unser Trainer heißt aber unverändert Jens Keller."

Der Traum von der Meisterschaft

Ob mit der jetzigen Mannschaft und Keller in den kommenden Jahren die Meisterschaft gewonnen werden kann, daran hat aber auch Tönnies große Zweifel. Der Grund: Der FC Bayern ist viel zu dominant.

"Natürlich sind sie derzeit bärenstark, und ich glaube, dass die Meisterschaften der nächsten drei bis fünf Jahre vergeben sind", meinte Tönnies: "Aber dann kommt wieder ein Wandel."

Und wenn dieser Wandel eintritt, dann wollen die Schalker bereit sein. Denn nicht nur alle Fans, sondern auch Tönnies träumt weiterhin von der ersten Meisterschaft seit 1958. "Natürlich träume ich davon. Und das wird auch nicht aufhören. Das ist der unendliche Traum der Schalker. Er wird irgendwann in Erfüllung gehen, davon bin ich überzeugt", so Tönnies.

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