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"Wahnsinn": Bei Werder-Trainer Robin Dutt kullerten fast die Tränen

Der SVW hat mit dem überraschenden 1:0 gegen Leverkusen einen versöhnlichen Hinrundenabschluss gefeiert. Besonders dem Trainer war die Erleichterung anzumerken.

Bremen. All die Häme und der ganze Spott der vergangenen Wochen hatten ihre Spuren hinterlassen. Robin Dutt saß nach dem überraschenden Sieg gegen Bayer Leverkusen (1:0, 0:0) etwas zusammengekauert auf seinem Stuhl. Der Trainer von Werder Bremen sah müde aus, abgekämpft - aber glücklich. Nach dem so wichtigen Triumph, mit dem Werder eine eigentlich völlig verkorkste Hinrunde doch noch irgendwie gerettet hatte, fiel der ganze Druck von ihm ab.

"Ich bin jetzt sechs Monate hier, die sich aber wie sechs Jahre anfühlen", sagte Dutt. Es fehlte nicht viel, und dem 48-Jährigen wären die Tränen in die Augen geschossen. Er freue sich riesig für die Mannschaft und die Fans über dieses "tolle Trostpflaster" nach einem so "schwierigen Jahr für Werder. Was hier in Bremen abläuft, gibt es nicht so oft in der Bundesliga. Das ist Wahnsinn."

Fans geben der Mannschaft Kraft

Die Werder-Anhänger hatten ihre Lieblinge während der 90 recht unansehnlichen Minuten immer wieder nach vorne geschrien. Hinterher genossen Siegtorschütze Santiago Garcia (74.) und Dutt ein ausgiebiges Bad in der Menge, der Rest der Mannschaft tollte als Weihnachtsmänner verkleidet über den Rasen und ließ sich feiern.

"Wie uns alle am Ende eines so schwierigen Jahres angefeuert haben - mir fehlen wirklich die Worte. Die Fans haben uns über dieses schwierige halbe Jahr getragen", sagte Dutt: "Sie waren auch eine Quelle, aus der wir Kraft schöpfen konnten."

Reaktion nach zwei Niederlagen

Ausgerechnet gegen seinen Ex-Klub, bei dem er im Frühjahr 2012 noch kläglich gescheitert war, feierte Dutt den Befreiungsschlag. Als Tabellenelfter mit nun 19 Punkten auf dem Konto sollten die Hanseaten erst einmal nichts mehr mit dem Abstiegskampf zu tun haben. Aber noch viel wichtiger: Grün-Weiß zeigte nach den so desaströsen Auftritten zuletzt gegen den FC Bayern (0:7) und bei Hertha BSC (2:3) eine Reaktion.

"Die Mannschaft hat eine Gabe, die nicht viele Teams haben. Egal, nach welchem Rückschlag", sagte Dutt fast liebevoll, vergaß aber auch nicht zu mahnen: "Alle wissen, dass wir noch viel Arbeit vor uns haben."

Über den Kampf zum Sieg

Denn vom alten Glanz ist Werder so weit entfernt wie Bremen vom Nordpol. Der einstige Double-Gewinner spielte alles andere als schön - aber das war in der jetzigen Situation auch nicht zu erwarten. Dafür kämpfte Werder, sie ackerten und warfen sich in jeden Ball.

Dass es am Ende zu drei Punkten reichte, war den Unzulänglichkeiten Leverkusens zu verdanken - und dem Einsatz der Bremer. Werder-Spieler rannten vier Kilometer mehr als die mehrfach belasteten Leverkusener. Zudem glänzte Aaron Hunt im Mittelfeld, Sebastian Prödl hielt die sonst so löchrige Abwehr zusammen. "Wir wollten eine Reaktion zeigen, und das haben wir gegen einen guten Gegner auch getan", sagte Hunt.

Die letzten Worte blieben Dutt vorbehalten: "Frohe Weihnachten!"

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