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Beim HSV kann man über die Bilanz der Hinrunde nicht zufrieden sein. Darum wollen und werden von Marwijk und Kreuzer die Winderpause nutzen, kräftig auszumisten. Wen trifft es?

Hamburg. Sie haben ihre Profis gestreichelt, sie haben sie angestachelt. Sie haben über ihre Mentalität geflucht - und sie stehen kurz vor dem Ende der Hinrunde mit einer ernüchternden Bilanz da. Für Sportdirektor Oliver Kreuzer und Trainer Bert van Marwijk vom Hamburger SV ist es an der Zeit, Tacheles zu reden. Am Mittwoch traf sich das sportliche Führungsduo des Bundesliga-Dinos laut der Bild-Zeitung zur schonungslosen Kader-Analyse. Schon jetzt gehen beide das große Personalpuzzle an, das sie spätestens im Sommer zusammensetzen müssen. Auch prominente Spieler zittern.

Selbst im Falle eines Sieges gegen den FSV Mainz 05 am Samstag (ab 15.30 Uhr) sei er überhaupt nicht zufrieden mit der Bilanz nach den ersten 17 Spielen der Saison, sagte Kreuzer: "Wir waren in der Hinrunde zu schwankend, konnten gute Leistungen nicht über mehrere Wochen konservieren." Insbesondere vor eigenem Publikum stimmt die Ausbeute nicht.

Erst zwei Duelle im Volkspark haben die Hanseaten in dieser Saison für sich entschieden, da ist es wenig verwunderlich, dass die Europapokalplätze mal wieder in weite Ferne gerückt sind. Jahr für Jahr hechelt der HSV seinen Zielen hinterher und ist am Ende meist chancenlos. Doch damit reicht es van Marwijk und Kreuzer.

Deutliche Worte beim HSV

Mit immer deutlicheren Worten lassen sie ihrem Unmut über die Mentalität der Mannschaft freien Lauf. In Hamburg habe man sich an eine gewisse Selbstgefälligkeit nach einigen guten Spielen bereits gewöhnt, sagte van Marwijk nach dem 0:1 gegen den FC Augsburg. "Das kann doch nicht wahr sein", motzte er und kritisierte, dass einige "eingeschlafen" seien und er "wachrütteln" müsse. Nach der 1:3-Niederlage bei Bayern München polterte auch Kreuzer los. "Die Mannschaft muss lernen, Woche für Woche am Limit zu spielen. Das muss in die Köpfe rein. Mit angezogener Handbremse zu spielen und ein bisschen dominant, das geht nicht. Da reicht unsere Qualität nicht aus", schimpfte der 48-Jährige.

Grund genug, schon jetzt das Spieler-Portfolio für die kommenden Jahre zu hinterfragen. Die Arbeitspapiere von 13 Profis enden im Sommer 2015. Mit ihnen kann der Verein nur noch Geld verdienen, wenn er sie vorher abgibt. Kreuzer und van Marwijk überlegen genau, was Profis wie Ivo Ilicevic, Nationalspieler Heiko Westermann, der häufig verletzte Zhi Gin Lam oder die derzeit ausgeliehenen Per Skjelbred (Hertha BSC) und Dennis Aogo (Schalke 04) zu einem Kurswechsel Richtung Europacup beitragen können. Zudem müssen sie sich frühzeitig Gedanken machen über die Zukunft von Rafael van der Vaart und den umworbenen Hakan Calhanoglu, Marcell Jansen und Milan Badelj, die Millionenerlöse einbringen könnten.

Geld, das der HSV für den schwierigsten Fall sehr gut gebrauchen könnte: Shootingstar Pierre-Michel Lasogga soll unbedingt an der Elbe bleiben. Aber wie dies gelingen soll, weiß noch niemand so recht. Hertha BSC will sein Kronjuwel mit Ablauf des Leihgeschäfts im Sommer zurück. Lasogga selbst hält sich bedeckt. Der Abschied des 22-Jährigen würde van Marwijk und Kreuzer arg schmerzen, bringt er doch Woche für Woche die Einstellung mit, die sich beide von ihrer gesamten Mannschaft wünschen.

EURE MEINUNG: Wen aus dem HSV-Kader könnte eine Ausmist-Aktion treffen?

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