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Bayern demütigen den Erzrivalen von einst

Der einstige Nord-Süd-Gipfel wurde am Samstag zu einer Farce für Werder - gleichbedeutend mit der höchsten Niederlage in der Bundesliga-Geschichte des SVW.

Bremen. Präsident Uli Hoeneß wollte einfach nur genießen, Trainer Pep Guardiola dankte seinen Spielern mit warmen Worten, sogar das Bremer Publikum klatschte artig leise Beifall. Was fast zwei Jahrzehnte lang der Nord-Süd-Gipfel der Bundesliga war, geriet diesmal zu einem höchst ungleichen Duell zwischen David und Goliath. Werder Bremen 0, Bayern München 7 - je nach Lesart eine Demontage der Hanseaten oder ein Triumph der Bajuwaren.

Die gnadenlose Übermacht der Gäste personifizierte dabei Franck Ribéry. Der 30-Jährige versetzte die völlig überforderte Bremer Hintermannschaft fast im Minutentakt in Angst und Schrecken, schoss zwei Tore in der 38. und 62. Minute selbst und bereitete einen weiteren Treffer vor. "Heute sind wir alle glücklich. Alles hat funktioniert", sagte der Franzose, der wieder einmal bestätigte, dass er den Titel des Weltfußballers mehr als verdient hätte.

Ribery ein "Synonym der Weltklasse" 

"Franck ist ein Synonym für die Weltklasse dieser Mannschaft, die einen unglaublichen Lauf hat. Wenn er bei der FIFA nicht gewählt wird, wäre das eine Riesensauerei", sagte Hoeneß. Coach Pep Guardiola, während der einseitigen 90 Minuten im Weserstadion gewohnt engagiert, gab sich nach der Partie geradezu ehrfürchtig: "Ich danke meinen Spielern für diese Leistung. Heute war es eine Ehre, ihr Trainer zu sein."

Zweikampfstärke, Passgenauigkeit, gedankliche Schnelligkeit - in allen Belangen lagen Welten zwischen den einstigen Erzrivalen. "Wir haben eben nie nachgelassen, so ist dieses Ergebnis zu erklären", mit diesen Worten erläuterte Nationalspieler Jerome Boateng das signifikante Ungleichgewicht zwischen beiden Teams. Mittelfeldspieler Toni Kroos relavierte den Erfolg insoweit, "dass es die Bremer uns auch phasenweise leicht gemacht haben".

Motiviert von einem mit 42.100 Zuschauern ausverkauften Weserstadion wollte Werder-Trainer Robin Dutt seine limitierte Mannschaft mit den klar favorisierten Gästen mitspielen lassen. Er überschätzte seine Schützlinge total, am Ende stand die höchste Heimniederlage in der 50-jährigen Bundesliga-Geschichte der Norddeutschen.

Bremen attestiert "Klassenunterschied" 

"Zu den Bayern ist es eben doch ein Klassenunterschied", musste der 48-Jährige später einräumen. Aber auch nach dem Seitenwechsel, als die Taktik der Platzherren deutlich defensiver ausgelegt war, fielen noch vier Bayern-Tore. Phasenweise fühlte man sich an ein Handballspiel erinnert, so tief standen die Bremer oftmals geradezu hilflos an den Grenzen des eigenen Strafraums.

Werder-Kapitän Clemens Fritz war die Vorfreude auf die Feier seines 33. Geburtstags jedenfalls gründlich verhagelt: "Ich bin sprachlos, wie wir teilweise vorgeführt wurden. Es war ein absolut frustrierendes Spiel. Großartig waren nur unsere Fans, die nicht gepfiffen haben."

Aber sie müssen sich Sorgen machen, denn Dutt ist es seit seinem Amtsantritt im Juli nicht gelungen, die Deckungsarbeit zu stabilisieren. An diesem Problem war schon sein Vorgänger Thomas Schaaf am Ende gescheitert. Allerdings: Am von Dutt bis zur Winterpause zur neuen Nummer eins gekürten Raphael Wolf lag es nicht, bei keinem der sieben Gegentore leistete sich der Torhüter in seinem ersten Heimspiel einen Fehlgriff.

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