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Bald könnte es soweit sein: Die Torlinientechnik hält womöglich in der nächsten Saison Einzug in die Bundesliga. Nicht zuletzt das Phantomtor erhöhte den Druck.

Frankfurt am Main. Das Phantomtor von Stefan Kießling hat den Bundesliga-Bossen Beine gemacht und könnte die Einführung der Torlinientechnik beschleunigen. Die 36 Profiklubs werden noch in der laufenden Saison eine Grundsatzentscheidung zu diesem Thema fällen.

Sollten sich die Vereine bei ihrer Versammlung im März 2014 für den Einsatz der Technologie entscheiden, kann sie schon zu Beginn der nächsten Spielzeit eingeführt werden - ein Jahr früher als von der Deutschen Fußball Liga (DFL) ursprünglich geplant.

Das ist das Ergebnis der Mitgliederversammlung des Ligaverbandes, die am Donnerstag in Frankfurt/Main stattfand. Die Vereine beugen sich so dem Druck, der durch das Nicht-Tor von Sinsheim vom 18. Oktober entstanden ist. Zur Auswahl stehen vier bereits lizenzierte und wohl auch zwei noch nicht lizenzierte Torlinientechnik-Systeme. Im März wird auch die Frage diskutiert, ob die Technik nur in der Bundesliga oder auch in der 2. Liga und im DFB-Pokal eingesetzt werden soll.

Druck durch Kießlings Phantomtor

"Wir werden nun mit Hochdruck eine Entscheidungsgrundlage für die Klubs vorbereiten. Die Klubs müssen es am Ende bezahlen und damit umgehen - deshalb sollte es schon ein klares Votum sein", sagte DFL-Geschäftsführer Andreas Rettig mit Blick auf die Versammlung im Frühjahr: "Wenn wir eine Entscheidung getroffen haben, werden wir uns hinsichtlich des Pokals mit dem DFB verständigen. Es kommen ja auch mobile Einrichtungen infrage, wenn man es nicht dauerhaft installieren möchte."

Eine DFL-Expertengruppe wird bis März Erfahrungswerte aus anderen Ligen und der bevorstehenden Klub-WM auswerten. Sollte es bereits in der nächsten Saison zur Einführung der Technik kommen, kann es sich aufgrund der Kürze der Zeit nur um ein Kamerasystem wie das "Hawk-Eye" handeln. Das "Habicht-Auge" wird im Tennis und seit Sommer auch in der englischen Premier League eingesetzt.

Rauball zur Kalenderjahr-Saison: "Fragwürdige Entscheidung der FIFA"

Die Vertreter der Profiklubs und befragte Experten haben sich zudem mit einer Zweidrittel-Mehrheit gegen die Einführung der Kalenderjahr-Saison ausgesprochen. Nur 24 Prozent waren bei einer Umfrage, an der auch Vertreter aus den Bereichen Medien, Sponsoring, Sicherheit und Fanwesen teilgenommen haben, für die Einführung.

Die Diskussion um eine Spielzeit von März bis November war vor allem im Zuge der Debatte um eine Verlegung der WM 2022 im Katar in den Winter aufgekommen. "Die nationalen Ligen sind nicht der Reperaturbetrieb einer fragwürdigen Entscheidung der FIFA - die es eindeutig war", sagte Ligapräsident Reinhard Rauball.

Rauball reagiert auf SPD-Forderung

Deutlich wurde Rauball auch mit Blick auf Forderungen, wonach die Klubs die Polizei-Einsätze rund um ihre Spiele selbst zahlen sollen. "Wir haben uns im Fall Bremen klar geäußert und werden dem auch Taten folgen lassen. Wenn es nötig ist, werden wir alle juristischen Möglichkeiten ausschöpfen", äußerte der Ligaboss.

Die Bremer SPD-Bürgerschaftsfraktion hatte gefordert, dass Werder Bremen zukünftig die Kosten für die Einsätze rund um das Weserstadion übernehmen solle. Laut der SPD hat die Stadt Bremen in der Saison 2012/2013 rund 45.328 Polizeidienststunden zur Sicherung von Bundesligaspielen aufgewendet, insgesamt summierten sich die Kosten in der vergangenen Spielzeit auf rund 2,8 Millionen Euro.

In der Vergangenheit hatten auch Gewerkschafts-Vertreter der Polizisten immer wieder verlangt, dass die Einsätze von den Klubs bezahlt werden sollen. Die Vereine berufen sich dagegen auf ihre millionenschweren Steuerzahlungen, mit denen auch Polizei-Einsätze abgedeckt wären.

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