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Endspiel? "Interessiert mich nicht" - Freiburg sofort im Bundesliga-Modus

Nach dem Premieren-Erfolg in der Europa League hat der SC die K.o.-Phase selbst in der Hand. Erstmal zählt für die Breisgauer aber der Abstiegskampf in der Bundesliga.

Freiburg. Endspiel vor Weihnachten? Europa-Abenteuer im neuen Jahr? "Ehrlich gesagt, interessiert mich jetzt nur eins: Und das ist Gladbach", sagte Christian Streich unaufgeregt nach dem ersten Sieg auf internationalem Parkett seit über 12 Jahren. Quasi mit dem Abpfiff des hart erkämpften 2:1 (1:0) bei Slovan Liberec in der Europa League legte der eigenwillige Trainer des SC Freiburg den Fokus wieder auf den Abstiegskampf in der Bundesliga.

Für die Partie bei Borussia Mönchengladbach am Sonntag (17:30 Uhr) habe der 48-Jährige allerdings "viele Dinge gesehen, die Mut machen. Keine Frage, die Art und Weise, wie wir auftreten - da wächst schon etwas zusammen, das merkt man", sagte er: "Die Jungs haben es richtig ordentlich gemacht. Gerade dass die jungen Buben Europapokal spielen können, ist toll."

"Haben alle Chancen"

Mit sechs (!) Spielern aus der eigenen Fußballschule in der Startelf bewahrte sich der Sport-Club in Tschechien die Chance auf den Einzug in die K.o.-Runde. Im abschließenden Spiel der Gruppe H gegen den bereits für die Zwischenrunde qualifizierten FC Sevilla am 12. Dezember hat Freiburg das Weiterkommen selbst in der Hand.

"Jetzt haben wir alle Chancen", sagte Stürmer Mike Hanke: "Wir haben in der Kabine gleich ausgerechnet, dass wir mit einem Unentschieden gegen Sevilla und einem Unentschieden in der anderen Partie auch weiter kommen." Auf die Schützenhilfe der vorzeitig ausgeschiedenen Portugiesen von Estoril Praia im Parallelspiel gegen Liberec sollten die Breisgauer aber nur bedingt vertrauen.

Lange Verletztenliste

Erstmal gibt "uns dieser Sieg Kraft für Gladbach - und weiter Vertrauen in unsere Arbeit", sagte Gelson Fernandes. Streich hielt sich erst gar nicht mit komplizierten Rechenspielchen auf: "Keine Ahnung. Sechs Punkte haben wir. Das weiß ich", sagte der Coach, der bei Minustemperaturen vor 8800 Zuschauern auf Julian Schuster (Ermüdungsreaktion im Fuß), Jonathan Schmid, Admir Mehmedi (beide Knieprobleme), Vladimir Darida (Bauchmuskelzerrung) und Mensur Mujdza (Sehneneinriss) und die gesperrten Nicolas Höfler und Karim Guédé verzichten musste.

"Die Langzeitverletzungen brauchen wir im Winter unbedingt zurück. Das geht so nicht auf Dauer", sagte Streich: "Wir sind noch nicht annähernd dort, wo wir uns wünschen hinzukommen. Aber wir sollten die Kirche im Dorf lassen. Auch heute war es ansehnlich, was wir gespielt haben."

Ärger wegen Pyro

Youngster Matthias Ginter (23.), der allerdings auch kurz vor Schluss angeschlagen das Feld verließ und laut Streich bis Sonntag "Tag und Nacht" behandelt werde, sowie Francis Coquelin (73.) sorgten für die "breite Brust" (Hanke) und das fünfte Auswärtsspiel ohne Niederlage. Sergej Rybalka verkürzte für Liberec (81.).

Mehr als über das Gegentor regte sich Streich am späten Abend allerdings über die vereinzelten Pyrofeuer aus den eigenen Reihen auf. Der Großteil der 1400 mitgereisten Freiburger sei zwar "unglaublich, sensationell, großartig", äußerte Streich, die Zündeleien aber "kosten uns abartig viel Geld. Wir brauchen dieses Geld für die Fußballschule, damit wir junge Spieler ranziehen können, und dann musst du Geld ausgeben für so einen Scheiß."

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