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Der defensive Mittelfeldspieler befindet sich derzeit in guter Form. Er gibt offen zu, von der Weltmeisterschaft in Brasilien zu träumen.

Leverkusen. Über seinen Traum von Brasilien spricht Simon Rolfes ganz offen. "Von einer WM träumt doch jeder Profi", sagt der 31-Jährige: "Und im Fußball ist vieles möglich." Vor allem angesichts der Personalnot von Bundestrainer Joachim Löw im defensiven Mittelfeld. Von sechs Kandidaten für vier Kaderplätze sind derzeit drei verletzt: Sami Khedira (Kreuzbandriss) droht die WM 2014 zu verpassen, Bastian Schweinsteiger und Ilkay Gündogan plagen sich seit Monaten mit Blessuren herum.

Dass Rolfes' Teilnahme an der WM möglich ist, hätten vor kurzem aber die wenigsten für möglich gehalten. Denn obwohl der 26-malige Nationalspieler Kapitän von Bayer Leverkusen ist und sein Klub als einziger Bundesligist regelmäßig mit drei "Sechsern" spielt, war für ihn zunächst kein Platz in der Stammelf. In Lars Bender, Stefan Reinartz und Gonzalo Castro spielten drei aktuelle oder ehemalige Nationalspieler, von den ersten 360 Bundesliga-Minuten erlebte Rolfes nur 66 auf dem Platz.

"Chance genutzt"

Doch Rolfes tat das einzig Richtige. "Nicht rumheulen", gab er sich selbst als Devise vor. "Ich wünschte, alle Spieler würden sich so verhalten wie er", sagt Trainer Sami Hyypiä deshalb heute. "Simon hat seine Chance genutzt, deshalb hat er seinen Platz nun verdient. Er ist ein wichtiger Teil der Mannschaft, ist Kapitän, ein Vorbild im Training und ein vorbildlicher Profi."

SIMON ROLFES
ALTER 31
BuLi-SPIELE 244
TORE 38
VORLAGEN 25
In Rolfes' Karriere verlief es ohnehin meist anders als gedacht. Bei Werder Bremen galt er einst als großes Talent, doch er setzte sich nicht durch und wechselte nach einer Ausleihe nach Reutlingen ohne eine einzige Bundesliga-Minute auf dem Konto zu Zweitligist Alemannia Aachen.

Dort wurde er zum Leistungsträger, bewährte sich vor allem in der Europa League und zog nach nur einem Jahr nach Leverkusen weiter. Mit 23 wurde er doch noch zum Erstliga-Spieler, zwei Jahre später stieg er ins Nationalteam auf, 2008 gehörte er zum EM-Kader.

Vor der WM 2010 war Rolfes dicht am Stammplatz, doch er verpasste das Turnier in Südafrika wegen eines Knorpelschadens. Er kam zurück, wurde aber vor der EM 2012 gestrichen und ist seitdem außen vor. Doch die Frage ist: Wie lange noch? "Da müssen sie Jogi Löw fragen", meint Hyypiä dazu schmunzelnd: "Es wäre schön, wenn er eine Chance bekommen würde."

Weil er weiß, wie schnell es immer in beide Richtungen gehen kann, hat Rolfes stets betont, die Nationalmannschaft "nie ganz abzuschreiben". Selbst als er zu Saisonbeginn zum Bankdrücker degradiert worden war, sagte er zu diesem Thema stets nur: "Man weiß nie. Ich habe schon viel erlebt." Allgemein sei die Nationalelf aber "immer ein Zubrot. Ich lebe auch ohne sie weiter".

Torgefährlich in der Königsklasse

Diese Entspanntheit, gibt der gebürtige Ibbenbürener zu, "kommt vielleicht ein bisschen mit dem Alter". Er sieht bei sich momentan "einen guten Mix: Ehrgeizig sein und gleichzeitig locker, um Topleistung zu bringen". Die brachte er vor allem in der Champions League, wo er mit dem Bundesliga-Zweiten am Mittwoch gegen Manchester United um den vorzeitigen Achtelfinal-Einzug spielte. Drei Tore aus den ersten vier Spielen waren für den Kapitän notiert.

Ein Empfehlungsschreiben auf der großen, internationalen Bühne, das Löw wohl registriert haben wird. Genauso allerdings wie die Tatsache, dass Rolfes ihn wegen des Verzichts auf Bayer-Torjäger Stefan Kießling kürzlich kritisierte. Dennoch: Sollten Khedira, Schweinsteiger und Gündogan bis zur WM nicht fit werden, wäre Rolfes die logische Alternative.

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