thumbnail Hallo,

Gladbach ist schon dort, wo Stuttgart gerne wäre

Mönchengladbach gelingt der vierte Sieg in Serie. Der enttäuschende VfB Stuttgart muss nach dem 0:2 feststellen, dass er den Fohlen auf absehbare Zeit hinterherlaufen wird...

Stuttgart. Jedes Spiel, sagte Lucien Favre, "jedes Spiel hat seine eigene Geschichte." Das Spiel zwischen dem VfB Stuttgart und Borussia Mönchengladbach hatte sogar eine Vorgeschichte - eine, die angeblich den Ausgang maßgeblich beeinflusste. Das Kuriose aber war, dass ausgerechnet Favre nach dem 2:0 (1:0) seiner Mannschaft immer wieder darauf hinwies, dass Stuttgart ja 13 Nationalspieler hatte abstellen müssen während der Länderspielpause, Mönchengladbach nur vier. "Das war unser Vorteil", sagte der Trainer der Borussia.

Beim VfB Stuttgart nahmen sie diese Feststellung mit einem Kopfnicken dankbar zur Kenntnis, als Entschuldigung oder Ausrede aber wollten sie diese Vorgeschichte nicht missbrauchen - zu groß war der Unterschied zu den Gladbachern. Ein Unterschied, der sich zunächst an der Tabelle ablesen lässt: Die Borussia ist nach ihrem vierten Sieg in Serie die vierte Kraft in der Bundesliga - der VfB allerdings hat auf den Gegner vom Freitag nun bereits neun Punkte Rückstand.

Ulreich: "Man kann schon mal nach Gladbach schauen"

Borussia Mönchengladbach ist schon dort angekommen, wo der VfB Stuttgart gerne sein möchte, in vielerlei Hinsicht. "Man kann schon mal nach Gladbach schauen", sagte Torhüter Sven Ulreich. Gladbach, ergänzte Mittelfeldspieler William Kvist, "ist gefestigt, Pressing und Defensivverhalten sind sehr gut". Gladbach, erläuterte Kapitän Christian Genter, arbeite schon länger mit seinem Trainer zusammen als der VfB und sei deshalb "von der Spielidee her weiter". Alles in allem: Gladbach spielt, wie Stuttgart gerne spielen möchte.

Gladbach, Gladbach, Gladbach - Fredi Bobic, Sportvorstand des VfB, wollte und will das nicht hören. Der Vergleich mit Gladbach, der "bringt nichts", sagte er mürrisch. Die Voraussetzungen seien schließlich andere: Dort ein Trainer, Lucien Favre, der bereits im dritten Jahr nacheinander auf seine Spieler einwirken kann - hier ein Trainer, Thomas Schneider, der nach dem Stuttgarter Fehlstart in diese Saison mit null Punkten aus den ersten drei Spielen so etwas wie einen Neuaufbau überwachen muss.

"Wie sie den Ball laufen lassen..."

Die Unterschiede am Freitag waren frappierender, als es das Resultat durch die Treffer von Raffael (37.) und Oscar Wendt (73.) ausdrückt. Vor allem das Umschaltspiel der Gladbacher, früher mal Konterspiel genannt, war sehr bemerkenswert - allerdings auch das sündhafte Verprassen der daraus resultierenden Torchancen. Alles, was Stuttgart ansatzweise versuchte, machte die Borussia besser. "Wie sie den Ball laufen lassen, wie sie defensiv stehen... unser Ziel ist, dass wir da auch hinkommen", sagte Ulreich.

Der VfB Stuttgart, betonte Bobic, sei in einer "Situation, wo wir sagen: Wir wollen wachsen und etwas entwickeln." Leider sei es nun aber so, dass die Mannschaft erst mal den missratenen Start in die Saison wettmachen müsse. "Es ist ein weiter Weg", konstatierte der schon mal besser gelaunte Bobic, "aber es ist jetzt nicht so, dass wir morgen den Laden zumachen müssen." Er sei deshalb "sehr weit weg davon, etwas in Frage zu stellen". Fakt sei nämlich auch: "Wir sind auf einem guten Weg." Gladbach ist da schon weiter.

EURE MEINUNG: Was muss sich beim VfB Stuttgart ändern?

Bleibe am Ball und sei Teil des größten Fußball-Netzwerkes der Welt: Folge Goal auf
oder werde Fan von Goal auf !

Dazugehörig