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1. FC Nürnberg mit Roter Laterne: "Zum Aufgeben ist es zu früh"

Wieder kein Sieg und nun sogar Tabellenletzter: Der 1. FC Nürnberg findet keinen Ausweg aus der Misere. Und doch macht der neue Offensivgeist unter Gertjan Verbeek Mut.

Mönchengladbach/Nürnberg. Wieder gut gespielt, wieder verloren: Ein bisschen wie am Murmeltiertag fühlte sich der 1. FC Nürnberg nach dem bitteren 1:3 (1:0) bei Borussia Mönchengladbach, wäre da nicht dieser eine, entscheidende Unterschied gewesen. Denn in seinem freien Fall ist der noch immer sieglose Club seit Samstag ganz unten angekommen. Erstmals seit März 2008 stehen die Franken wieder auf Platz 18. Tiefer geht es nicht!

"Das war ein ganz bitteres Spiel, weil wir 70 Minuten alles richtig gemacht haben", sagte Torhüter Raphael Schäfer, der noch vor einer Woche wütend seine Kapitänsbinde auf den Rasen geworfen hatte. Nach einer Aussprache mit den Fans ist bei dem 34-Jährigen aber längst der alte Kampfgeist zurück: "Die Mannschaft wird weiter versuchen, sich aus dieser misslichen Lage zu befreien. Die Entwicklung ist da, wir werden weiter alles geben."

In der Tat zeigte Nürnberg lange Zeit eine Vorstellung ganz nach dem Geschmack des neuen Trainers Gertjan Verbeek. Mit Mut und Offensivdrang setzten die Franken den Tabellen-Vierten aus Gladbach unter Druck, nach der Führung durch Josip Drmic (71.) fehlte einzig das 2:0 zum Glück. "Wir sehen, was Gertjan Verbeek vorhat. Wir spielen ganz anderen Fußball. Wir versuchen, schon vorne unser Heil zu suchen", sagte Sportvorstand Martin Bader im ZDF und kündigte an: "Es wäre fatal, jetzt schon die Segel zu streichen."

Doch die nackten Zahlen sind enttäuschend. Nach zwölf Spieltagen steht Nürnberg noch immer ohne Sieg da, in der Bundesliga gab es das zuvor nur viermal. Zuletzt war der MSV Duisburg vor 19 Jahren zu diesem Zeitpunkt noch ohne Erfolg und stieg am Ende ab. Mut macht einzig das Beispiel 1. FC Köln: 1991/1992 gewann der FC erst am 14. Spieltag erstmals, am Ende wurde es noch Rang vier.

Pogatetz guten Mutes 

Die Club-Fans immerhin hatten diesmal ein gutes Gespür, spendeten der Mannschaft nach Schlusspfiff Beifall und klatschten die Spieler am Zaun aufmunternd ab. "Wir hätten heute einen Punkt verdient gehabt, daher tut das schon weh", sagte Abwehrspieler Emanuel Pogatetz: "Aber irgendwann wird sich das Blatt schon wenden. Zum Aufgeben ist es zu früh."

Dass zudem Schiedsrichter Christian Dingert bei zwei strittigen Szenen gegen den FCN entschied, passte ins Bild. Erst gab es nach Granit Xhakas Duell mit Drmic keinen Elfmeter, dann sah der FIFA-Referee einen Schuss des Schweizers Drmic auf der Linie statt im Tor. "Wenn du im Keller steckst, bekommst du das nicht", sagte Bader. Stattdessen kam es, wie es kommen musste: Juan Arango (72.), ein Eigentor von Niklas Stark (75.) und Patrick Herrmann (87.) besiegelten die erneute Niederlage.

Lob von Favre 

Trainer Verbeek, der in drei Spielen erst einen Punkt verbuchen durfte, sieht seine Mannschaft dennoch "auf einem guten Weg. Bis zur Pause war ich sehr zufrieden." Da konnte sogar sein Gegenüber Lucien Favre nicht widersprechen - und gab dem Club aufmunternde Worte mit auf den Heimweg: "Wenn der Tabellenletzte so stark ist, zeigt das die Ausgeglichenheit der Liga. Ich bin mir sicher, dass Nürnberg da unten schon bald wegkommt." 

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