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VfL Wolfsburg Mannschaft der Stunde - "Herrliche Momentaufnahme"

Nach der Derbypleite gegen Braunschweig war bei den Wölfen noch Weltuntergangsstimmung angesagt. Vier Siege später träumt man in Wolfsburg wieder von der Champions League.

Wolfsburg. Nach dem Überraschungscoup gegen Borussia Dortmund kam für die Mannschaft der Stunde das größte Lob ausgerechnet vom Gegner. "Wolfsburg ist sicherlich eine Mannschaft, die um die Champions-League-Plätze mitspielt. Da kann man nicht glauben, dass man da hinfährt und das locker runterspielt", sagte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke nach dem 1:2 (1:0) des Vizemeisters gegen die Niedersachsen.

Der VfL als Anwärter auf einen Platz in der Königsklasse? Noch vor wenigen Wochen hätte eine solche Aussage selbst bei den eingefleischteste Wolfsburger Anhängern nur Unverständnis und Kopfschütteln ausgelöst. Denn nach der Derbyniederlage gegen Eintracht Braunschweig am 5. Oktober schien der hochambitionierte Klub zum x-ten mal nach dem Meistertitel 2009 im Niemandsland der Bundesliga zu verschwinden.

Die Fans gingen auf die Barrikaden, selbst Trainer Dieter Hecking musste sich schon die ersten unangenehmen Fragen zu seiner Arbeit anhören - doch nur vier Wochen später hat sich der Wind am Mittellandkanal vollkommen gedreht. Vier Siege in Serie - Platz fünf in der Tabelle: In Wolfsburg reifen wieder Träume von Europa. Auch wenn die bisher zumindest offiziell nur der Gegner äußern darf.

Braunschweig-Spiel als Signal

"Das ist eine herrliche Momentaufnahme", sagte Hecking: "Wir sind wieder positiv in aller Munde. Das wollen wir so lange wie möglich in dieser Saison mitnehmen." Und Innenverteidiger Naldo ergänzte: "Wir müssen auf dem Boden bleiben. Wir müssen weiter so spielen, dann können wir ein bisschen nach oben schauen. Aber mit 21 Punkte sind wir sehr zufrieden."

Zumal der Sieg gegen den Champions-League-Finalisten weder vollkommen unverdient noch glücklich zustande kam. Immer wieder gelang es den Wolfsburger, die Gäste früh zu stören und zu Fehlern zu zwingen. Und selbst entgingen sie immer wieder dem gefürchteten Pressing der Borussen. Nach der bitteren Derbypleite gegen Braunschweig hat die Mannschaft die Signale offenbar verstanden.

"Wir sind eine geile Truppe und fighten. Fußball spielen können wir, jetzt haben wir gezeigt, dass wir auch 90 Minuten kämpfen können", sagte Patrick Ochs: "Das beeindruckt die anderen Mannschaften offenbar im Moment."

Arnold und Ochs entscheidende Figuren

Zusammen mit dem Youngster Maximilian Arnold ist auch Ochs ein Gesicht des Wolfsburger Aufschwungs. Unter Felix Magath wurde der ehemalige Frankfurter aussortiert und nach Hoffenheim abgeschoben - mittlerweile zeigt er wieder, warum er vor einigen Jahren noch an die Tür der Nationalmannschaft klopfte.

Und noch etwas hat sich inzwischen beim VfL geändert. War nach fast jeder Begegnung normalerweise der brasilianische Spielmacher Diego Thema, ist der Mittelfeldspieler nicht nur wegen seine Rippenverletzung aus dem Fokus geraten. Wahrscheinlich nicht wirklich zur Freude des 28-Jährigen, doch solange die Mannschaft auch ohne ihn weiter gewinnt, werden die Chancen auf eine Verlängerung seines am Saisonende auslaufenden Vertrags immer geringer.

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