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Beide Klubs haben viel für die Deeskalation des Derbys getan, doch vorm Spiel gab es trotzdem einige unschöne Szenen.

Hannover. Das erste niedersächsische Derby in der Fußball-Bundesliga zwischen Hannover 96 und Eintracht Braunschweig seit 37 Jahren ist wie befürchtet von schweren Krawallen überschattet worden. Bereits vor dem Anpfiff um 20.30 Uhr hatte es rund um diese brisante Begegnung in der HDI Arena Verletzte und Festnahmen gegeben.

Hannovers Polizeisprecher Holger Hilgenberg bestätigte die Ausschreitungen dem Sport-Informations-Dienst. Genaue Zahlen waren zu Beginn des ersten Durchgangs noch nicht bekannt.

Bereits Stunden vor dem Spiel und auch noch zu Beginn hatten die Einsatzkräfte alle Hände voll zu tun, zahlreiche gewaltbereite Chaoten auf beiden Seiten hielten seit dem frühen Abend die Sicherheitskräfte in Atem. "Die Anreise der meisten Braunschweiger Fans verlief am Nachmittag weitestgehend ruhig. Je näher der Anpfiff rückte, um so mehr Ärger gab es dann aber", sagte Hilgenberg, der darauf hinwies, dass die Krawallmacher in beiden Lagern ihr Unwesen trieben.

"An der Stadionbrücke eskaliert die Situation, Polizeibeamte wurden massiv mit Pyrotechnik beschossen. Haltet Euch aus diesem Bereich fern, es ist gefährlich", hatte die Polizei Hannover auf ihrer Facebook-Seite bereits um 18.55 Uhr geschrieben. An der Stadionbrücke postierten die Beamten Wasserwerfer, die dann kurz vor dem Anpfiff in grellem Scheinwerferlicht auch zum Einsatz kamen, nachdem vermummte Braunschweiger Flaschen in Richtung der Beamten geworfen hatten.

Polizei sperrt Eingänge

Zuvor war bereits am Eingang Nord gegen 18.30 Uhr die Situation eskaliert. "Wir haben bereits einen Verletzten. Die Beamten konnten einen Sturm des Stadions verhindern, wir appellieren an alle, sich aus diesem Bereich zurückzuziehen", hieß es vonseiten der Polizei. Es wurden weitere Einsatzkräfte zur Unterstützung eingesetzt, wodurch die Situation einigermaßen beruhigt wurde. Zudem bestätigte die Polizei, dass der Zug aus Braunschweig mit den Eintracht-Fans gestoppt worden war. Am Südeingang wurden zwischenzeitlich rund 200 Personen aus der Eintracht-Szene festgesetzt, wodurch der Zugang zum Stadion in diesem Bereich recht problematisch war.

Mit einem verstärkten Polizeiaufgebot, 700 Ordnern, Alkoholverbot und einer Trennung der Fangruppen wollten die Verantwortlichen bei diesem Hochrisikospiel die Gewalt unterbinden und für Sicherheit sorgen. Die extreme Zwietracht der beiden Lager hat historische Ursprünge. Neben Krawallen unter den Fangruppen war zudem für Freitagabend und -nacht ein Randale-Tourismus befürchtet worden.

Gewaltbereite Fans in der Innenstadt

Rund 850 Hooligans der Kategorie B und C, also der gewaltbereiten und gewaltsuchenden Fans, hatte die Zentrale Informationsstelle Sporteinsätze (ZIS) im Vorfeld der Partie auf beiden Seiten ausgemacht. Vor dem Südeingang der Arena waren zusätzliche Absperrungen installiert worden, um die Braunschweiger Fans sicher ins Stadion zu leiten. Zudem waren Sichtschutzwände für Personenkontrollen errichtet worden. Ein Hubschrauber mit Wärmebildkamera kreiste über dem Stadiongelände um die Einsatzkräfte am Boden logistisch zu unterstützen.

In der Innenstadt und rund um das Stadion am Maschsee hatten die rund 1000 Polizeibeamten seit Mittag verstärkt Präsenz gezeigt. An allen relevanten Kreuzungen waren Polizeifahrzeuge platziert, zudem wurden Reiterstaffeln eingesetzt.

Bereits in der Nacht zum Donnerstag hatte die Polizei in Hannover ein herrenloses Hausschwein mit 96-Schal aufgegriffen. Zudem prangte der Schriftzug "Hannover 96" in schwarzer Farbe auf dem Körper des Tiers. Das Schwein war am späten Mittwochabend durch die Oststadt umhergeirrt, Anwohner hatten daraufhin die Ordnungshüter arlamiert.

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