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Er wurde einst als Ersatz für Torjäger Barrios geholt, sein wahres Potential konnte er für die Borussia allerdings nie entfalten. Ein Wechsel scheint deshalb schon beschlossen.

Dortmund. Es ist schon kurios: Den meisten Fans ist Julian Schieber durch eine Vorstellung im Dortmunder Stadion in Erinnerung geblieben, als er noch das Trikot des VfB Stuttgart trug. Der Stürmer war mit zwei Treffern einer der Hauptdarsteller eines verrückten Fußball-Spektakels am 30. März 2012, das 4:4 endete und noch lange für Gesprächsstoff sorgte. Die Borussia wurde anschließend trotz des bitteren Punkteverlusts deutscher Meister und verpflichtete den talentierten Torjäger.

Doch seither ist es ruhig geworden um Schieber. In seinem ersten Jahr kam er in der Liga 23-mal zum Einsatz, 17-mal wurde er eingewechselt, und in der laufenden Spielzeit schickte ihn Trainer Jürgen Klopp nur einmal in der 90. Minute im letzten Heimspiel gegen Hannover 96 (1:0) aufs Feld. Der Vertrag mit dem gebürtigen Backnanger läuft noch bis 2016, doch es gibt bereits Anzeichen für einen Wechsel - eventuell nach Hannover - spätestens am Ende der Saison.

Mit seinem bisherigen Weg beim BVB kann Schieber nicht zufrieden sein. So zurückhaltend er sich auf dem Platz präsentiert, so leise artikuliert sich Schieber in Interwievs. Bei seinem Zwischenfazit sprach der 24-Jähige von einem "spannenden Jahr" in Dortmund. "Ich bin erwachsener geworden und habe Erfahrungen auf ganz hohem Niveau gesammelt. Der riesige Konkurrenzkampf war mir schon vor meinem Wechsel bewusst", sagte er in einem Interview mit dem Internetportal Spox.com.

Familienmensch Schieber

Als größtes Erlebnis registriert Schieber das Wahnsinns-Viertelfinale in der Champions League gegen den FC Malaga, als Dortmund das Spiel drehte und er selbst einen wesentlichen Beitrag dazu leistete, dass Felipe Santana den Ball zum entscheidenden 3:2 über die Linie stochern konnte. Beinahe wäre Schieber zum Helden des Abends geworden. "Für mich war es natürlich super, dass ich einen Anteil daran hatte, und vielleicht bin ich beim nächsten Mal derjenige, der die Fußspitze hinhält."

Schieber passt nicht so recht in das Bild eines typischen Fußball-Profis. Er ist ein Familienmensch, Tier- und Naturliebhaber. "Mir wurde der grüne Daumen in die Wiege gelegt", erklärte Schieber, dessen Eltern eine Baumschule besitzen. Seine Ausbildung als Landschaftsgärtner brach er zugunsten des Fußballs ab.

Ersatz für Barrios

In dieser Zeit wechselte er in die A-Jugend des VfB Stuttgart. In der dortigen Kooperationsschule erlangte er die Fachhochschulreife. Beim VfB schaffte er schließlich den Sprung auf die Bundesliga-Bühne. Als fußballerische Fortbildungsmaßnahme schickten ihn die Schwaben für ein Jahr zum 1. FC Nürnberg. Dort bestritt er 29 Ligaspiele, erzielte sieben Treffer und bereitete neun weitere vor.

Mit breiter Brust kehrte er nach Stuttgart zurück. Inzwischen hatte der BVB Schiebers Talent ausgemacht und ihn schließlich als Ersatz für den scheidenden Lucas Barrios für 5,5 Millionen Euro verpflichtet. Doch der erhoffte Karriereschub blieb Schieber bislang versagt. Der "Bulle von Backnang", wie sie ihn in seiner Heimat nennen, wird deshalb vermutlich schon bald anderswo auf Torejagd gehen.

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