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Schalke 04: Jens Keller ärgert mangelnde Laufbereitschaft

Mit geknickten Köpfen verließen die Spieler des S04 nach der Niederlage im Revierderby die Veltins Arena. Doch das Rad dreht sich weiter. Nun geht es in die Hauptstadt.


Aus Gelsenkirchen berichtet:
Goal-Korrespondent Hassan Talib Haji

Die bittere Woche mit dem doppelten Nackenschlag als der FC Schalke 04 beide Heimspiele verlor, soll aus den Köpfen der Spieler raus. Mit 0:3 ging der Revierklub in der Champions League gegen den FC Chelsea vor heimischem Publikum unter, ein paar Tage später kam man beim 143. Revierderby gegen Borussia Dortmund unter die Räder.

Es ist kein Wunder, dass die Stimmung im Umfeld im Keller ist. Das Auswärtsspiel bei Hertha BSC zum elften Spieltag der Bundesliga steht nun vor der Tür. Dort geht es nicht nur um Wiedergutmachung, sondern auch um den Kampf um Tabellenplatz vier – das Minimalziel.

Wackelige Defensive soll stabilisiert werden

Mit 22 Gegentoren kassierte der FC Schalke 04 im Schnitt 2,2 Treffer pro Bundesligaspiel – eine miserable Quote, die den eigenen Ansprüchen nicht gerecht wird. Trainer Jens Keller und seine Untergebenen sind unzufrieden eine der Schießbuden der Liga zu sein. Die Königsblauen machen "zu viele individuelle Fehler" und "treffen die falschen Entscheidungen im Spiel", wie Keller zu erklären versuchte. Der Übungsleiter weiter: "Die komplette Mannschaft arbeitet nicht konsequent gegen den Ball."

Der FC Schalke hat die schlechteste Laufleistung aller Bundesligaklubs. Dem 42-Jährigen gefällt das überhaupt nicht: "Es ärgert mich, dass die Mannschaft nicht noch mehr investiert. Wir haben aber gezeigt, dass wir es können, wie in Basel oder zuhause gegen Bayer Leverkusen. Aber unterm Strich bin ich sicherlich nicht zufrieden."



Back to the roots

Einen Spieler freut die anstehende Reise nach Berlin ganz besonders, nämlich Kevin-Prince Boateng. Der gebürtige Hauptstädter kehrt in die alte Heimat zurück. "Ich freue mich wahnsinnig auf die Partie gegen meinen Ex-Verein. Es ist für mich etwas ganz Besonderes, dort aufzulaufen, wo vor etlichen Jahren alles angefangen hat", frohlockte der 26-Jährige. Seinem viel besprochenen Knie scheint es derweil gut zu gehen. "Er hat voll mittrainiert und wird am Samstag spielen", stellte Keller klar.

Eine gewiss andere Gemütslage hat derzeit Julian Draxler. Das Schalker Eigengewächs steckt in einem Formtief. "Julian ist ein intelligenter Spieler. Er ist mit seinen Leistungen nicht zufrieden – es ist gut so, dass er selbstkritisch mit sich umgeht." Draxler verkündete nach dem verlorenen Derby auf seiner Facebook-Seite: "Haut ruhig auf mich drauf, habe es verdient." Keller traut dem erst 20-Jährigen jedoch zu, dieses Entwicklungsstadium schnell zu überwinden. "Er ist mental so stark, dass er da rauskommt und nicht in sich zusammenbricht. Wir werden ihm natürlich alle dabei helfen." Ein anderer junger Spieler sorgt hingegen für positive Schlagzeilen und zaubert meist ein grenzenloses Lächeln in die Gesichter der Fans.

Maximilian Meyer befindet sich zurzeit in einem absoluten Hoch. Das 18-jährige Ausnahmetalent hat den Sprung vom Jugend- zum Bundesligaspieler mit Bravour bewältigt und zeigt solch hervorragende Leistungen, dass selbst sein Trainer überrascht zu sein scheint. "Es ist schon erstaunlich, welche Entwicklung Max genommen hat. Wir wollten ihn eigentlich öfter rausnehmen, aber er wollte nicht. Er ist sehr ehrgeizig", so Keller. Was der Youngster seinem Teamkollegen Draxler in dieser Phase voraus hat, ist, dass dieser "sich keine Platte" macht. Meyer komme rein und spiele "unbekümmert auf", schwärmte Keller weiter.



Meyer lässt aufhorchen

Die jüngst gezeigten Leistungen wecken Begehrlichkeiten. Meyer hat zahlreiche Interessenten und die Klubs aus Europa schicken schon das ein oder andere Fax in die Schalker Geschäftsstelle. Nun soll dessen bis 2017 laufender Vertrag verlängert werden, erste Gespräche gab es bereits. "Wir sind da auf einem sehr guten Weg", erklärte Schalke-Manager Horst Heldt und machte bei Schalke TV zugleich Hoffnung auf Vollzug: "Max fühlt sich hier sehr wohl, er ist Schalker durch und durch. Abwanderungsgedanken hat er keine."

Beim Personal ist der Stand immer noch der alte. Die Langzeitverletzten um Klaas-Jan Huntelaar und Marco Höger werden am Samstagnachmittag nicht dabei sein. Höger hat seine Reha nach Knie-OP begonnen, Huntelaar wurden - ebenfalls nach Knie-OP - die Fäden gezogen. Fraglich ist allerdings Verteidiger Sead Kolasinac. Der gebürtige Karlsruher zog sich einen schmerzhaften Pferdekuss zu. Er konnte zwei Tage nicht trainieren und musste am Donnerstag den Versuch wieder ins Mannschaftstraining einzusteigen abbrechen. Chinedu Obasi und Jefferson Farfan trainieren weiterhin individuell. Kyriakos Papadopoulos macht nach einer mittlerweile fast einjähriger Zwangspause im Teamtraining wieder einen glänzenden Eindruck. Sein Comeback rückt näher.

Die Bilanz des FC Schalke 04 gegenüber Hertha BSC in der jüngeren Vergangenheit macht Hoffnung auf ein gutes Ergebnis. Bei den letzten neun Aufeinandertreffen siegten die Knappen acht Mal bei einem Remis. Allerdings ist die alte Dame gut drauf (Platz fünf) und steht nicht umsonst vor den Königsblauen (Platz sieben) in der Tabelle der Bundesliga.

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