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Kevin-Prince Boateng verließ Hertha 2007 als großes Talent und kehrt am Samstag mit Schalke als Star zurück. Bereits bei seinem Abschied aus Berlin hatte er Probleme mit dem Knie.

Berlin. Rechtzeitig vor seiner Rückkehr tauchen die "Käfigbilder" in den Berliner Zeitungen wieder auf. Kevin-Prince Boateng vor Jahren mit Bruder Jerome, Änis Ben-Hatira und Ashkan Dejagah auf dem Bolzplatz in Wedding: Aus den Halbstarken wurden Stars. Den weitesten Weg legte Kevin-Prince zurück. Als gereifter Hoffnungsträger kehrt der 26-Jährige am Samstag mit Schalke 04 zurück und spielt erstmals wieder gegen Hertha BSC (15.30 Uhr/Sky).

"Ich freue mich wahnsinnig auf die Partie gegen meinen Ex-Verein. Es ist für mich etwas ganz Besonderes, dort aufzulaufen, wo vor etlichen Jahren alles angefangen hat", sagte "KP". Der Deutsch-Ghanaer kickte seit seinem siebten Lebensjahr für die Hertha. Mit 18 debütierte er in der Bundesliga, zwei Jahre später ging er zu Tottenham Hotspur. Sein Wechsel in die Premier League spülte 7,9 Millionen Euro in die Hertha-Kasse. Es folgten Stationen bei Borussia Dortmund, dem FC Portsmouth, dem AC Mailand und seit Saisonbeginn bei Schalke 04.

Schon bevor sich Boateng 2007 aus Berlin verabschiedete, war das Knie des Mittelfeldspielers ein Thema. Anfang 2007 unterzog er sich einem Eingriff am Innenmeniskus. Bis heute sollen mindestens zwei weitere Operationen gefolgt sein, nun droht wegen anhaltender Beschwerden sogar ein weiterer Eingriff. Aus dem Schalker Transfercoup vom Sommer könnte bald ein Problemfall werden.

Hitzfeld-Aussagen sorgen für Unruhe

Ausgerechnet der sonst so seriöse Ottmar Hitzfeld hatte mit seiner flapsigen Äußerung, dass der Zehn-Millionen-Zugang "angeschlagen war, als er gekommen ist, dass man ihn dadurch überhaupt erst bekommen hat", für Entsetzen auf Schalke gesorgt. Sportvorstand Horst Heldt ging hoch wie ein HB-Männchen und konterte lautstark: "Ich weiß nicht, was Ottmar Hitzfeld aus der Ferne bewegt, so etwas zu behaupten. Das ist schade und enttäuschend."

Boateng muss sich nun durchbeißen. Die Fußball-Nation blickt auf sein linkes Knie. Das wird auch am Samstag im Spiel bei seinem Ex-Verein so sein, der in der Tabelle besser platziert ist als Schalke. "Hertha hat in dieser Saison oft bewiesen, dass sie in der Lage sind, ordentlich mitzumischen", sagte der Rückkehrer: "Ich denke, das Spiel im Olympiastadion wird hart umkämpft." Herthas Trainer Jos Luhukay hat Respekt vor Boateng: "Er ist Vollstrecker und Vorbereiter zugleich."

Als junger Profi pflegte Boateng sein Image als Enfant terrible. Mit Kumpel und Ex-Mitspieler Patrick Ebert trat der Junge aus dem Berliner Ghetto nachts in Berlin Autospiegel ab. Zu Beginn seiner Londoner Zeit fiel der Halbbruder des deutschen Nationalspielers Jerome Boateng durch seine langen Ausflüge ins Nachtleben auf. Und das Foul an Michael Ballack 2010, das die Nationalmannschaftskarriere des "Capitano" beendete, bildete den Höhepunkt seiner Rolle als Bad Boy.

Imagewandel in Mailand

Doch spätestens im Trikot des AC Mailand wandelte sich das Bild des einstigen Rebellen, der seit 2010 für die Nationalelf Ghanas spielt. Plötzlich zeigte er weiche Seiten, aber mit Überzeugung. Als er bei einem Testspiel nach rassistischen Beleidigungen das Spielfeld kurzerhand verließ und ihm seine Mitspieler allesamt folgten, wurde er plötzlich zum gefeierten Helden. Der Weltverband FIFA und die Vereinten Nationen (UN) setzten ihn fortan als Botschafter ihrer Anti-Rassismus-Bewegungen ein.

Fraglich ist, ob der "Aggressiv-Leader" nun auch sportlich dauerhaft überzeugt und den FC Schalke in der Bundesliga trotz seiner Knie-Beschwerden ans Spitzentrio heranführen kann. Elf Punkte trennen die Königsblauen von Leverkusen und vom Erzrivalen Borussia Dortmund. "Wir haben in einigen Spielen bewiesen, dass wir eine hohe Qualität in der Mannschaft haben, jetzt müssen wir den nächsten Schritt machen und unser Leistungsvermögen konstanter abrufen", sagte Boateng. In seiner Heimatstadt würde er am liebsten eine Serie starten.

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