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Phantomtor: Michael Lehner kritisiert "enttäuschendes" Urteil

Für den Juristen ist das Urteil am Montag zwar wie erwartet ausgefallen, dennoch würde er sich vom DFB mehr Eigenständigkeit wünschen.

Köln. Sportrechtler Michael Lehner hat die Anerkennung des Phantomtors von Stefan Kießling kritisiert. "Ein enttäuschendes Urteil", sagte Lehner Spiegel Online über die Entscheidung des DFB-Sportgerichts am Montag. Sie falle zwar erwartungsgemäß aus und sei juristisch begründbar, doch seiner Meinung nach habe das Sportgericht "eine wichtige Chance" ausgelassen, "seine Eigenständigkeit" zu beweisen.

"Gerade in diesen Zeiten, in denen man mit Torlinientechnik mehr Gerechtigkeit im Sport erzielen möchte, muss man als DFB auch einmal Mut beweisen", sagte der Jurist. Zumal in der Sportgerichtsbarkeit das Fair Play und der Verhältnismäßigkeits-Grundsatz mehr zählten "als in der staatlichen Rechtsprechung".

Konfrontation mit FIFA vermieden

Das Sportgericht unter Vorsitz von Hans E. Lorenz hatte am Montag den Einspruch von 1899 Hoffenheim gegen die Wertung der Partie gegen Bayer Leverkusen am 18. Oktober (1:2) abgewiesen. Die Kraichgauer hatten Protest eingelegt, weil der von Schiedsrichter Felix Brych (München) anerkannte Treffer des Leverkuseners Stefan Kießling (70.) eigentlich keiner war. Der Kopfball des Angreifers war seitlich durch ein Loch im Netz ins Tor gegangen.

Mit dem Urteil vermied der DFB die Konfrontation mit dem Weltverband FIFA, der die Tatsachenentscheidungen der Schiedsrichter für unantastbar hält.

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