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Der Bayern-Vorstandschef setzt große Hoffnungen in das Financial Fairplay. Im Spagat zwischen den Fans und dem Kommerz sieht er den FC Bayern in einer guten Balance.

München. Bayern Münchens Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge hat die positive Entwicklung der Bundesliga gelobt und seine Hoffnungen in die Wirksamkeit des Financial Fairplay der UEFA erneuert. Im Spagat zwischen den Fans und dem Kommerz sieht er den FC Bayern in einer guten Balance.

"Ich glaube, dass wir eine gute und starke Liga haben. Deutsche Mannschaften sind gegenüber früher mit Sicherheit stärker geworden", urteilte Rummenigge im Kicker über die Qualität der Bundesliga.

Der 58-Jährige führte aus: "In der Vergangenheit war es doch so, dass bis auf Bayern und manchmal Dortmund die anderen Klubs nicht wirklich erfolgreich waren. Ich habe den Eindruck, dass die Bundesliga international auf einem guten Weg ist."

Financial Fairplay ein Hoffnungsschimmer

Besonders global müsse der Fußball aber darauf achten, weniger Geld auszugeben und unabhängiger zu werden, warnte Rummenigge. Im UEFA Financial Fairplay sieht er ein geeignetes Werkzeug: "Zwischen 60 und 63 Prozent aller Profiklubs schreiben mittlerweile rote Zahlen. Das zeigt, dass irgendetwas in die falsche Richtung läuft. Wir müssen aufhören, mehr und mehr Geld auszugeben."

Wenn das FFP in der kommenden Saison "ernsthaft" startet, hofft er, "dass der Verband das durchzieht." Zugleich sei es in Ordnung, wenn die UEFA einzelnen Klub Hilfestellung gibt - unter einer Bedingung: "Die Klubs müssen signalisieren, dass sie bereit sind, das FFP zu akzeptieren."

Liberale Haltung zu Investoren

"Wir sind hier bei Bayern sehr glücklich über unsere Unabhängigkeit. Letzte Saison haben wir zum 16. Mal in Folge profitabel gearbeitet, und die allermeisten Jahre haben wir dazu den Umsatz steigern können", verkündete Rummenigge stolz.

Diese Unabhängigkeit sei "ein großer Wert für uns". Der Europameister von 1980 wollte allerdings andere Vereine nicht dafür kritisieren, wenn sie ihre Anteile an Investoren verkaufen: "Das ist deren Sache, ob sie das machen wollen."

"Happy" mit der Champions League

Die Champions League hält Rummenigge für das derzeit beste Produkt im Vereinsfußball: "Die Menschen, die Vereine lieben sie, und wenn man sich die Einkünfte am Saisonende anschaut, dann ist jeder glücklich. Wir sind happy. Europa ist aktuell in dieser Fußballwelt eine Insel der Glückseligkeit."

Meldungen, wonach eine von der UEFA unabhängige Europa-Liga der besten Klubs bald kommen werde, wies der Bayern-Boss zurück: "Wir haben so was nie diskutiert." Vielmehr plane die Vereinigung der wichtigsten Klubs in Europa (ECA) eine Ausweitung des bis 2018 laufenden Vertrags mit dem europäischen Verband.

Globalisierung mit Fingerspitzengefühl

Ein sensibles Thema ist für Rummenigge die Globalisierung im Fußball. Mit Blick auf den FC Bayern sagt er: "Wir haben eine bayerische Basis, und darauf sind wir sehr stolz." Allerdings stehe der Verein global in Konkurrenz zu den anderen großen Teams in Europa. "Wir müssen diesen Kampf annehmen und schauen, dass wir am Ende einen Teil des Kuchens, der weltweit vergeben wird, abbekommen", erklärte der 58-Jährige.

So habe er das Ziel, dass der Verein einerseits "weltweit noch prominenter wahrgenommen" wird. Auf der anderen Seite will Rummenigge gerade auf dem heimischen Markt mit Augenmaß agieren: "Es gehört zur sozialen Verantwortung eines jeden Klubs, sich um die Ticketpreise zu sorgen. Eine Jahreskarte muss erschwinglich sein, aber das war schon immer ein Teil unserer Politik."

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