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Es war eine ernüchternde Woche für Schalke 04. Die Königsblauen sind weit davon entfernt, eine Spitzenmannschaft zu sein. Der einzige Lichtblick war ein 18-Jähriger.

Gelsenkirchen. Am Ende einer ernüchternden Woche war der Möchtegern-Spitzenklub in Europa nur noch Mittelmaß in der Bundesliga: Innerhalb von fünf Tagen wurde Schalke 04 zweimal brutal auf den Boden der Realität zurückgeholt - und sah nur noch Königsgrau. "Die anderen sind enteilt. Ich kann auch die Tabelle lesen", sagte Sportvorstand Horst Heldt nach dem 1:3 (0:1) im 143. Revierderby gegen Borussia Dortmund. Bei bereits elf Punkten Rückstand auf den BVB und die direkten Champions-League-Ränge relativierte der Manager die Ziele: "Wir müssen sehen, dass wir den vierten Platz holen."

Die Bundesliga-Tabelle lügt nicht: Mit nur 14 von 30 möglichen Punkten hinken die Königsblauen schon nach nicht einmal einem Saisondrittel überdeutlich den eigenen Ansprüchen hinterher. Die Abstiegsränge sind näher als die drei Spitzenplätze. Mindestens genauso erschreckend: Die 22 Gegentore werden nur von drei anderen Teams erreicht oder überboten. "Das sind viel zu viele", gab Heldt zu: "So wirst du auf Dauer nicht erfolgreich sein."

Gegen den BVB setzte sich fort, was am vergangenen Dienstag beim 0:3 gegen den FC Chelsea in der Königsklasse begonnen hatte: Schalke ließ sich in den entscheidenden Phasen wie eine Schülermannschaft auskontern, taktische Grundlagen des modernen Fußballs wurden sträflich vernachlässigt. Die Dortmunder machten vor, wie aggressives Pressing und schnelles Umschalten nach Balleroberung funktionieren - die Gelsenkirchener, die insgesamt fünf Kilometer weniger liefen als der BVB, ließen dem Gegner viel Raum und legten nach gewonnenen Zweikämpfen meist den Rückwärtsgang ein.

"Planung wird ad absurdum geführt"

Dass sein Team unter Trainer Jens Keller stagniert und eine klare Spielidee vermissen lässt, konnte Heldt nicht ganz von der Hand weisen. "Eine Entwicklung stockt natürlich, wenn die Planung nicht hinhaut", sagte der Ex-Profi und führte die zahlreichen verletzten Stars wie Klaas-Jan Huntelaar oder Jefferson Farfan an: "Die Planung wird ad absurdum geführt, wenn wichtige Spieler wegbrechen."

Wenn dann auch noch Leistungsträger wie Jungstar Julian Draxler oder Kapitän Benedikt Höwedes nicht ihr Potenzial abrufen, ist der Abstand zu den Branchenführern riesengroß. "Wir sind momentan leider nicht in der Verfassung, solche Mannschaften zu schlagen", gab Draxler zu, der vor dem entscheidenden 1:3 am Dortmunder Strafraum den Ball vertändelt hatte.

Meyer einziger Lichtblick

Einziger Lichtblick war Max Meyer. Als der 18-Jährige nach einer Stunde ins Spiel kam, machte Schalke "noch mal Alarm", wie Keller feststellte. Dass er den besten Spieler der vergangenen Wochen 60 Minuten lang auf der Bank gelassen hatte, rechtfertigte der Coach mit seiner Fürsorgepflicht gegenüber dem Youngster: "Wir wollen ihn aufbauen, nicht kaputtmachen."

Dass stattdessen der österreichische Linksverteidiger Christian Fuchs, der monatelang keine Rolle mehr spielte, im offensiven Mittelfeld auflief, verwunderte viele. Auch fragen sich immer mehr Beobachter, warum das vermeintliche "Jahrhunderttalent" Leon Goretzka, im Sommer mit viel Brimborium verpflichtet, trotz Verletztenmisere nur zweite Wahl ist.

Ob man sich bis zur Winterpause durchmogeln müsse, wurde Heldt gefragt. "Wir mogeln uns nicht durch, sondern stellen uns den Aufgaben", antwortete der Sportvorstand trotzig: "Wir werden alles wieder hinkriegen." Die nächsten Aufgaben sind sehr anspruchsvoll: Dem Gastspiel beim überraschend starken Aufsteiger Hertha BSC am kommenden Samstag folgt die Champions-League-Revanche beim FC Chelsea.

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