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Bayer Leverkusen hält wie im Vorjahr als einzige Mannschaft mit Bayern München und Borussia Dortmund Schritt.

Leverkusen. Ein Punkt Rückstand auf Bayern München, gleichauf mit Borussia Dortmund und elf Zähler Vorsprung auf Schalke 04: Bayer Leverkusen hat sich nachweislich als dritte Kraft im deutschen Fußball etabliert - und zwar unabhängig vom Urteil über das "Phantomtor" am Montag.

"Ganz klar", antwortete Kapitän Simon Rolfes nach dem allerdings zähen 2:1 (1:1) gegen den FC Augsburg auf die Frage, ob sein Team die Nummer drei in Deutschland sei. "Wir waren letztes Jahr schon nur einen Punkt hinter Dortmund und zehn vor Schalke. Da haben das viele noch gar nicht gesehen", sagte Rolfes dem SID: "In diesem Jahr wollten die Schalker ich weiß nicht wie sehr angreifen. Und jetzt liegen wir schon wieder elf Punkte vor. Das zeigt, dass wir keine Eintagsfliege sind."

Keine Eintagsfliegen

Allerdings sieht der Ex-Nationalspieler und Schütze des Ausgleichs (34.) Bayer noch nicht auf Augenhöhe mit den beiden Champions-League-Finalisten. "Wir schaffen es dranzubleiben, obwohl Bayern wirklich verdammt gut ist", sagte er. "Es ist gut, wenn die beiden uns lästig finden. Aber" - und das sei der große Unterschied - "Bayern und Dortmund haben zwei Mannschaften. Eine, mit der sie Champions League spielen und eine, mit der sie in der Liga spielen."

Am Spieltag, "der die Tabelle richtig auseinandergerissen hat", glänzten die Rheinländer aber nicht mit fußballerischer Klasse und kamen erst sieben Minuten vor Schluss zum Siegtor von Emre Can (83.). "Vogelwild, aber mit viel Herz" habe Bayer gespielt, fasste Rolfes treffend zusammen. "Aber auch so kann man gewinnen", meinte Innenverteidiger Philipp Wollscheid mit einem Schmunzeln und glaubt, dass Bayer inzwischen bundesweit als Nummer drei akzeptiert wird: "Die Leute können schließlich die Tabelle lesen."

Rein theoretisch könnte Leverkusen am Montag vor dem DFB-Sportgericht drei Punkte vorübergehend wieder verlieren. Damit rechnet nach aktueller Rechtslage jedoch niemand. "Wir gehen davon aus, dass wir nicht noch einmal in Hoffenheim spielen werden", sagte Wollscheid dem SIDund verwies darauf, "dass Stefan Kießling diesmal ein reguläres Tor erzielt hat, das nicht gegeben wurde. Da kräht aber kein Hahn nach. Natürlich wünscht man sich nicht, dass so etwas wie in Hoffenheim passiert. Aber ich wüsste mal gerne, wo der Unterschied ist, zwischen einem regulären Tor, dass nicht gegeben wurde und einem irregulären Tor, das gewertet wurde."

Vor dem Urteil geben sich die Bayer-Oberen aber demütig und sportlich fair. Nachdem Sportchef Rudi Völler unter der Woche schon angekündigt hatte, ohne Anwalt beim DFB vorstellig zu werden, erklärte nun auch Geschäftsführer Michael Schade: "Wir werden uns absolut der Entscheidung des Sportgerichts unterwerfen und jedes Urteil kritiklos akzeptieren - auch ein Wiederholungsspiel."

Bender und Reinartz fehlten

Trainer Sami Hyypiä glaubt nach seinem 50. Bundesligaspiel als Trainer derweil, dass sein Team in den kommenden Wochen noch stärker wird. Die verletzten Leistungsträger Lars Bender und Stefan Reinartz kommen bald zurück, "und dann können wir auch rotieren. Dann vermeiden wir Situationen wie gegen Augsburg, wo nach dem Champions-League-Spiel unter der Woche viele Spieler müde waren."

Dennoch reichte es zum späten Sieg, wogegen der FCA zum dritten Mal in Folge nach einer Führung (André Hahn/24.) verlor. "Das ist sehr, sehr bitter und wir ärgern uns sehr", meinte Trainer Markus Weinzierl: "Aber wir nehmen das Positive mit und verlieren den Mut nicht."

Als echter Mutmacher dient derweil ein Lob des Gegners. "Augsburg wird jedes Jahr besser", erklärte Rolfes: "Das ist keine Mannschaft mehr, die nur kämpft und verteidigt. Deshalb glaube ich auch, dass sie mit dem Abstieg nicht viel zu tun haben werden."

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