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Für den Kapitän des FC Bayern München sind die Kommentare im Internet tabu: Je weniger man liest, desto besser.

München. Bayern Münchens Kapitän Philipp Lahm hat in einem Interview davor gewarnt, als Profi im Internet zu viele Kommentare der User zu lesen. Zudem sprach der 29-Jährige über Hierarchien und Regeln im Fußball und Anfeindungen der Fans im Stadion.

"Es ist nicht immer leicht, Profifußballer zu sein", erklärte Lahm im Interview mit dem evangelischen Online-Magazin chrismon. Man müsse "schon sehr charakterstark" sein – auch wegen des Internets. "Da kann jeder jeden beleidigen, vollkommen anonym", so der Defensivspieler.

Deshalb halte er sich persönlich von der Berichterstattung und vor allem von den Kommentaren der User fern: "Die Note im Sportteil schaue ich mir an. Aber die Kommentare unter den Berichten? Nie lesen! Und wenn der erste Kommentar gut ist – dann ja nicht weiterlesen! Ich rate den jungen Spielern, dass sie besser dran sind, je weniger sie über sich lesen." Gerade in erfolgreichen Zeiten sei man versucht, sich die Kommentare anzuschauen. "Aber es kommen immer auch andere Zeiten."

"Pöbeleien gegen Einzelne: Das geht nicht!"

Im Stadion müsse man mit Kritik allerdings umgehen, so Lahm. "Wenn es nicht einen Spieler persönlich betrifft, hat man als Mannschaft kein Problem damit." Es sei Teil des Fußballs, "dass uns nicht jeder mag. Aber Pöbeleien gegen Einzelne: Das geht nicht!" In diesem Fall sei das Publikum gefragt: "Da müssen die Leute drum herum eingreifen."

Vor einigen Wochen wurden Aussagen von Lahm als Kritik am Führungsstil von Bayern-Sportvorstand Matthias Sammer interpretiert. Gegenüber chrismon nahm er erneut Stellung zu seinem Führungsstil: Gerade als Kapitän müsse er "erkennen, was in der Mannschaft Thema ist. Und ich muss viel reden." Man müsse zusammen Lösungen finden.

Regeln enorm wichtig 

"Vor zehn Jahren, als ich anfing, lief das noch anders, hierarchischer", erinnert er sich. "Aber meine Generation ist anders aufgewachsen: Bei Problemen darf man nachfragen und erwartet Antworten."

In Sachen Regeln stehe dann aber der Trainer in Verantwortung. Diese könne man im Einzelfall auch diskutieren: "Wenn die Spieler gute Argumente haben, wird darauf gehört." Aber: "Wir reisen als Mannschaft mit 50 Männern und zwei Frauen. Ohne Regeln wüsste ich nicht, wie das enden würde." 

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