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In einem Interview sprach Schalkes Sechser über seine persönliche Entwicklung und Lehren der Vorsaison. Zudem verrät er, warum Chelsea, Carrick und Busquets gute Vorbilder sind.

Gelsenkirchen. Beim FC Schalke 04 ist Roman Neustädter mittlerweile gesetzt. In 16 Spielen kam er 14 Mal zum Einsatz, dennoch sieht er noch reichlich Entwicklungspotenzial. Gegenüber Spox.com sagte er: "Ich bin stabiler geworden und habe kein unterirdisches Spiel gezeigt."

Mit Selbstkritik sparte der Mittelfeldspieler aber nicht: "Speziell gegen Hamburg und die Bayern war meine Leistung nicht wirklich grandios." Im Vergleich zur letzten Saison, als er nach seinem Abschied von Borussia Mönchengladbach und starkem Start bei den Königsblauen in ein Loch fiel, sieht er jedenfalls Fortschritte.

"Für mich war viel Neuland, vor allem die Dreifachbelastung mit Bundesliga, Pokal und Champions League", berichtete er und verwies auf die Lust, stets zu spielen: "Ich habe meine Meinung etwas relativiert. Pausen sind wichtig und es gibt einen Grund, warum alle großen Mannschaften häufig rotieren." Als Konsequenz der Rotation fühlt sich der zweimalige deutsche Nationalspieler fitter, "vor allem im Kopf."

Busquets und Carrick als Idole

Drei Spiele pro Woche seien eine Belastung, die der Körper dank der Trainingslager wegstecken kann – nur "für den Kopf ist es schwierig." Fast entschuldigend schob der 25-Jährige hinterher: "Das soll nicht wehleidig erscheinen: Wir verdienen alle gutes Geld und werden dafür bezahlt, diesem Druck standzuhalten."

Um an Stärken und Schwächen zu feilen, blickt Neustädter über den Tellerrand hinaus. Gerne beobachtet er Barcelonas Sergio Busquets, dessen Ruhe beeindruckt. "Wenn ihn zwei Spieler angreifen, ihm im Bruchteil einer Sekunde eine Lösungsidee einfällt, ist es der beste Anschauungsunterricht, den man bekommen kann."

Auf der Insel hat er mit Michael Carrick von Manchester United ein weniger prominentes Idol: "Über ihn reden nicht so viele Leute, trotzdem ist er ein fantastischer Sechser", so Neustädter: "Extrem spannend ist es zu beobachten, wie er sich mit dem Körper zum Spielgeschehen orientiert oder wie er zum Ball steht."

"Chelsea ein gutes Vorbild"

Letztlich wolle er jedoch keine Kopie darstellen, Neustädter versucht viel eher, "mein eigener Spielertyp zu sein." Auch Schalke könne sich bei anderen Klubs einiges abschauen - etwa beim FC Chelsea: "Sie sind ein sehr gutes Vorbild. Sie holten 2012 mit überragender Defensivleistung die Champions League, obwohl die anderen Mannschaften besser besetzt waren."

Zwar hätten die Blues auf dem Weg zum Triumph über den FC Bayern "eine Portion Glück gehabt", der Sieg stand dennoch "für eine bestimmte Art der Qualität. Deshalb muss uns immer bewusst sein: Die Defensive ist der Motor der gesamten Mannschaft." In der Champions League verlor man gegen die Londoner zuletzt mit 0:3.

Im Sommer war Chelsea auch an Julian Draxler dran. Dieser glänze nicht nur spielerisch, sondern ebenso charakterlich. "Er ist ein Phänomen - ein Wahnsinn, dass er erst vor kurzem seinen 20. Geburtstag gefeiert hat. Doch das darf man nicht als Regel ansehen. Er ist für sein Alter unglaublich klar im Kopf, weiß genau, was er will."

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