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Es ist DAS Derby in Deutschland: Schalke trifft auf den BVB. Für manche ist es sogar ein Kampf des Glaubens. Die Protagonisten selbst behalten die Ruhe - noch.


Aus Gelsenkirchen berichtet:
Goal-Korrespondent Hassan Talib Haji

Trotz 0:3-Schlappe am Dienstag in der Champions League gegen den FC Chelsea wirkt der FC Schalke 04 nicht wirklich geknickt. Viel Zeit, Trübsal zu blasen, bleibt ohnehin nicht, denn am Samstagnachmittag folgt das Spiel der Spiele – das 143. Revierderby gegen Erzrivale Borussia Dortmund.

"Was soll ich da großartig erzählen? Jeder weiß, worum es geht", stellte Kapitän Benedikt Höwedes unter der Woche klar. Eine Extra-Motivation bedarf es auf Schalker Seite also nicht mehr. Zu wichtig ist diese Aufgabe gegen bislang grandios aufspielende Nachbarn aus Dortmund. Jürgen Klopps Mannschaft legte den besten Saisonstart der Vereinshistorie hin und ist demnach klarer Favorit.

Für Gegenüber Jens Keller sind zuvor gezeigte Leistungen vor solchen brisanten Duellen zweitrangig: "Diese Begegnungen haben ihren eigenen Charakter, eigene Gesetze." Für Höwedes gilt ein ähnlicher Gedanke: "In solchen Spielen kommt es nicht immer auf die individuelle Qualität an, sondern auch darauf, dass der Fight angenommen wird. Wir werden versuchen, Borussia Dortmund den Schneid abzukaufen."

Ausgangslage unbedeutend

Zunächst muss die bittere und erste Niederlage in der Königsklassen aus den Köpfen. "Gegen Chelsea war es eine unnötige Niederlage", haderte Keller noch am Donnerstag. Schob aber hinterher, dass Schalke "ein ordentliches Spiel" gemacht habe. Denn das 0:3 sei zwar "ein hohes Ergebnis" gewesen, es habe das Spiel aber nicht widergespiegelt, so Keller weiter.

Doch wie sind nun die Aussichten für das Derby? "Auch in der letzten Saison kam Dortmund mit einem sehr guten Lauf und Rückenwind – das Derby haben wir gewonnen", unterstrich der 42-Jährige die Ausgangslage und deren eigentliche Belanglosigkeit. Wie schon gegen das Team von Star-Trainer Jose Mourinho kann er dabei wieder auf Kevin-Prince Boateng zurückgreifen.

Dessen Knie hält, aber hat der Ex-Mailänder noch Trainingsrückstand. Am Donnerstagnachmittag stand der 26-Jährige wieder auf dem Platz, hat voll am Trainingsbetrieb teilnehmen können. Die Abschlusseinheit der Mannschaft am Freitag findet ohne Fans und Medien statt. Auch beim BVB ist diese nicht öffentlich.

So könnte Schalke spielen




Mit Szalai oder Boateng im Sturm


Für Schalke ist die Rückkehr der Nummer 9 von großer Bedeutung. Ob der angespannten Personalsituation hat man "derzeit nicht allzu viele Optionen". Klaas-Jan Huntelaar fällt nach Knie-OP bis Anfang 2014, Marco Höger nach Kreuzbandriss mindestens ein halbes Jahr. Bei Boateng wird die große Frage sein, wo Keller ihn aufstellt.

Gegen den FC Chelsea rückte er in die vorderste Spitze - agierte als falsche Neun. Es ist damit zu rechnen, dass Adam Szalai wieder im Sturmzentrum agiert. Auf welche Position Boateng geschoben wird, ließ Keller offen. Es dürfte aber die zentrale Rolle im offensiven Mittelfeld sein.

An einer guten Auf- und Einstellung darf es dem Revierklub am Samstag nicht mangeln, da sich der BVB in in einer blendenden Verfassung befindet. "Sie haben eine enorme Qualität, können personell fast aus dem Vollen schöpfen", so Keller. Wie auch Schalke musste Schwarz-gelb am Dienstagabend in der Königsklasse ran und gewann beim FC Arsenal mit 2:1. Allerdings waren sie laut Keller, "in der zweiten Halbzeit in London nicht dominant. Am Ende war es dort ein glücklicher Sieg durch einen Konter. Nichtsdestotrotz wissen wir um die Qualität der Mannschaft."



Schalke denkt über Transfers nach

Durch die schwere Verletzung und der Ausfallzeit von Mittelfeldspieler Höger schloss Schalke-Manager Horst Heldt einen Winter-Transfer nicht mehr kategorisch aus: "Fußball ist Tagesgeschäft. Es war tatsächlich nicht in der Planung noch etwas zu tun. Wir werden uns beratschlagen, ob und wo wir noch was machen."

Für Schalke 04 und Borussia Dortmund steht das 143. Revierderby unter ganz besonderen Vorzeichen: Die Knappen brauchen die Punkte dringend um sich Platz vier (Champions-League-Qualifikation) zu schnappen und um den Rückstand auf Dortmund und Bayer Leverkusen wenn möglich zu verringern.

Im Gegenzug hat der BVB noch Wiedergutmachung bei seinen Fans zu betreiben. Die letzten beiden Duelle gewann der Erzrivale. Zudem könnte bei einem Nuller in der Veltins Arena der Abstand auf die Spitze und somit auf den FC Bayern München auf vier Punkte anwachsen. Doch Schalke dürfte dies herzlich wenig interessieren.

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