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Vaclav Kadlec hat sich prächtig bei Eintracht Frankfurt eingelebt. Der junge Stürmer aus Prag schwört auf geheime Rituale und hat Spaß an provokanten Werbeclips.

Frankfurt/Main. Vaclav Kadlec trifft und trifft und trifft. Und das ist gut so. Der 21-jährige Tscheche von Eintracht Frankfurt stellt an neuer Wirkungsstätte immer wieder fest, dass Tore für einen Stürmer in fast allen Lebenslagen wie Balsam wirken. Gegen Heimweh allerdings, da helfen selbst die schönsten Treffer nur bedingt.

Nach gut zwei Monaten in der Bankenmetropole schweifen die Gedanken von Kadlec noch oft gen Osten. "Prag ist meine absolute Lieblingsstadt", sagt der Neuzugang dann. Frankfurt hatte (noch) keine Chance, das zu ändern - denn der Jung-Nationalspieler ist ja erst im August nach wochenlanger Hängepartie für 3,2 Millionen Euro von Sparta Prag zur Eintracht gewechselt.

Das gelegentliche Heimweh nach der Goldenen Stadt sorgt aber nicht dafür, dass Kadlec in neuer Umgebung fremdelt. Im Gegenteil. Mit vier Toren und einer Vorlage in sieben Bundesligaspielen ist er derzeit der erfolgreichste Frankfurter Profi. Hinzu kam vor dem Duell mit Maccabi Tel Aviv am Donnerstag ein Treffer in der Europa League.

"Eine richtige Granate"

Seinen Einstand hatte sich der antrittsschnelle Kadlec genauso vorgestellt. "Natürlich haben mir die Tore geholfen. Sie sorgten dafür, dass mich die Mannschaft schneller akzeptiert hat. Ich glaube, ich habe mir einen guten Namen gemacht", berichtete der Cristiano-Ronaldo-Fan, der bei Interviews die Dienste einer Dolmetscherin in Anspruch nimmt.

Eigentlich hatte er bei seiner Vorstellung angekündigt, er wolle schnell Deutsch lernen. "Ich gebe mir auch Mühe. Aber wir wohnen viel im Hotel, da bleibt wenig Zeit für den Unterricht", erklärte Kadlec. Der Angreifer mit der Rückennummer 10, der in Lichtgeschwindigkeit vom Perspektivspieler zum Shootingstar avancierte, lässt lieber Taten sprechen. Was auch seine Kollegen beeindruckt. "Er ist eine richtige Granate", sagt Mittelfeldspieler Stefan Aigner.

Glücksgriff von Veh

Auch Trainer Armin Veh darf sich bestätigt fühlen. Der 52-Jährige hatte mit Sportdirektor Bruno Hübner alle Hebel in Bewegung gesetzt, um seinen Wunschstürmer nach Frankfurt zu lotsen. Der Poker mit Sparta Prag zog sich über Wochen hin. "Vaclav ist ein außergewöhnliches Talent. Und er kann ein außergewöhnlicher Spieler werden", sagt Veh.

An das Niveau hat sich Kadlec, der mit 16 Jahren seinen ersten Profivertrag bei Sparta unterschrieb, überraschend schnell gewöhnt. Kraft kostet die Dreifachbelastung mit Bundesliga, Europa League und DFB-Pokal trotzdem. "Ich bin nach den Spielen schon müde. Aber ich habe einige Rituale, um gut zu regenerieren", sagt Kadlec und lächelt. Mehr möchte er über seine geheimen Kraftquellen nicht verraten.

Vielleicht sitzt er zu Hause auch ab und an am Computer und begutachtet seine Schauspielkünste. Vor zwei Jahren war Kadlec der Hauptdarsteller im einem lustigen Werbeclip des Bildungsministeriums. Im tschechischen Staatsfernsehen sollte der Profi seine jungen Mitbürger zum Abitur ermutigen.

An der provokanten und ironischen Weise hat Kadlec sicher seinen Spaß. Damals stand er in feinem Zwirn neben einem gelben Sportwagen und wedelte kurz darauf an einem Pokertisch mit einem Geldbündel. "Ich habe Geld und brauche deshalb keine Schule. Ich brauche keine Grammatik, weil andere für mich lesen. Mich interessiert nur der Sport", musste der Stürmer damals in die Kamera sagen. Der ironische Clip kam gut an. So wie die Treffsicherheit von Kadlec in Frankfurt.

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