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1899 Hoffenheim zeigt Herz, die FIFA bleibt unbeeindruckt - und "Torschütze" Stefan Kießling leidet. Der Skandal von Sinsheim und die Tage danach...

Frankfurt/Main. Im Fall des Phantom-Tors beim 1:2 zwischen 1899 Hoffenheim und Bayer Leverkusen hat die FIFA abermals auf die Endgültigkeit von Tatsachenentscheidungen des Schiedsrichters verwiesen und der Bundesliga gleichzeitig zur Einführung der Torlinientechnik geraten.

"Der Vorfall ist ein weiteres Beispiel, wie die Torlinientechnologie gerade den Schiedsrichtern eine große Hilfe sein kann, den richtigen Entscheid zu fällen, um damit zu Fair Play in unserem Sport beizutragen", teilte die FIFA am Dienstag auf SID-Anfrage mit.

In seiner Stellungnahme mahnte der Weltverband ebenso zur Beachtung der Regel 5 seiner offiziellen Spielregeln, in der es heißt: "Die Entscheidungen des Schiedsrichters zu spielrelevanten Tatsachen sind endgültig. Dazu gehören auch das Ergebnis des Spiels sowie die Entscheidung auf Tor oder kein Tor."

"Die ganze Kritik war ziemlich hart"

Stürmer Stefan Kießling (Bayer Leverkusen) hatte den Ball am Freitag während des Punktspiels bei 1899 Hoffenheim in der 70. Minute neben den Pfosten geköpft, durch ein Loch im Netz landete der Ball aber dennoch im Tor. Das komplette Schiedsrichter-Gespann um Brych übersah dies und gab den Treffer - Kießling leidet unter den folgenden Vorwürfen.

"Die ganze Kritik in den letzten Tagen war ziemlich hart", sagte Kießling im vereinseigenen TV: "30.000 im Stadion haben es nicht gesehen, und ich gehöre dazu. Ich habe gesehen, dass der Ball Richtung Außennetz geflogen ist - und jeder weiß, dass ich der Letzte wäre, der nicht sagen würde, dass der Ball durch so ein doofes Loch geflogen ist."

Zuspruch erhält Kießling vor dem richtungsweisenden Champions-League-Duell mit dem ukrainischen Meister Schachtjor Donezk am Mittwoch (20.45 Uhr) unterdessen von seinen Teamkollegen. "Die ganze Mannschaft steht hinter mir. Sie wissen, wie es in mir drin aussieht", sagte der 29-Jährige: "Aber ich hoffe, dass sich das Ganze bald etwas legt."

Hoffenheim spendet Netz

Fair Play hin, Torlinientechnik her: Ungeachtet der Diskussionen um Konsequenzen nach dem zweiten Phantom-Tor der Bundesliga-Geschichte zeigte Hoffenheim Kreativität. Der Verein spendete das löchrige Tornetz, das den ganzen Wirbel erst ausgelöst hatte, der Hilfsorganisation "Ein Herz für Kinder".

Das 4,5 Kilogramm schwere Tornetz, das normal 100 Euro kostet, soll im Rahmen einer TV-Gala am 7. Dezember versteigert werden. "Das Netz hat für Aufregung und Ärger gesorgt. Da ist der gute Zweck ein schöner Ausgleich für den entstandenen Schaden. Und was gibt es besseres, als das Netz für 'Ein Herz für Kinder' zu spenden?", sagte Hoffenheims Geschäftsführer Peter Rettig der Bild-Zeitung.

Überhaupt scheinen sich die Gemüter langsam, aber sicher wieder zu beruhigen. "Man sollte jetzt nicht sagen, dass wir unbedingt eine Torkamera brauchen", sagte Jamaikas Nationaltrainer Winfried Schäfer am Rande der Verleihung der Herbert-Awards in Hamburg: "Das macht den Fußball doch aus, da geschehen immer wieder schöne und interessante Dinge. Und deshalb wird der Fußball nie zugrunde gehen."

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