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Kurioser geht es kaum: Kießling köpft ans Außennetz, aber Schiedsrichter Brych entscheidet auf Tor. Wie vor fast zwei Jahrzehnten, als Thomas Helmer trotz Fehlschuss jubelte.

Sinsheim. Knapp 19 Jahre und sechs Monate muss man zurückblicken: Am 23. April 1994 prägte Thomas Helmer den Begriff Phantom-Tor, als er im Dress des FC Bayern gegen den 1.FC Nürnberg zwar das Tor nicht traf, aber trotzdem jubeln durfte.

Eigentlich sollten solche kuriosen Begebenheiten im modernen Fußball nicht mehr passieren, dachten bis zum Spiel zwischen der TSG Hoffenheim und Bayer Leverkusen wohl viele – eigentlich: Denn am Freitagabend in Sinsheim kam es zu Helmer reloaded. Diesmal in den Hauptrollen: Stefan Kießling und Schiedsrichter Dr. Felix Brych.

Es lief die 70. Minute, als sich Leverkusens Gonzalo Castro den Ball zum Eckstoß hinlegte. Der ehemalige deutsche Nationalspieler brachte die Kugel herein, Kießling hechtete in den Ball und köpfte ihn mit viel Wucht ans Außennetz. Die Folge: Haare raufen beim Torjäger, eine vergebene Chance. Oder doch nicht?

Erst ärgern, dann jubeln 

Plötzlich kam Teamkollege Stefan Reinartz jubelnd zu Kießling und umarmt ihn nach dem Motto: Lass dir ja nichts anmerken! Was war passiert? Durch ein Loch im Außennetz landete der Kopfball über Umwegen in den Maschen, der Schiedsrichter entschied auf Tor.

Wenige Augenblicke später: Hoffenheim wollte den fälligen Anstoß ausführen, Kießling stand neben Dr. Felix Brych am Mittelkreis, wechselte einige Worte mit ihm. Dennoch pfiff Brych das Spiel an, nahm den Treffer also nicht zurück.

In der 73. Minute machten die Hoffenheimer Auswechselspieler, die sich hinter dem Tor ihres Keepers Koen Casteels warm liefen, auf das mangelhafte Außennetz aufmerksam. Der offensichtliche Schaden wurde rasch behoben, Brych schien sich jedoch weiterhin nicht beirren zu lassen - es blieb beim 0:2.

Helmer musste ins Wiederholungsspiel 

Am Ende gewinnt Leverkusen das Auswärtsspiel bei 1899 mit 2:1. Mit dem gleichen Ergebnis siegten damals die Bayern gegen Nürnberg. Wegen Helmers Phantom-Tor wurde jedoch ein Wiederholungsspiel angesetzt, dass der Rekordmeister deutlich mit 5:0 für sich entschied. Ob diese Lösung auch knapp 20 Jahre später wieder gewählt wird? 

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