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Zum ersten Mal kommt es am Samstag in der Fußball-Bundesliga zu einem brasilianischen Bruderduell. Mönchengladbachs Raffael trifft Berlins Ronny.

Berlin. Vater Caetano tippt auf ein Remis, Mutter Fatima lässt im fernen Fortaleza den Fernseher lieber ausgeschaltet: Das erste brasilianische Bruderduell in der Geschichte der Fußball-Bundesliga zwischen Ronny von Hertha BSC und Mönchengladbachs Raffael am Samstag (18.30 Uhr/Sky) wird für die Familie de Araújo zum Nervenspiel. Auch die Brüder selbst sind angespannt.

"Es wird ein komisches Gefühl sein, wenn wir uns zum ersten Mal in unserer Karriere auf dem Platz begegnen", verriet Berlines Spielmacher Ronny dem kicker. Zugeständnisse will der 27-Jährige im Familienduell vor rund 60.000 Zuschauern im Olympiastadion aber nicht machen. "Wenn es sein muss, foule ich Raffa auch."

Von Fortaleza bis nach Berlin und Gladbach

Raffael wird durch das Wiedersehen an gemeinsame Jahre auf den Bolzplätzen von Fortaleza erinnert. "Als Kinder haben wir fast immer in verschiedenen Mannschaften gestanden. Wenn wir ab und an einmal in einem Team spielten, hatten die anderen sowieso keine Chance", sagte der filigrane Techniker der Berliner Zeitung. Bei der Hertha waren die Ballartisten von 2010 bis 2012 gemeinsam unter Vertrag, nun kommt es zum ersten Aufeinandertreffen als Profis.

Beide gehen mit unterschiedlichem Selbstvertrauen in die Partie. Für Raffael läuft es seit seinem Wechsel zu Saisonbeginn von Dynamo Kiew zu Mönchengladbach blendend. Der lauffreudige Raffael hat das Spiel der Borussen variabler gemacht und mit vier Toren großen Anteil am Sprung auf Rang vier. "Er macht das sehr gut", lobte ihn jüngst Trainer Lucien Favre, der seinen Musterschüler bereits zum FC Zürich (2005) und zur Hertha (2008) gelockt hatte.

Für den ein Jahr jüngeren Bruder lief es bislang nicht so gut. Sein Trainer Jos Luhukay reagierte verärgert, als der U17-Weltmeister von 2003 mit schlechten Fitnesswerten aus dem Sommerurlaub zurückkam. Seine Erstligareife hat der Standardspezialist mit dem Kanonenschlag im Fuß bislang noch nicht bewiesen, obwohl ihn Herthas Manager Michael Preetz im April mit einem üppig dotierten Vertrag bis 2017 ausgestattet hatte.

"Er ist noch nicht auf dem Niveau des Vorjahres", sagte Luhukay mehrmals über Ronny, der die Berliner in der vergangenen Saison mit 18 Toren und 14 Vorlagen ins Oberhaus geführt hatte. In der bisherigen Spielzeit erzielte er drei Tore, allesamt als Einwechselspieler. Sein Gewaltschuss zum 1:1-Endstand bei Hannover 96 am vergangenen Spieltag mit der ersten Ballberühung und einer Geschwindigkeit von 119 km/h wird schon jetzt als "Tor des Monats" gehandelt.

Achtes ausländisches Brüder-Duell

"Er ist eigentlich der bessere Spieler von uns", sagt Raffael gerne über seinen Bruder, der es jedoch ab und zu an der nötigen Disziplin vermissen lässt. In der laufenden Saison kam Ronny bislang nur zu drei Startelfeinsätzen. Bis zu seiner schweren Knieverletzung erhielt Alexander Baumjohann stets den Vorzug auf der Spielmacherposition. Zuletzt agierte Änis Ben-Hatira hinter den Spitzen, so dass es durchaus sein kann, dass der eigenwillige Spielgestalter am Samstag zunächst wieder auf der Bank sitzt.

Ronny gegen Raffael - das ist das bislang achte Duell ausländischer Brüderpaare in der Bundesliga. Noch nie jedoch sind zwei brasilianische Brüder aufeinander getroffen. Am häufigsten, nämlich achtmal, traten laut kicker die Altintop-Brüder gegeneinander an. Es folgten die Kovac-Brüder (5), Marijo und Tomislav Maric (2), Philipp und David Degen (1), Daniel und Niclas Jensen (1), Alexander und Wjatscheslaw Hleb sowie Wayne und Dean Thomas (1).

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