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Ohne Boateng: Schalke 04 vor Pflicht, Kür und Kampf

Die Länderspielpause ist vorbei und der Bundesliga-Alltag hält Einzug. Für den S04 heißt es die Pflichtaufgabe in Braunschweig zu bewältigen, dann kommen die Highlights.


Aus Gelsenkirchen berichtet:
Goal-Korrespondent Hassan Talib Haji

Es war unter der Woche eigentlich ständig bewölkt in Gelsenkirchen. Man könnte auch sagen: "Über den FC Schalke 04 ziehen graue Wolken auf." Nun, die Stimmung war diese Woche schon ein wenig bedrückt, aufgrund der Hiobsbotschaft um Klaas-Jan Huntelaar (Innenband wieder beschädigt).

Der leider erneut verletzte Stürmer tat den Fans und Mitspielern am Montag auf dem Trainingsgelände sichtlich leid. Betroffenheit war den Gesichtern abzulesen. Dennoch: The Show must go on! Und jetzt spielen die "Königsblauen" am Samstagnachmittag bei Eintracht Braunschweig. Der Aufsteiger hat ausgerechnet vor der Länderspielpause entdeckt, wie viel Spaß das Siegen machen kann.

Unwort des Jahres: Verletzungen

Angesprochen auf den Status der vielen Verletzungen reagierte Cheftrainer Jens Keller im obligatorischen Mediengespräch schon fast mit Galgenhumor: "Ich glaube, das wird 'ne lange Pressekonferenz." In der Tat, das Lazarett des FC Schalke 04 kann schon ein wenig beeindrucken. Jefferson Farfan (Muskelfaseriss), Klaas-Jan Huntelaar (Innenbandverletzung, OP droht), Chinedu Obasi (trainiert individuell) und Kevin-Prince Boateng (Kniereizung) fallen aus. Jefferson Farfan soll indes in etwa zwei Wochen wieder zum Team stoßen. Bei dem griechischen Innenverteidiger Papadopoulos scheint die Tendenz positiv zu sein, er nahm bereits wieder am Mannschaftstraining teil.

Bei "Prince", wie er gerne genannt werden möchte, erleichtert sich die Situation zwar, er wird aber dennoch nicht gegen Braunschweig auflaufen. Dabei machte Keller zuerst noch Hoffnung: "Boatengs Heilungsprozess ist gut, ob er aber schon gegen Braunschweig spielen kann, entscheiden wir kurzfristig." Nun entschied man sich, Boateng zu schonen. Ein eigentlicher Ersatzmann wäre auch Gerald Asamoah gewesen, doch dieser verletzte sich nach fünf Minuten im Mittwochstraining an der Wade. Zu allem Überfluss hat sich Torwart Timo Hildebrand einen Hexenschuss zugezogen und wird nicht spielen können. Ihn wird Ralf Fährmann ersetzen.

Heldt geht nicht shoppen

Aufgrund der dünnen Personaldecke werden die Stimmen laut, die nach Spielertransfers rufen. Für Manager und Sportvorstand Horst Heldt macht dies allerdings keinen Sinn. Mehr noch, er schwor die Mannschaft ein: "Wir kommen da so durch!" Warum Schalke 04 derzeit nichts in Sachen Nachkäufe plant, erklärte Heldt: "Natürlich ist es bitter, dass uns Spieler fehlen, wie zum Beispiel Klaas-Jan Huntelaar. Wenn man sich die Prognosen aber anschaut, dann kommen die verletzten Spieler teilweise bald wieder zurück. Huntelaar wird in die Rückrunde starten, bei Jefferson Farfan ist es ebenfalls absehbar, wann er wieder dabei ist. Chinedu Obasi steigt in circa zwei Wochen wieder ins Mannschaftstraining ein."

Für Horst Heldt gibt es demnach "keinen Grund in Hektik oder gar Panik zu verfallen." Doch auch mit einigen Verletzungssorgen im Gepäck hat Schalke 04 "immer noch genügend Qualität", merkte Jens Keller an. Und weiter: "Wir fahren mit Selbstvertrauen nach Braunschweig. Wir haben junge und hungrige Spieler, die heiß auf die Spiele sind. Demnach gehen wir die Sache optimistisch an."

Ob Braunschweig sich so einfach die Butter vom Brot nehmen lässt, darf bezweifelt werden. "Sie haben eine gute Spielanlage. Mit dem Sieg in Wolfsburg werden sie im eigenen Stadion noch selbstbewusster auftreten", mahnte Keller an. Vor allem der große Kampf sei es, der die "Löwen" so stark mache: "Braunschweig ist laufstark und aggressiv – wir wissen, was auf uns zukommt." Unterschätzen sollte der Revierklub den Aufsteiger nicht oder gar mit den Köpfen schon ein Spiel weiter sein.

Denn nach Braunschweig folgen zwei schwere Heimspiele. Am Dienstagabend ist der FC Chelsea London in der Champions League zu Gast und das darauffolgende Wochenende steht ganz im Zeichen des 143. Revierderby zwischen Schalke 04 und Borussia Dortmund. Viele Möglichkeiten zu feiern, aber auch genauso viele die Katerstimmung verbreiten können.

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