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Pep Guardiola ist am Dienstag seit 100 Tagen als Trainer bei Bayern München im Amt. Von Verantwortlichen und Spielern gibt es viel Lob für den Spanier.

München. Was Pep Guardiola über die hässlichen Attacken von Zlatan Ibrahimovic denkt, ist nicht bekannt - was er von Bayern München hält, dagegen schon. "Ich bin sehr zufrieden hier. Ich danke meinen Spielern, wie sie mich unterstützen. Ich kann wenig deutsch sprechen, erreiche sie aber trotzdem. Das Verhältnis ist unglaublich", sagte der Spanier unlängst.

Guardiola fühlt sich wohl in München, findet die bayerische Landeshauptstadt "supersupersuper". Am Dienstag, einen Tag vor dem Schlüsselspiel der Gruppe D in der Champions League bei Manchester City (20.45 Uhr), ist Guardiola beim Triple-Gewinner 100 Tage im Amt.

Und im Gegensatz zum schwedischen Superstar sind beim FC Bayern alle voll des Lobes über den neuen Coach, der als Nachfolger von Jupp Heynckes am 24. Juni ein schweres Amt angetreten hatte. "Seine Ideen sind unglaublich. Er ist ein Trainer, der ganz genau weiß, was die Spieler fühlen und denken", betonte Vize-Kapitän Bastian Schweinsteiger.

Großes Lob von Hoeneß 

Auch für Präsident Uli Hoeneß ist der 42-Jährige ein Volltreffer. "Es macht sehr, sehr viel Spaß, mit ihm zu arbeiten. Er ist ein total offener Mensch, trägt sein Herz auf der Zunge. Ich bin sehr happy, dass wir ihn hier haben. Bei den Treffen mit ihm hast du immer das Gefühl, dass du weiterkommst im Leben", würdigte Hoeneß den früheren Barcelona-Coach.

Er erlebe Guardiola als "sehr akribisch und sehr ehrgeizig". Es überrasche ihn, fügte Hoeneß an, dass er "mit den großen Erfolgen, die er in seinen jungen Jahren schon gefeiert hat, nicht aufhört, täglich zu arbeiten". Selbst an trainingsfreien Tagen sitze Guardiola oft bis spät in den Abend am Klubgelände in der Säbener Straße und brüte über Verbesserungen.

Peps Wunsch: "Gut spielen und Wettbewerbe gewinnen" 

Guardiola ist eben Perfektionist - einer, der von seinen Spielern, aber auch von sich selbst das Maximum verlangt, der Fußball liebt und lebt. Dies zeigt auch die Antwort auf die Frage, was für ihn ein besonderer Moment sei: "Wenn ich sehe, dass die Mannschaft sehr gut spielt. Das sind meine besonderen Momente als Trainer." Deshalb habe er auch nur einen Wunsch: "Gut spielen und Wettbewerbe gewinnen."

Im Spiel um den deutschen Supercup gegen Borussia Dortmund ist dies den Bayern nicht gelungen, dafür im europäischen Supercup gegen den FC Chelsea. Es war der erste Titel für den Katalanen bei den Bayern, der 15. insgesamt - und weitere sollen folgen, am besten schon im Dezember bei der Klub-WM.

Auch wenn die Bayern unter Guardiola nach anfänglichen Problemen immer besser in Schwung kommen, warnt Hoeneß vor übertriebenen Erwartungen. Die "einzige Gefahr" sei, "dass die Leute mit einem 2:0 nicht mehr zufrieden sind" und meinten, "man muss immer spektakulär spielen und den Gegner wegfegen", sagte der Präsident dem kicker. Dies sei aber nicht zu erfüllen, deshalb mahnte Hoeneß: "Wir müssen vernünftig werden." Sonst werde der Druck immer größer.

Guardiola ist Druck gewohnt 

Doch damit hat Guardiola kein Problem, er kennt dies aus Barcelona. "Ich weiß, du musst immer gewinnen und gut spielen. Aber damit kann ich gut umgehen", sagte er gelassen. Für ihn ist vielmehr wichtig, dass er seinen mit vielen Stars gespickten Luxus-Kader mit seiner Botschaft erreicht, mit seiner Idee vom offensiven Fußball. Das neue 4-1-4-1-System hat der FC Bayern inzwischen verinnerlicht, auch das von Guardiola gewünschte schnelle Umschaltspiel klappt immer besser, auch wenn es am Samstag beim 1:0 gegen Wolfsburg etwas hakte.

Seit dem mageren 1:1 in Freiburg haben die Bayern fünf Siege in Serie eingefahren - die Fortsetzung soll es in dieser wichtigen Woche am Mittwoch in Manchester und dann am Samstag (18.30 Uhr) im Bundesliga-Spitzenspiel bei Bayer Leverkusen geben. "Wir werden uns wieder verbessern", versprach Guardiola nach dem Wolfsburg-Spiel und gab der Mannschaft angesichts der hohen Belastung erst einmal bis Montagnachmittag frei.

Kommenden Sonntag zum Oktoberfest 

Zu einem Bummel über das Oktoberfest hat Guardiola, der in München bereits die Pinakothek sowie die Gedenkstätte im früheren Konzentrationslager Dachau besucht hat, die Zeit nicht genutzt. Dies holt er am kommenden Sonntag mit der Mannschaft nach. Dann zeigt er sich erstmals öffentlich mit seiner neuen Lederhose, die er "sehr hübsch" findet.

Die heftigen Angriffe von Ibrahimovic ("Er ist feige und hat keine Eier") dürfte er dagegen weniger hübsch finden. 

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