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Schalke 04 hat beim 3:3 (3:1) bei 1899 Hoffenheim einen Zwei-Tore-Vorsprung verspielt. Der Sportdirektor Horst Heldt und Trainer Jens Keller ließen danach ihrem Frust freien Lauf.

Sinsheim. Nachdem die Königsblauen im zweiten Durchgang ihren KraichGAU erlebt hatten, drohte Horst Heldt mit einem personellen Nachbeben. "Das ist auf Dauer nicht akzeptabel. Darüber tauscht man sich aus - und irgendwann tauscht man dann aus", sagte der "maßlos verärgerte" Sportdirektor des Fußball-Bundesligisten Schalke 04, dessen Schützlinge beim 3:3 (3:1) bei  1899 Hoffenheim einen Zwei-Tore-Vorsprung fast schon vorsätzlich weggeworfen hatten: "Es geht um Schalke 04, da muss man klar bei Sinnen sein. In der zweiten Hälfte waren viele teilweise nicht bei Sinnen."

Heldt ist es ganz offensichtlich egal, ob die Profis ihn mögen oder nicht. Der Manager, dessen Klub weiter auf den ersten Erfolg im Kraichgau und den 600. Bundesliga-Sieg in der Geschichte warten muss, ließ seinem Frust nach dem x-ten unkonstanten Auftritt der Schalker freien Lauf. Wenige Tage vor dem Champions-League-Spiel am Dienstag beim FC Basel holte der Ex-Profi zu einem verbalen Rundumschlag aus. Dabei war Heldt im Ton zwar ruhig, in der Sache aber knallhart.

"Dann kommt wieder so ein Paukenschlag..."

"Wir haben schon öfter gedacht, dass es alle verstanden haben. Aber dann kommt wieder so ein Paukenschlag, und das Gejammer ist groß. Wenn es bei dem ein oder anderen nicht in den Kopf geht, muss sich der Verein überlegen, auf wen man bauen kann und auf wen nicht", sagte der Manager: "Wir werden schon den richtigen Hebel finden. Klar ist, dass solche Vorstellungen wie in der zweiten Hälfte zu häufig vorkommen. Wir werden uns das jetzt sehr genau anschauen."

Laut Heldt soll Trainer Jens Keller aber nicht infrage gestellt werden. "Was soll ich ihm für einen Vorwurf machen? Er ist nicht Bestandteil unserer Überlegungen", sagte der 43-Jährige, der stattdessen Unsicherheitsfaktor Jermaine Jones eine verbale Ohrfeige verpasste: "Es steht in keinem Lehrbuch und es ist auch nicht Bestandteil unseres Trainingsprogramms, als letzter Mann ein Solo anzusetzen."



Jones hatte in der 84. Minute den Ball verloren und so eigentlich den Weg zum Hoffenheimer Siegtreffer freigemacht. Roberto Firmino traf aber nur die Unterkante der Latte, Sven Schipplock vergab kurz darauf eine noch größere Chance (87.). Diese Szenen hatten dazu geführt, dass sich Keller kurzzeitig nicht mehr im Griff hatte. "Hören Sie mir auf mit der scheiß Mentalitätsfrage. Wir haben individuell wahnsinnige Fehler gemacht, das hat aber nichts mit der Mentalität zu tun", schimpfte der Coach: "Das hat bei dem ein oder anderen mit der Birne zu tun."

"Haben uns blöd angestellt"

Heldt dagegen sprach den Profis die Klasse ab. "Eine Spitzenmannschaft gewinnt dieses Spiel, die lässt nichts mehr anbrennen. Wir dagegen haben nach dem 3:3 noch munter weitere Einladungen ausgesprochen. Wir hätten noch zwei Tore bekommen können", sagte der Manager: "Das man noch so zittern muss, ist mehr als enttäuschend." Die Spieler zeigten sich immerhin selbstkritisch. "Wir haben uns in den entscheidenden Szenen blöd angestellt", meinte Kapitän Benedikt Höwedes.

Alles andere als eine blöde Entscheidung hatten dagegen die 29.139 Zuschauer beim Kauf ihrer Eintrittskarte getroffen. Das Spektakel auf dem Platz war jeden Cent wert. Boateng (3.), Joel Matip (13.) und Marco Höger (40.) trafen für Schalke. Torjäger Anthony Modeste (16.), Firmino per Foulelfmeter (48.) und David Abraham (61.) waren für Hoffenheim erfolgreich.

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