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Luiz Gustavo kehrt nach München zurück - "Habe noch viele Freunde"

Das erste Mal nach seinem Wechsel kehrt der Brasilianer Luiz Gustavo zu seinem ehemaligen Verein Bayern München zurück. Doch mit Sentimentalität hat er nichts am Hut.

Wolfsburg. Vor der Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte wurde Luiz Gustavo nur kurz wehmütig. "Klar habe ich noch viele Freunde und freue mich, sie wiederzusehen", sagte der Neu-Wolfsburger vor dem Spiel bei Bayern München am Samstag: "Aber ich habe noch mit keinem telefoniert. Ich will Fußball spielen. Das ist das Wichtigste."

Fußball spielen. Das konnte der brasilianische Nationalspieler nach seinem Wechsel zu den Niedersachen zuletzt nur bedingt. Zwei Gelb-Rote Karten in den ersten drei Ligaspielen: Der 20 Millionen-Euro-Transfer vom Triple-Sieger aus München erlebte bisher beim VfL Licht und Schatten.

Sollte der 26-Jährige aber von weiteren Platzverweisen verschont bleiben, dürfte das Licht bald überwiegen: "Ich versuche aus diesen Dingen zu lernen, damit sie nicht wieder passieren. Mehr kann ich nicht tun", sagte er im Bayern-Magazin.

Bereits Führungsspieler in Wolfsburg

Denn schon in seinen ersten Begegnungen deutete der Brasilianer an, wie wichtig er für seinen neuen Klub werden könnte. Umsichtig, meist unspektakulär, aber mit ungebrochener Siegermentalität agierte er bisher auch im VfL-Trikot. Bei Trainer Dieter Hecking ist Gustavo als unangefochtener Leitwolf gesetzt.

Ganz anders als beim neuen Bayern-Trainer Pep Guardiola. Dort drohte er aufs Abstellgleis geschoben zu werden. Obwohl Guardiola öffentlich nie ein schlechtes Wort über den Neu-Wolfsburger verloren hat. Auch Gustavo spricht nur respektvoll über den Spanier. Es habe "keine Probleme" mit ihm gegeben, er hätte auch in München, "eine gute Chance gehabt zu spielen".

Das aber darf man zumindest bezweifeln, im Mittelfeld des Champions-League-Siegers herrscht ein Überangebot an Top-Spielern. Und so sah es auch ein wenig nach Flucht aus, als Gustavo Mitte August beim Werksklub in Wolfsburg unterschrieb, um seine WM-Chancen in der brasilianischen Nationalmannschaft nicht zu verspielen.

Namhafte Konkurrenz ausgeschlossen

Und obwohl auch namhaftere europäische Spitzenklubs in München angefragt haben sollen, entschied sich der Brasilianer, 2007 für 300.000 Euro Leihgebühr vom Provinzklub Alagoano (2. Liga) nach Hoffenheim gekommen, für Wolfsburg.

Anpassungsprobleme hat Gustavo nicht, mit Spielmacher Diego und Innenverteidiger Naldo bildet er beim VfL eine namhafte brasilianische Achse - auf und neben dem Platz. Ähnlich wie in München mit Dante und Rafinha. Und auch in der VW-Stadt fühlt er sich mittlerweile wohl. "Es ist eine kleine und ganz ruhige Stadt und erinnert mich ein bisschen an meine Zeit in Hoffenheim. Für meine Familie und mich passt das alles ganz gut hier", sagte er. Seine Verlobte Milene ist derzeit schwanger.

Fußballerisch ist der defensive Mittelfeldspieler ohnehin über jeden Zweifel erhaben. Das sieht man auch beim kommenden Gegner so: "Wir haben so lange mit ihm gespielt, das ist natürlich komisch. Es ist nicht einfach gegen ihn zu spielen", sagte Mittelfeldstar Franck Ribery.

Doch ob es für den VfL gegen den Favoriten zu Punkten reicht, hängt nicht nur von Gustavo ab. "Wir müssen 90 Minuten voll konzentriert sein und uns so wenig Fehler wie möglich erlauben", betonte er: "Und Glück haben."

Denn die Vorzüge des Gegners, für den er exakt 100 Pflichtspiele absolvierte, kennt er nur zu genau. "Jeder Spieler dort hat Qualität, jeder Spieler kann jederzeit überraschen", sagt Gustavo: "Wir spielen gegen die derzeit beste Mannschaft Europas. Das wird sehr schwer."


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