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Nach nur fünf Spielen musste Thorsten Fink beim HSV seinen Hut nehmen - die zweite Trainerentlassung der Saison. Der Ex-Profi kann die Ungeduld der Hanseaten nicht nachvollziehen.

Hamburg. Nach fast zwei Jahren ist Thorsten Fink beim Hamburger SV wieder Geschichte. Bert van Marwijk wird der Nachfolger des nach der 2:6-Pleite gegen Borussia Dortmund entlassenen Trainers. Der kann die Trennung nach wie vor nicht verstehen. Zudem rückt er das angebliche Praktikum bei Bayern München ins rechte Licht.

"Nachmittags bekam ich eine SMS von Kreuzer, ob ich Zeit hätte, er würde gern nach München kommen und mit mir sprechen", so Fink im Interview mit Sport Bild über die Geschehnisse am Montag nach der Niederlage beim BVB. "Ich dachte, es ginge um die Pläne für die Woche, das Spiel gegen Bremen."

Es sei dann aber aus heiterem Himmel zur Trennung gekommen. "Als wir uns in München trafen, sagte er, er müsse die Reißleine ziehen. Er redete zwanzig Minuten. Mir wurde der Boden unter den Füßen weggerissen", zeigte sich der 45-Jährige überrascht über die Trennung. Er habe sich mit Kreuzer gut verstanden, stellte aber klar: Kreuzer war "nie ein Freund".

Fink hatte die Hanseaten im Oktober 2011 auf dem letzten Tabellenplatz übernommen. "Als ich gekommen bin, war der Verein down. Man wollte Kontinuität haben", blickt der frühere Profi auf seine Verpflichtung zurück und konstatierte: "Ich habe die Ziele des HSV erreicht."

"Ständig Theater beim HSV"

"Im ersten Jahr den Nichtabstieg, im zweiten Jahr einen einstelligen Tabellenplatz", konkretisierte Fink. "Jetzt waren erst fünf Spiele vorbei, aber der Verein besaß schon keine Ausdauer mehr", so der ehemalige Bayern-Profi ratlos. "Um den ganzen Klub solide aufzubauen, brauchst du sicher drei Jahre." Die ständigen Diskussionen, auch mit Investor Klaus-Michael Kühne, hätte man intern regeln sollen: "Theater ist ständig, das tut dem HSV weh."

Der frühere Bayern-Spieler ist sich sicher, dass er den HSV trotz der geringen Ausbeute von vier Punkten nach fünf Spielen von den Abstiegsrängen ferngehalten hätte: "Wenn es dieses Jahr überhaupt nicht funktioniert hätte, wären wir auf Rang zehn oder elf gelandet. Die Mannschaft hat die Qualität für die Top Ten."

Praktikum bei Guardiola ist "Unsinn"

Wie es für den Fußballehrer weitergeht, ist vorerst ungewiss. Dass er zeitnah unter Pep Guardiola bei den Bayern hospitieren würde, tat Fink als "Unsinn" ab. "Ich habe gesagt, ich werde mir sicher mal das Bayern-Training anschauen, schließlich wohne ich ja in München. Und daraus wurde gleich ein Praktikum gemacht."

Er wolle aber bald wieder auf die große Bühne zurückkehren: "Fakt ist: Ich bin Fußballer durch und durch. Zuhause rumsitzen werde ich sicher nicht." Vor dem HSV betreute Fink bereits Red Bull Salzburg (Co-Trainer), den FC Ingolstadt und den FC Basel.

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