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Bayer Leverkusen investierte zehn der 22 Millionen aus dem Verkauf von Andre Schürrle gleich wieder in Heung-Min Son. Dies bringt nicht nur sportliche Rendite.

Leverkusen. Bei Henrikh Mkhitaryan und Pierre-Emerick Aubameyang hatte Bayer 04 Leverkusen im Sommer das Nachsehen gegen Borussia Dortmund. Doch Heung-Min Son, den schnappte der Tabellendritte der Fußball-Bundesliga dem Vizemeister und Champions-League-Finalisten vor der Nase weg.

Auf den ersten Blick ein Trostpreis im internen Dreikampf um die neuen Stars. Schließlich hat der 21 Jahre alte Son noch nicht ganz so eingeschlagen wie die älteren - und teureren - Neu-Dortmunder aus Gabun und Armenien. Doch zum einen hat der Südkoreaner noch eine Menge unausgeschöpftes Potenzial, zum anderen ist er viel mehr als nur ein neuer Spieler. Son ist für Bayer ein Botschafter.

Son als Trumpf in Verhandlungen mit LG

Wie wertvoll dieser für die Werkself sein kann, zeigte sich kürzlich, als nach zwei Spieltagen ohne Hauptsponsor doch noch die nicht mehr für möglich gehaltene Einigung mit dem südkoreanischen Großkonzern LG erfolgte. Die Strippen hinter den Kulissen zog Michael Schade, ab 1. Oktober Geschäftsführer der Bayer-Fußballer. Doch einer seiner größten Trümpfe war Heung-Min Son. "Er ist jetzt unser Markenbotschafter", sagte LG-Vizechef Ki Wan Kim nach der Präsentation, bei der sich die Bosse des Elektronik-Riesen eifrig mit Son fotografieren ließen.

In seiner Heimat ist Bayers neuer Flügelstürmer nämlich ein echter Popstar. "Ich bekomme viele Pakete mit Süßigkeiten und Geschenken und auch viele Liebesbriefe", berichtet der schüchterne Son. Wenn er in Südkorea bei einem offiziellen Termin auftaucht, halten unzählige Mädchen Plakate mit seinem Namen hoch - statt des "O's" mit einem Herz in der Mitte.




Zum Glück wird der junge Heung-Min Son mit all dem nicht täglich konfrontiert. Mit 16 kam er im Rahmen einer Kooperation mit dem südkoreanischen Verband zum Hamburger SV. Die erste Zeit im Internat war "sehr schwer für mich", erinnert er sich: "Ich habe kein Deutsch gesprochen und kein Englisch", außerdem wurde ihm angeblich recht früh signalisiert, dass er es nicht schaffen werde. Doch Son blieb und biss sich durch.

Vater trieb Son an

Auch wegen seines gestrengen Vaters Woong-Jun Son. Der ehemalige Nationalspieler pendelte zwischen Südkorea und Hamburg, und wenn er in Deutschland war, triezte er seinen talentierten Sohn. Einmal saßen sämtliche Kollegen Sons abends vor dem Fernseher, während der junge Heung-Min auf dem Zimmer mit dem Vater Kraftübungen machen musste.

Beim sympathischen Auftritt des Juniors vor einigen Monaten im Aktuellen Sportstudio des ZDF wurde der Vater per Video eingespielt. Und der Sohn berichtete nach der Schilderung der "harten Arbeit" etwas kleinlaut: "Ich finde es gut, dass er gerade in Südkorea ist. So habe ich ein bisschen Ruhe. Leider kommt er nächste Woche wieder."

Doch am Ende war der Vater sein wichtigster Förderer. Von ihm hat er vielleicht noch mehr gelernt als von den Weltstars Ruud van Nistelrooy und Rafael van der Vaart, an denen sich Son in der gemeinsamen Zeit beim HSV orientierte.

Heißbegehrt im Sommer


Und so warben im Sommer nicht nur Leverkusen, Dortmund und der VfL Wolfsburg um den immerhin zehn Millionen teuren Jungstar. Manchester United, Manchester City oder der FC Chelsea beobachteten ihn, der FC Liverpool, Tottenham Hotspur, der FC Fulham, der FC Southampton und Cardiff City gaben konkrete Angebote ab.

Bayers Sportchef Rudi Völler lobte kürzlich, er haben "selten einen Spieler gesehen, der mit beiden Füßen eine solch sensationelle Schusstechnik hat". Deshalb ist Heung-Min Son ein guter Kauf. Aber auch, weil er ein guter Botschafter für einen wichtigen und boomenden Markt ist.

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