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"Kann seine Äußerungen nicht ernst nehmen" – Kreuzer wehrt sich gegen Kühne

Nach der Derbyniederlage äußerte sich Sportchef Oliver Kreuzer über die fehlende Gier auf Erfolg beim HSV und nahm kritisch zu den Statements von Investor Kühne Stellung.

Hamburg. Der Hamburger SV rutscht nach der 0:2-Derbyniederlage gegen den SV Werder Bremen in die Abstiegsregion. Nach dem Spiel sprach Oliver Kreuzer über das Auftreten seiner Mannschaft und der ständigen Unruhe außerhalb des Vereins. In der Nacht zum Sonntag bestätigte Bert van Marwijk bestätigte im niederländischen Fernsehen die Übernahme des Klubs als Trainer.

Herr Kreuzer, haben Sie eine Erklärung für die Niederlage gegen Bremen?

Oliver Kreuzer: Es war insgesamt zu wenig. Wir haben 60 Minuten schlechten Fußball gespielt, die Offensive fand nicht statt. Für ein Heimspiel mit 53.000 Zuschauern reicht unsere Leistung einfach nicht. Von einigen Spielern muss man mehr erwarten dürfen.

Meinen Sie damit auch Ihren Kapitän?

Kreuzer: Rafael ist ein Teil der Mannschaft. Es ist müßig, sich allein auf ihn einzuschießen. Er ist bemüht, gehört zu den lauffreudigsten Spielern. Aber auch für ihn ist es in dieser Phase schwer, der Mannschaft Impulse zu geben. Alles allein an ihm festzumachen, ist nicht fair.

Deutliche Worte findet Heiko Westermann, der von Existenzkampf spricht. Sehen Sie das auch so?

Kreuzer: Wenn wir das Spiel gewonnen hätten, wären wir mit sieben Punkten auf Platz acht oder neun, mit Tuchfühlung nach oben. Durch die Niederlage stehen wir nun im Abstiegskampf. Entscheidend ist aber nicht die aktuelle Tabellensituation, sondern das, was ich heute gesehen habe. Und das ist zu wenig. Die erste Bundesliga fordert Laufbereitschaft, Tempo, Aggressivität. Über weite Strecken des Spiels haben wir das vermissen lassen.

Haben Sie sich Ihre Aufgabe in Hamburg so schwer vorgestellt?

Kreuzer: Oft führen Kleinigkeiten dazu, in welche Richtung sich die Dinge entwickeln. Es ist eine schwere Aufgabe, dessen war ich mir bewusst. Dass ich allerdings bereits am sechsten Spieltag einen neuen Trainer suchen muss und wir auf Platz 16 der Tabelle stehen, ist alles andere als das, was ich mir erhofft oder geglaubt habe. Dieser Situation stellen wir uns. Zeitnah möchten wir den neuen Trainer präsentieren, der unbedarft an die Aufgabe herangeht und mit neuen Impulsen Spiele gewinnt.

Womit Sie ebenfalls nicht rechnen konnten, sind die beinahe täglichen Kommentare von Herrn Kühne. Lachen Sie mittlerweile darüber?

Kreuzer: Ja, mittlerweile schon. Anfangs habe ich mich gefragt: Warum tut er das? Wir kennen uns nicht persönlich. Wenn ein älterer Herr mir von Mallorca aus etwas von Bundesligafußball erzählen will, ist das peinlich und nicht mehr ernst zu nehmen.

Sollte es nicht besser ein klärendes Gespräch zwischen Ihnen geben?

Kreuzer: Es wäre ja schön, wenn er in seinen Privatflieger steigt, zu uns kommt und konstruktiv über die Dinge redet. Das wäre interessant, dann lernen wir uns endlich kennen. Am runden Tisch könnten wir über seine Pläne sprechen. Statements aus der Ferne sind nicht förderlich. Wir im Vorstand haben wichtigere Sachen zu erledigen, als täglich seine Äußerungen zu bewerten.

Einer der im Pokal fehlen wird ist Tomas Rincon. Seine Leistung im Derby war vorbildlich.

Kreuzer: Das kommt jetzt auch noch hinzu. Rincon und Diekmeier werden länger ausfallen. Die Mentalität von Tomas wird uns fehlen. Er hat ein gutes Spiel gemacht.

Hat er sich damit auch um einen neuen Vertrag beworben?

Kreuzer: (lacht) Wir wissen, was wir an ihm haben. Er soll zusehen, dass er schnell gesund wird.

Viel Zeit zum Durchatmen bleibt Ihrer Mannschaft jetzt nicht mehr bis zum nächsten Spiel.

Kreuzer: Zum Glück. Das ist das Schöne am Fußball. Am Dienstag können wir wieder einiges gut machen und mit einem Erfolgserlebnis nach Frankfurt reisen.

Wie gehen Sie jetzt auf die Mannschaft zu?

Kreuzer: Die Spieler sind gefordert. Vor einem Derby brauchst du doch eigentlich nicht viel sagen. Da muss man so geil sein den Gegner aus dem Stadion schießen zu wollen. Wo ist diese Gier? Wo ist der Wille, dieses Spiel rumzureißen? Das ist etwas, was ich nicht verstehe.

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